„Wir suchen Terroristen (m/w/d)“: Mehrere Plakate mit diesem Slogan erlangen in Mülheim gerade Aufmerksamkeit – und sorgen durchaus für Irritationen. Die großflächige Werbung hängt unter anderem an der Friedrich-Ebert-Straße, an der Leineweberstraße kurz vor der Schloßbrücke und im Bereich der Eppinghofer Straße. Als die Mülheimerin Ulrike Nottebohm die Werbetexte mit der provokanten Aufschrift aus dem Auto heraus zum ersten Mal gesehen hat, war sie ziemlich schockiert. Wirbt hier ernsthaft jemand mit Jobs für Terroristen?

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So ist es natürlich nicht! Hinter der Plakataktion steckt vielmehr der Bundesnachrichtendienst (BND). Der deutsche Geheimdienst will sich ein moderneres Image geben, um neue Fachkräfte zu gewinnen. Bereits vor einem Jahr präsentierte er deshalb ein neues Logo und das Motto „Komm dahinter“ – kurz darauf folgte die erste Außenwerbungskampagne in der Geschichte der ansonsten im Geheimen agierenden Behörde. Die entsprechenden Plakate tauchten zunächst nur in Berlin und einigen anderen Städten auf – laut einer BND-Sprecherin werden sie jetzt deutschlandweit ausgerollt.

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„Wir müssen uns als starke Marke präsentieren, die überzeugt“, wurde BND-Präsident Bruno Kahl zum Markenstart in einer Pressemitteilung zitiert. „Unser Ziel ist, bei noch viel mehr Menschen als attraktiver Arbeitgeber auf dem Radar aufzutauchen. Viele passen zu uns – und wir zu ihnen, aber sie haben den BND noch nicht auf dem Schirm.“

BND sucht Fachkräfte trotz Geheimhaltung – auch in Mülheim

Gesucht werden derzeit unter anderem Mitarbeitende für die IT, Verwaltungsangestellte oder Daten-Ingenieure – insgesamt bietet die Behörde nach eigenen Angaben rund 450 Jobprofile. Wer allerdings beim BND anfängt, darf selbst mit der eigenen Familie nicht darüber sprechen. Das dürfte die Suche nach Fachkräften nicht einfacher machen – wo ohnehin schon kaum jemand wissen dürfte und soll, was der Nachrichtendienst genau macht. „Mit unserer neuen Arbeitgebermarke schaffen wir die Basis für mehr öffentliche Sichtbarkeit. Da ist der sonst eher verschlossene BND auch ’mal laut, macht auf sich aufmerksam, weckt Interesse“, so Bruno Kahl weiter.

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Die Kampagne wirkt, ohne Frage – nicht nur aktuell in Mülheim. Im vergangenen Herbst wurde der Terroristen-Slogan von einer Kölner Fachfirma als bestes Werbeplakat ausgezeichnet. Zum Preisgeld gehörte auch eine deutschlandweite Gratiswerbung im Wert von 2,5 Millionen Euro. Das ist laut der Sprecherin nun auch der Grund, warum die Werbung jetzt in vielen Städten zu sehen ist.

Die Mülheimerin Ulrike Nottebohm hat nach ihrem ersten Schock schnell recherchieren können, was hinter den Plakaten steckt. „Und leider muss ich sagen, dass es als Werbeaktion für eine Anstellung beim BND absolut genial ist“, sagt sie. „Aber dazu muss man eben auch das ‚Kleingedruckte‘ hinter den ‚Terroristen‘ lesen, was im vorbeifahrenden Auto nicht möglich ist.“ Allerdings entsetze sie weiterhin die „Leichtfertigkeit“, mit der das Wort „Terroristen“ salonfähig gemacht werde.