- Das Kunstprojekt 'City of Play' verwandelt Mülheims Innenstadt in ein interaktives Spielfeld mit Veranstaltungen an den Bahnbögen, dem Rathausmarkt und der Ruhrpromenade.
- Die Künstler Maik und Dirk Löbbert inszenieren im kulturellen Vorprogramm der World University Games rund 30 Bahnbögen mit Mülheims Stadtfarben, inspiriert von Monets Seerosen-Teichen, und bieten ein facettenreiches Erlebnis.
- Vielfältige Events wie Workshops, Konzerte, Zirkusaufführungen und ein Kreativmarkt begleiten das Kunstprojekt und laden zum Mitmachen und Entdecken ein.
Vor den World University Games (16. bis 27. Juli) in mehreren Städten im Ruhrgebiet soll sich auch Mülheim in ein Spielfeld mit interaktivem, spielerischem Kulturprogramm verwandeln: Die „City of Play“ bietet Veranstaltungen an drei Orten der Innenstadt. Dabei besonders im Fokus: die Bahnbögen am Radschnellweg, für die es schon zahlreiche Ideen zur Wiederbelebung gab, von denen aber keine Wirklichkeit geworden ist.
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Das Kunstprojekt „City of Play“, das bereits mit seiner Aktion, hoch oben am Technischen Rathaus den Slogan „To watch with eyes unclouded“ anzubringen, für Aufmerksamkeit gesorgt hat, macht sich vom 24. Mai an in Mülheims Innenstadt breit: an den Bahnbögen, auf dem Rathausmarkt und zum Ende auch auf der Ruhrpromenade.
Künstler wollen Mülheims Bahnbögen am RS1 neu in Szene setzen



Nicht umumstritten in Mülheims Politik war im Vorfeld, was die Künstler und Brüder Maik und Dirk Löbbert dafür mit den Bögen des Bahnviaduktes am RS1 vorhaben. Beide haben seit 2001 eine Professur für Bildhauerei und Kunst im öffentlichen Raum an der Kunstakademie Münster inne und wollen rund 30 Bahnbögen zwischen Ruhr und Hauptbahnhof ab dem 24. Mai von innen mit Mülheims Stadtfarben Blau und Grün neu in Szene setzen.
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Dabei wollen die Künstler, angelehnt an Monets Malerei der Seerosen-Teiche und Gewässer, die zwei Farben auf der Farbpalette zu zahlreichen unterschiedlichen Farbtönen mischen. So soll ein Farbfächer entstehen, den insbesondere in seiner Wirkung wahrnehmen wird, wer vor Ort in Bewegung ist. Die Inszenierung der Bahnbögen soll dabei facettenreich wirken, je nach Blickwinkel, Geschwindigkeit, Licht- und Schatteneinfall. Den Entstehungsprozess können Bürgerinnen und Bürger über Tage mitverfolgen, wenn im Umfeld ohnehin Programm geboten wird.
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Kunstprojekt an Bahnbögen: Skeptische Stimmen aus Mülheims Politik
Gegen die künstlerische Gestaltung hatten sich in Mülheims Politik auch kritische Stimmen erhoben, zumal die Stadtverwaltung klargestellt hatte, dass für das entstehende Kunstwerk keine Mittel zur künftigen Instandhaltung zur Verfügung stehen.

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„Fehlgeleitet“ sah im Februar etwa FDP-Planungspolitiker Joachim vom Berg die Aktion, man schaffe nur neue Projektionsflächen für Graffiti-Schmierereien. Das Geschenk „annehmen und hoffen“, entgegnete seinerzeit Petra Seidemann-Matschulla von der CDU. „Schlimmer als im Moment kann es nicht aussehen.“ Zur Not, so Baudezernent Felix Blasch, könne man später auch mit Weiß drüberpinseln lassen. Erst mal sei doch festzuhalten: Es werde frisch gestrichen - ohne Kosten für die Stadt.


Die Termine von „City of Play“ in Mülheims Innenstadt
- Grand Opening (24. Mai, ab 16 Uhr, Rathausmarkt). Zur großen Eröffnung lädt die „City of Play“ ein zu Spiel, Workshop- und Musikprogramm. DJs legen auf, das Mülheimer Kollektiv Nassau gibt ein Konzert. Auch im Programm: ein Klimaspiel „Climate Casino“ mit Sebastian Quack, Mitmach-Origami für eine Installation „Mülheim Unfold” mit Frank Bölter und ein Workshop zum Design von Tischtennisschlägern mit Markus Zimmermann.
- Stadtgespräch „Spielerisch die Stadt begreifen: Kunst und Spiel im Dialog“ und Public Dinner (25. Mai 2025, ab 16.30 Uhr, Rathausmarkt). Warum ist der Mensch ein spielendes Wesen? Und wie hängen Kunst und Spiel zusammen? Das ist das Thema des Stadtgespräches zu den Facetten des Spiels und dessen Rolle im Prozess der Weltaneignung. Es diskutieren Stefanie Klingemann (Kuratorisches Team, „City of Play“), Sebastian Quack (Künstler, Spieledesigner), Sebastian Sowa (Sowatorini Ruhr), Prof. Dr. Jens Junge (Institut für Ludologie). Das anschließende „Playful Public Dinner“ lädt Bürgerinnen und Bürger ein zum gemeinschaftlichen Abendessen.
- Midissage: Neuer Zirkus „Über Brücken“ und Einweihung „Fluss“ (31. Mai, ab 16 Uhr, Rathausmarkt). Zur Midissage wird die Wandmalerei „Fluss“ der Künstler Maik und Dirk Löbbert in den Bögen des Bahnviaduktes eingeweiht. Unter dem Titel „Über Brücken“ verspricht die „City of Play“ darüber hinaus ein vielfältiges Programm des Neuen Zirkus mit Jonglage, Parkour, Freerunning, urbanem Tanz und Luftartistik. Dieses soll die Architektur des Bahnviaduktes und die Ruhrbrücke inszenieren. Die Aufführungen finden statt um 17 und um 20 Uhr. Es wird DJ-Sets geben, Frank Bölter ist wieder mit seiner Origami-Mitmachaktion und Markus Zimmermann mit seinem Workshop zum Design von Tischtennisschlägern dabei.
- Jam-Session „Freispiel” (31. Mai, 19-22 Uhr, Bahnviadukt). Der Verein Makroscope lädt ein zur Jam-Session. Für einen Abend werden die Bahnbögen so zur Freilichtbühne.
- Sportmarkt „Im Fluss” (1. Juni, ab 14 Uhr, Bahnviadukt). Mit dem Makroscope lädt die „City of Play“ zum bunten Sportmarkt unter die leerstehenden Bahnbögen ein. Sportvereine präsentieren ihre Arbeit und ihr Vereinsleben. Sport- und Spielgeräte wandeln das Bahnviadukt in urbane Spielfelder und laden ein zum Mitmachen.
- Kreativmarkt und Radio Residency (7. Juni, ab 16 Uhr, Bahnviadukt und Rathausmarkt). Was noch alles mit den leerstehenden Bögen des Bahnviaduktues möglich sein kann, will ein Kreativ- und Flohmarkt unter Beweis stellen. Es wird getrödelt, Kunsthandwerk und allerlei Kreatives gezeigt. Parallel dazu erklingt der „Playground“ auf dem Rathausmarkt: Das Düsseldorfer Online-Community-Radio „Call Shop Radio” verspricht, ein vielfältiges Musikprogramm zu bieten.
- Finissage (8. Juni, ab 16 Uhr, Rathausmarkt und Ruhrpromenade). Das Programm von „City of Play“ endet in Mülheim mit dem symbolischen Auszug, bevor es an Duisburgs Innenhafen und später in Essen weitergeht. Der Künstler Frank Bölter lässt ein zuvor partizipativ gefaltetes Origami-Boot zu Wasser und macht sich über die Ruhr auf in Richtung Duisburg. Der letzte Abend kann gemeinsam an der Ruhrpromenade an einer langen Tafel verbracht werden. Das „Public Dinner“ lädt ein zum gemeinsamen Abendessen und Beisammensein.






