Beim Stadtcheck der WAZ Gladbeck haben Menschen aus der Stadt die Chance gehabt, ihre Meinung zu vielen verschiedenen Themengebieten abzugeben. Dabei wurde klar: Etliche Gladbecker erkennen viel Gutes in ihrer Heimat, vor allem wurde aber jede Menge Kritik laut.

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Im Vorfeld der Kommunalwahl hat die Redaktion die im Rat der Stadt vertretenen Parteien gebeten, Fragen zu den zwölf Themengebieten (Kommunalpolitik, Sicherheit, Sauberkeit, Nahverkehr, Parkplätze, Medizinische Versorgung, Kinderfreundlichkeit, Einkaufen, Gastronomie, Freizeit, Gemeinschaft und Integration) zu beantworten. So können sich die Wählerinnen und Wähler in Vorbereitung auf die Kommunalwahl am 14. September schnell einen Überblick über die Positionen der einzelnen Parteien verschaffen. Die WAZ hat die Parteien zudem gebeten, sich in ihren Antworten auf 500 Zeichen zu beschränken – so können die Leser zumindest einen groben, ersten Eindruck gewinnen.

Wie die Parteien die Medizinische Versorgung in Gladbeck bewerten

In den kommenden Tagen und Wochen – bis zur Kommunalwahl – veröffentlicht die Redaktion die weiteren Stücke mit den Antworten der Parteien zu den einzelnen Themengebieten aus dem Stadtcheck. Heute: Medizinische Versorgung.

Die Frage lautete: „Viele Bürgerinnen und Bürger in Gladbeck haben Angst, dass sich die wohnortnahe Versorgung mit Haus- und Fachärzten sowie Apotheken in den nächsten Jahren verschlechtert. Welche Maßnahmen plant Ihre Partei, um dem entgegenzuwirken und die medizinische Versorgung aufrechtzuerhalten?“

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Das sind die Antworten der Parteien beziehungsweise ihrer Bürgermeisterkandidaten:

  • SPD: „Die medizinische Versorgung in Gladbeck ist im Vergleich zu vielen anderen Städten gut. Mit dem Medizincampus in Butendorf, den Angeboten an der Buerschen Straße und in der Innenstadt sowie dem entstehenden Ärztehaus in Zweckel, haben wir wichtige Entscheidungen getroffen: Die Angebote wurden gebündelt und zukunftssicher gemacht. Aber der Generationenwechsel bei der niedergelassenen Ärzteschaft macht uns Sorgen. Hier brauchen wir die Unterstützung der Landesregierung.“
  • CDU: „Diese Sorge können wir sehr gut nachvollziehen. Das Ruhrgebiet ist hier nach wie vor sehr privilegiert. Ärzten und Apothekern können wir versuchen, gute Rahmenbedingungen zu schaffen: gute Erreichbarkeit, ausreichend Parkplätze, ÖPNV-Anbindung, Glasfaser, ggf. Unterstützung bei der Wohnungssuche, ein sauberes, sicheres Umfeld, kurzum eine gute Infrastruktur, auch für die Familie. Unter dem Strich muss es Ziel sein, Menschen, die in der Medizin tätig sein, ein wirkliches Zuhause in Gladbeck zu bieten.“
  • AfD: „Die wohnortnahe medizinische Versorgung darf nicht gefährdet werden. Wir fordern gezielte Ansiedlungsförderung für Ärzte, etwa durch Zuschüsse oder städtisch bereitgestellte Praxisräume. Junge Ärzte sollen für fünf Jahre von kommunalen Abgaben befreit werden. Außerdem setzen wir uns für eine bessere Erreichbarkeit durch ausreichende Parkplatzangebote und eine sinnvolle Anbindung an den ÖPNV ein.“
  • Grüne: „Wir wollen das Barbara-Krankenhaus mit seinen Angeboten in Gladbeck sichern. In den Stadtteilen setzen wir auf Facharztzentren – in Butendorf bereits umgesetzt, in Zweckel geplant. Damit medizinisches Personal gerne nach Gladbeck kommt, brauchen wir eine offene, lebenswerte Stadt. Denn gute Versorgung heißt auch: Fachpersonal gewinnen und halten – mit attraktiven Arbeitsbedingungen und einem herzlichen Miteinander.“
  • FDP: „Der Erhalt der wohnortnahen medizinischen Versorgung macht auch der FDP Sorgen, da viele Praxen Schwierigkeiten haben, Nachfolger zu finden. Deswegen will die FDP den Standort Gladbeck für medizinisches Personal attraktiver machen – z. B. durch gute Kitas und Schulen, ein vielfältiges kulturelles Angebot, digitale Prozesse und ein gutes Lebensumfeld. Das steigert auch die Bindung ans Stadtgebiet.“
  • Linke: „Die medizinische Versorgung ist Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge – sie muss wohnortnah, bezahlbar und für alle erreichbar bleiben. Auch wenn viele Entscheidungen auf Landes- und Bundesebene getroffen werden, kann die Stadt sehr wohl etwas tun. Wir wollen, dass Gesundheit wieder als Gemeingut gedacht wird – nicht als Geschäftsmodell. Dafür machen wir Druck, auch über die Stadtgrenzen hinaus.“
  • ABI: „Gladbeck verliert Hausärzte – wir brauchen einen kommunalen Runden Tisch Medizin, bei dem Kliniken, KVen und Praxisgründer gemeinsam Konzepte entwickeln. Ich werde mich stark machen für städtische Zuschüsse zu Praxisräumen, insbesondere in unterversorgten Stadtteilen. Auch Apotheken brauchen Unterstützung – etwa durch Mietzuschüsse für Teilzeitbetriebe.“
  • BIG: „Eine ärztliche Versorgung, und ebenso die Versorgung mit Apotheken ist bislang ausreichend. In Zweckel wird ein neues Ärztezentrum entstehen. Die BIG stimmte im Ausschuss dafür. Laut Angabe sollen dort Ärzte und Therapiemöglichkeiten entstehen. So wäre in Zweckel, Butendorf und Gladbeck-Ost eine sehr gute Versorgung gegeben. Auf die Stadt verteilt sind Ärzte und Apotheken gut verteilt. Es obliegt natürlich den Ärztinnen und Ärzten und/oder den Apothekerinnen und Apothekern, wo sie sich niederlassen. Vorschläge für solche Standorte können gerne vorgetragen und ausdiskutiert werden.“
  • DKP: „Ansiedlungswilligen Apotheken und Ärzten sollten, wo dies erforderlich ist, von der Stadt günstig Flächen zur Verfügung gestellt werden. Hierfür ist es erforderlich, dass das Immobilien-Beschaffungsmanagement der Stadt ausgebaut wird.“