Es war eine Rekordkulisse: 27.500 Zuschauer sahen den 3:1-Sieg des MSV Duisburg gegen Hoffenheim II in der Schauinsland-Reisen-Arena. Zu den Zebra-Fans auf den Rängen gehörten auch tausende Schul- und Kindergartenkinder, für die der MSV Duisburg eine besondere Freikarten-Aktion gestartet hatte. Die insgesamt 5500 Tickets waren heiß begehrt (wir berichteten).

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Doch einzelne „Fans“ witterten anscheinend ein Geschäft: Vor dem Spiel tauchten beim Online-Portal Kleinanzeigen.de Anbieter auf, die die Karten für Kinder verkaufen wollten. Karten wohlgemerkt, die zuvor gratis verteilt worden waren.

MSV Duisburg: Anbieter wollen Freikarten fürs Heimspiel online verkaufen

Als die Redaktion nach den Tickets suchte, waren die zweifelhaften Angebote bereits verschwunden. Doch MSV-Fan Dirk Rödding hat Screenshots geschickt. Darauf zu sehen: die Annonce eines „privaten Nutzers“ aus Meiderich/Beeck, der zwei Tickets in Block 21 für je 20 Euro anbietet. In einer weiteren Anzeige aus Duisburg-Mitte (Block R) soll das Ticket 17 Euro kosten.

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Tatsächlich, so erklärt MSV-Pressesprecher Martin Haltermann auf Nachfrage der Redaktion, habe man die Angebote ebenfalls gesehen. „Es tut weh und ist sehr, sehr schade, wenn solche Aktionen auf diese Weise torpediert werden.“ Den Kindern werde das Erlebnis im Stadion kaputtgemacht.

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Verhindern könnte man solche Machenschaften aber nicht. „Wir können nur an den gesunden Menschenverstand appellieren“, meint Haltermann.

MSV Duisburg appellierte an die Fairness

Lange Schlangen bildeten sich vor dem Zebra-Shop an der MSV-Arena. Der Ansturm auf die Freikarten für Schul- und Kitakinder, die der MSV Duisburg zum Spiel gegen Hoffenheim vergab, war riesig.
Lange Schlangen bildeten sich vor dem Zebra-Shop an der MSV-Arena. Der Ansturm auf die Freikarten für Schul- und Kitakinder, die der MSV Duisburg zum Spiel gegen Hoffenheim vergab, war riesig.© privat | privat

Genau das hatte MSV-Marketingchef Christian Koke vergangene Woche getan, als er die Eltern, die sich für Tickets in die Warteschlange am MSV-Shop gestellt hatten, um Fairness bat. „Wir wollen Kinder ins Stadion bringen“, erinnerte Koke an den Sinn der Aktion, die durch die Unterstützung der aktiven Fanszene, Fanclubs, Partner, Sponsoren und Gönner zustande gekommen war.

Die Botschaft kam offenbar nicht bei allen an. Denn während die einen ihre Tickets im Internet anboten, ließen die anderen sie offenbar einfach verfallen, anstatt sie weiterzugeben. „Da waren richtig viele Löcher auf der Süd. Das ist einfach bitter“, findet Dirk Rödding – zumal er selbst Kinder kennt, die heiß aufs Spiel waren, aber leer ausgingen.

Über die Hinterhältigkeit mancher „Fans“ ärgert sich der Speditionskaufmann deshalb umso mehr. Dem Verein macht er aber ausdrücklich keinen Vorwurf. Einen Vorschlag hat der Duisburger aber: „Vielleicht könnte man beim nächsten Mal dafür sorgen, dass die Schulsekretariate die konkreten Bedarfe zurückmelden. Oder vielleicht kann man für jede Schule die maximale Anzahl an Tickets festlegen.“

Der MSV zieht insgesamt eine positive Bilanz der Freikarten-Aktion. Natürlich könne man nicht abschätzen, wer wiederkomme. „Aber das war wirklich ein tolles Bild, das wir in der Arena gezeigt haben“, freut sich Sprecher Martin Haltermann.