In den 1960er-Jahren waren es Mitglieder des Geschichtsvereines, allen voran Rudolf Op ten Hövel, die das Schloss Broich vor einem drohenden Abriss bewahrten. Seitdem ist der Geschichtsverein dem Schloss treu geblieben. Seine Mitglieder betreuen im Hochschloss ein Museum, das, wie es die Vereinsvorsitzende Dr. Ursula Hilberath, ausdrückt, „ alle Wurzeln zeigt, aus denen Mülheim erwachsen ist“.

Jetzt hat sich der Geschichtsverein auf den Weg gemacht und arbeitet an einem neuen Ausstellungskonzept für das Historische Museum, das samstags und sonntags jeweils zwischen 11 und 17 Uhr eintrittsfrei zu besichtigen ist.

Geschichte in Mülheim neu erleben

Zusammen mit der Historikerin, Anke Asfur, und der Leiterin der Stadthistorischen Museums Duisburg, Dr. Susanne Sommer, hat der Geschichtsverein in vier Museumslaboren mit geschichtsinteressierten und ausstellungserfahrenen Menschen zusammengetragen, wie man das altehrwürdige Museum im Hochschloss interaktiver und damit spannender und lebendiger machen kann. „Wir wollen verstärkt auch Kinder und Jugendliche für die Mülheimer Geschichte begeistern“, erklärt Hilberaths Vorstandskollegin, Beate Fischer, ein Ziel der neuen Ausstellungskonzeption.

Die Mitglieder des Geschichtsvereins Mülheim planen ein modernes Konzept, um die Ausstellung erlebbar zu machen.
Die Mitglieder des Geschichtsvereins Mülheim planen ein modernes Konzept, um die Ausstellung erlebbar zu machen.© FUNKE Foto Services | Lars Heidrich

Geplant ist zum Beispiel die vorhandenen Exponate in ein besseres Licht zu setzen. Die Burg- und Stadtmodelle sollen in diesem Sinne besser beleuchtet und tiefer gelegt werden, um so auch aus einer kindgerechten Perspektive betrachtet werden zu können. Vorgesehen ist auch ein Raum für Workshops. Denn schon jetzt führt der Geschichtsverein viele Mülheimer Schulklassen durch sein Museum. Hinzukommen sollen auch neue Darstellungsformen. Gedacht ist am Hörstationen und interaktive Videomonitore. Auf diesem Weg sollen auch die Erinnerungen von Zeitzeugen zugänglich gemacht werden, die zwischen 1965 und 1974 mit dem Archäologen Dr. Günther Binding die im 9. Jahrhundert liegenden Ursprünge der Broicher Burg ergraben haben.

Mülheimer Frauen im Fokus des Museumskonzeptes

Auch die Geschichte der ausgestellten Waffen, mit denen im Mülheim um 1600 europäische Geschichte blutig geschrieben wurde, will man mit Hilfe eines Experten für historische Waffen filmtechnisch erklären und ins Bild setzen. Außerdem arbeitet der Gesichtsverein mit Informatikern der Hochschule Ruhr-West und mit Rekonstruktionsfachleuten der Fachhochschule Köln zusammen. Sie sollen für das Historische Museum auf Schloss Broich eine Ausstellungs-App erstellen und mit Hilfe von Rekonstruktionen den historischen Hintergrund der in den 1960er- und 1970er-Jahren ergrabenen Fundstücke besser als bisher zu veranschaulichen.

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Dazu gehören unter anderem Keramikscherben und das Wams des 1659 vom Grafen Moritz von Styrum ermordeten Carl Alexander von Daun-Falkenstein. Inhaltlich soll die Ausstellung mit der Errichtung der Broicher Burg im 9. Jahrhundert beginnen und mit der ersten Ruhrüberbrückung im Jahr 1844 enden. „Wir wollen auch die Geschichte der Frauen auf Schloss Broich stärker als bisher beleuchten“, sind sich Beate Fischer und Ursula Hilberath einig. Ohne die Broicher Landgräfin Maria Luise Albertine von Hessen-Darnstadt und Leiningen-Dagsburg-Falkenburg, die 1780 mit dem Bau der ersten Ruhrschleuse den Fluss schiffbar gemacht hat, hätte es auch keinen Stinnes und keinen Thyssen geben können“, erinnert Ursula Hilberath.

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