Ende der 1920er Jahre war er der Haus-Illustrator der Mülheimer Zeitung: Hermann Haber schuf mehr als 150 Illustrationen zu einer satirischen Kolumne, die sich „Mülheimer Zeitlupe“ nannte. Es waren witzige - zumeist freundliche - Karikaturen, die lokale und andere aktuelle Themen zeichnerisch dokumentierten und kommentierten – oder die von Reisen in andere Länder berichteten.
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„Seine Zeichnungen waren zeitkritisch, humorvoll und beachtenswert. Sie spiegeln ein Stück Zeitgeschichte. Sein Werk ist künstlerisch wie stadtgeschichtlich interessant“, findet der Mülheimer Künstler Klaus Geldmacher, der sich seit 15 Jahren mit dem damals stadtweit bekannten Mülheimer Karikaturisten beschäftigt.
In Mülheimer Sparkasse gab es schon 2009/10 eine Ausstellung zu Ehren von Hermann Haber
Hermann Haber, so fand Geldmacher heraus, war ein lustiger Mensch und ein talentierter Künstler, der an der Akademie in Düsseldorf studiert hatte. Er zeichnete viel, malte aber zeitweise auch und bebilderte zudem Werbeanzeigen. Ende 1929 nahm er an der 1. Jahresausstellung Mülheimer Künstler im Städtischen Museum teil.
Doch als Jude musste er 1933 nach Holland emigrieren. Künstlerfreund Heinrich Siepmann soll ihm dringend dazu geraten haben. In den Niederlanden habe Haber ebenfalls Erfolg gehabt. Ende 1941 wurden er und seine Frau Hildegard in Rotterdam verhaftet, ins Konzentrationslager Auschwitz deportiert und dort von den Nationalsozialisten ermordet. Der Künstler geriet vollkommen in Vergessenheit.

Erst Klaus Geldmacher brachte Hermann Haber wieder ins Bewusstsein der Mülheimerinnen und Mülheimer. In einem Buch der Historikerin Barbara Kaufhold hatte er eine kurze Notiz zum Illustrator gefunden, und er begann zu forschen. Vor allem im Stadtarchiv. Der Mülheimer nahm auch Kontakt zu Habers Neffen Joachim Meyer, der seit 1973 in Israel lebt, auf.
- Eine Auswahl von Hermann Habers Illustrationen (aus dem Datenschatz von Klaus Geldmacher) präsentieren wir in unserer Fotostrecke - Echte Hingucker: Die schönsten Karikaturen von Hermann Haber.
„Hermann Habers Schicksal rührt mich an. Wie ich herausfand, war er ein emsiger Künstler und ein netter Mensch, der so ein schlimmes Ende fand“, sagt Geldmacher. Auf seine Initiative hin und mit Hilfe von Gönnern würdigte 2009/10 die Ausstellung „Hommage an Hermann Haber“ in der Sparkasse den 1885 geborenen Illustrator. Das Mülheimer Jahrbuch 2010 widmet ihm einen Artikel. Seit 2009 erinnern auch zwei Stolpersteine in der Rheinischen Straße an ihn und seine Frau.

Aber Klaus Geldmacher möchte anlässlich des 140. Geburtstages von Hermann Haber noch mehr tun. „Ich würde gerne alle Zeichnungen groß aufziehen und einen tollen Katalog oder ein Buch daraus machen“, erklärt er. Um die Neuveröffentlichung realisieren zu können, hat er sich schon um Fördermittel wie etwa den Margot-Friedländer-Preis beworben, aber noch kein Glück gehabt. Sponsoren, die sein Vorhaben unterstützen wollen, oder Verlage, die an der bewegenden Geschichte von Hermann Haber und den Karikaturen interessiert sind, können sich bei ihm melden.
Einige Informationen zu Hermann Haber und zu den Aktivitäten von Klaus Geldmacher findet man unter http://www.klausgeldmacher.de/haber.htm. Kontakt: k.geldmacher@outlook.de.

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