Die Absichtserklärung von Ineos Phenol, das Werk in Gladbeck Ende 2027 zu schließen, sieht Kathrin Gödecke als einen vielleicht letzten Weckruf an die Politik an. „Unsere Unternehmen brauchen endlich wieder verlässliche und international wettbewerbsfähige Standortbedingungen“, betont die Vorsitzende der Vestischen Gruppe der IHK Nord Westfalen. Auch die Industrie und Handelskammer der Region bezieht nun Stellung zu den Plänen für den Chemiestandort in Gladbeck an der Dechenstraße.
IHK Nord Westfalen zu Ineos Phenol Gladbeck: Die Politik muss jetzt handeln
Energiekosten, aber auch Unternehmenssteuern und Arbeitskosten seien nicht konkurrenzfähig. Die Politik müsse jetzt handeln, „nicht morgen, nicht übermorgen“. Jeden Tag würden Unternehmen Investitionsentscheidungen treffen und „sehen sich gezwungen, sich gegen den Standort Deutschland zu entscheiden“.
Auch interessant
Die Schließung des Ineos Phenol-Werks in Gladbeck, so Gödecke weiter, wäre ein weitreichender Einschnitt für das nördliche Ruhrgebiet, für das die Chemische Industrie überlebenswichtig sei.

Täglich (außer Samstag)
Gladbeck-Newsletter: Jetzt kostenlos anmelden!
Nachrichten, Service, Reportagen: Jeden Tag wissen, was in unserer Stadt los ist.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
[Gladbeck-Newsletter: hier gratis abonnieren | Folgen Sie uns auch auf Facebook und auf Instagram | Hier gibt‘s die aktuellen Gladbeck-Nachrichten einmal am Tag bei WhatsApp | Auf einen Blick: Polizei- und Feuerwehrartikel | Alle Artikel aus Gladbeck]
Eine Schließung würde nicht nur die rund 280 Beschäftigten und ihre Familien treffen, sondern sich auf die gesamte industrielle Wertschöpfungskette in der Region auswirken.
Mit jeder Werksschließung droht die Gefahr eines nicht zu stoppenden Domino-Effekts
Gödecke: „Es gibt zahlreiche Lieferverflechtungen und Abhängigkeiten durch Vorprodukte unter den Firmen. Mit jeder Werksschließung steigt die Gefahr eines nicht zu stoppenden Domino-Effekts.“ Davor warne die IHK Nord Westfalen seit vielen Jahren. „Genauso lange warnen wir, dass sich die Standortbedingungen für die energieintensive Industrie in Deutschland weiterhin massiv verschlechtern“, betont die Vorsitzende außerdem.
- Gladbecks Werbewürfel an der B224 ist ein markanter Eingang zur Stadt
- Adventsglühen der Grubenhelden: Warum ein Bus diesmal eine wichtige Rolle spielt
- Unbekannte zünden immer wieder Böller in Gladbeck: KOD schnappt ersten Jugendlichen
- Großes Insektennest im Baum verunsichert Anwohner in Gladbeck
Die Energiekosten, insbesondere für Strom und Gas, seien hierzulande inzwischen doppelt bis dreimal so hoch wie in den USA. Während Unternehmen in den USA von günstigen Energiepreisen, niedrigeren Unternehmenssteuern und geringeren Arbeitskosten profitierten, würden Betriebe in Deutschland mit einer immer größeren Kostenlast kämpfen. „Das ist ein Standortnachteil, der Arbeitsplätze und Wohlstand akut bedroht!“
Energieintensive Branchen müssen eine Zukunft in Deutschland haben
Die IHK fordere deshalb die Politik nochmals auf, „entschlossen zu handeln, damit die Chemische Industrie und andere energieintensive Branchen eine Zukunft in Deutschland haben“.





