• Das Rhein-Ruhr-Zentrum in Mülheim plant einen massiven Umbau.
  • Ab 2026 ziehen mit Müller und Kaufland zwei neue Großmieter ein, weitere Ansiedlungen sind geplant.
  • Doch welche Ideen haben die Kunden aus Mülheim für den Umbau des RRZ?

Es tut sich etwas im Rhein-Ruhr-Zentrum. An mehreren Stellen wurden im Mülheimer Einkaufszentrum gemütliche moderne Sitzecken errichtet, die zum Verweilen einladen sollen. Außerdem stehen mit Müller und Kaufland zwei neue Großmieter ab 2026 fest. Aber das kann nur der Anfang sein für ein neues Gesicht des Traditionshauses, es ist ein massiver Umbau geplant. Aber was wünschen sich eigentlich die Mülheimerinnen und Mülheimer?

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Denn noch ist außer den Sitzecken noch nicht viel zu sehen vom großen Umbau des RRZ. „Wir kommen oft mit unserer Enkelin her, sie lernt gerade laufen und hier hat sie viel Platz in den vielen leeren Gängen“, schmunzelte erst jüngst ein Mülheimer gegenüber dem Autor. (Lesen Sie auch den FAQ zum Umbau des Rhein-Ruhr-Zentrums: Wann rollen die Bagger an?)

Kein zweites Centro: Rhein-Ruhr-Zentrum soll sich abgrenzen

In Zukunft soll das Center am Humboldtring dann weniger als leere Lauffläche, sondern vielmehr wieder als Shopping- und Erlebnismall von sich reden machen. Auch die Planer von Eurofund und Signal Capital dürften gespannt sein, auf welches Interesse das Endergebnis bei den Kundinnen und Kunden in Mülheim und Umgebung stoßen wird. „Schafft bitte eine Alternative zu Rüttenscheid, Saarn oder Düsseldorf. Ein zweites Centro oder Limbecker Platz braucht kein Mensch“, schreibt eine von insgesamt 365 Kommentatorinnen und Kommentatoren auf Facebook unter einem Aufruf dieser Redaktion.

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Tatsächlich wünschen viele Menschen dem Rhein-Ruhr-Zentrum wieder ein echtes Alleinstellungsmerkmal. „Kleinere Boutiquen und Geschäfte außerhalb großer Ketten“, schreibt Vera Stein. Davon hätten andere Center genug und machten Besuche unattraktiv, da man überall das Gleiche sehe. „Verzichtet auf die ganzen Billigläden. Die gibt es überall und die ziehen keine kaufkräftige Kundschaft an“, findet auch Helen Homburg.

Mülheimerinnen und Mülheimer vermissen das Zoogeschäft im RRZ

Stattdessen wünschen sich viele Nutzerinnen und Nutzer Geschäfte mit hochwertiger Mode. Namen wie Zara oder Stradivarius fallen öfters. Auch „vernünftige“ Schuh- oder Schmuckgeschäfte stehen auf der Wunschliste.

Das Mülheimer Rhein-Ruhr-Zentrum wird sich in den kommenden Jahren verändern.
Das Mülheimer Rhein-Ruhr-Zentrum wird sich in den kommenden Jahren verändern.© FUNKE Foto Services | Martin Möller

Wer durch die über hundert verschiedenen Vorschläge scrollt, stößt schnell auf einige Favoriten. Viele Mülheimerinnen und Mülheimer wünschen sich im RRZ wieder ein Zoofachgeschäft bzw. ein Laden mit Tierbedarf. 2013 musste das „Zoo-Aquarium“ schließen. „Dieser wirklich tolle und auch gut besuchte Laden fehlt einfach“, findet Andreas Knappertsbusch und ergänzt: „Es war ein sehr schöner Laden mit wirklich kompetentem Personal. Ich glaube, so etwas würde wieder Sinn machen.“

Rhein-Ruhr-Zentrum in Mülheim: Fastfood oder gehobenere Gastronomie?

Andere vermissen im Rhein-Ruhr-Zentrum einen Bastelladen oder Kreativmarkt. Auch ein Spielwarenladen und ein Sportgeschäft wurden zigfach genannt. Und natürlich McDonald‘s. „Ich bin relativ oft im RRZ und immer kommt nach einiger Zeit der Reflex: So, jetzt zu McDonald‘s. Dann realisiere ich, dass es den Laden seit Jahren leider nicht mehr gibt“, schreibt Rainer Stöckmann.

Wie unterschiedlich die Vorstellungen sind, zeigt die Tatsache, dass andere „bloß nicht nur Fastfood“ haben möchten. Sie können sich eine Kneipe oder ein Irish Pub gut vorstellen, wieder andere wünschen sich ein neues Café oder einen größeren Ankermieter im Bereich der Gastronomie anstelle einer Food-Meile. Zum Beispiel „60 Seconds to Napoli.“

Ohnehin scheinen viele Mülheimerinnen und Mülheimer in der Tradition der früheren Rollschuhbahn im Ober- und des langjährigen Bowlingcenters im Untergeschoss im RRZ nicht nur einen reinen Shoppingtempel zu sehen. Bowling, Darts, Billard und andere Spielmöglichkeiten sähe der ein oder andere gerne wieder unter dem Dach des Mülheimer Einkaufszentrums.

Nur wenig wirklich zukunftsfähige Vorschläge

Was darf‘s sonst noch sein? Die Vorschläge gehen naturgemäß in alle Richtungen. Vom Lego-Store, über einen kleinen Baumarkt, Starbucks, Decathlon, ein Geschäft für KFZ-Teile, einen Disney-Store, einen hochwertigen Metzger oder ein Sushi-Restaurant ist alles dabei.

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Viele Vorschläge – so ehrlich muss man sein – beziehen sich aber in erster Linie auf Geschäfte, die es in früheren Zeiten im RRZ schon einmal gab. „Einfach den Laden wieder schön machen wie früher“, heißt es beispielsweise. Frische Ideen? Gehen eher unter in der Reihe der vielen Klassiker. Stephan Krüger etwa würde einen zentralen Click & Collect-Service einrichten, um so Off- und Online-Handel zu verbinden. „So könnte man das RRZ auch etwas zukunftsorientierter gestalten. Die Angebote aus den Geschäften sollten auch online zu beziehen und zentral abholbar sein.“

Die ersten konkreten Arbeiten im Rhein-Ruhr-Zentrum sollen noch in diesem Monat im mittlerweile weitestgehend leergezogenen Westflügel beginnen. Dieser wird mit einer Staubschutzwand abgedeckt und für das Publikum fortan nicht mehr zugänglich sein.