In jeder Schulklasse sitzen ein bis zwei Kinder, die sexuellen Missbrauch erlebt haben. Hinzu kommen neue Gefahren wie Cybergrooming, die sowohl von Kindern wie auch Erwachsenen häufig unterschätzt werden. Zu diesem bedrückenden Ergebnis kommt eine Studie im Auftrag der Bundesregierung. Da die Schule gleichzeitig der Ort ist, an dem sich Kinder neben dem Elternhaus am häufigsten aufhalten, kommt ihr eine besondere Rolle zu, was den Schutz vor sexueller Gewalt angeht.

Täglich (außer Samstag)
Mülheim-Newsletter: Jetzt kostenlos anmelden!
Nachrichten, Service, Reportagen: Jeden Tag wissen, was in unserer Stadt los ist.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
In Mülheim wurden deshalb in den vergangenen drei Jahren Schutzkonzepte für Schulen vorbereitet, die zwei Ziele verfolgen sollen: Sie sollen die Sicherheit an Schulen erhöhen. Sie sollen aber ebenso dazu beitragen, dass frühzeitig Anzeichen erkannt und kompetent mit Übergriffen umgegangen werden kann, etwa durch Fortbildungen für Lehr- und Vertrauenspersonen.
Mülheimer Schulrätin: Beschäftigung mit Thema war „überfällig“
Mehr aus Mülheim
Alle Nachrichten aus Mülheim lesen Sie hier +++ Abonnieren Sie unseren Newsletter per Mail oder folgen Sie uns bei Whatsapp, Instagram, Facebook +++ Themenseiten: Wohnen, Gastronomie, Handel/Einkaufen, Blaulicht, RRZ +++ Den Freizeitkalender finden Sie hier.
Der Arbeitskreis „Schutzkonzept gegen sexualisierte Gewalt an Schulen“ unter der Führung von Schulrätin Heike Freitag sollte alle Informationen zusammentragen, die Schulen brauchen, um eigene Schutzkonzepte zu entwickeln. Mit am Tisch saßen Schulleitungen und Schulsozialarbeiterinnen von Mülheimer Grund- und Förderschulen sowie Mitarbeiterinnen der regionalen Schulberatungsstelle und des Bildungsbüros der Stadt Mülheim. Laut Heike Freitag war dieser politische Auftrag „ein wichtiger und längst überfälliger Arbeitsauftrag“.
Mehr Nachrichten aus Mülheim:
Unter anderem besuchten die Teilnehmer des Arbeitskreises Fortbildungen, um überhaupt zu verstehen, was sexualisiere Gewalt umfasst. Kirsten Heer, die als Schulsozialarbeiterin und Kinderschutzfachkraft am Arbeitskreis beteiligt ist, hat diesen Teil als Referentin gestaltet: „Unser Ziel war es, alle schulischen Mitarbeitenden in Mülheim auf einen Stand zu bringen. Wenn man ein Schutzkonzept entwickeln soll, muss man wissen, wovor man schützen muss und wie Täterinnen und Täter vorgehen, denn sonst kann das nicht effektiv gelingen.“
Fortbildungen für alle Mitarbeiter an Mülheimer Schulen

Schließlich wurden Maßnahmenkataloge entwickelt, die Schulen nutzen können, um individuelle Schutzkonzepte zu entwickeln. Dazu gehört auch eine Sammlung von Ansprechstellen, Formulare für die Dokumentation und Interventionsschemata. Mitarbeiterinnen der regionalen Schulberatungsstelle (RSB) haben außerdem für alle Bausteine des Schutzkonzeptes einzelne Fortbildungsmodule entwickelt. An diesen können alle Beschäftigten von Mülheimer Schulen teilnehmen.
Flankierend dazu kann sich jede Schule von der RSB individuell beraten lassen. Dazu Annika Ebert aus der Schulberatung: „Uns ist es wichtig, dass sich jede Schule in Mülheim gut aufgestellt fühlt.“




