Die Duisburgerinnen und Duisburger sagen eindeutig „Ja“ zu olympischen und paralympischen Spielen in ihrer Stadt. Beim Ratsbürgerentscheid hat sich eine große Mehrheit dafür ausgesprochen, dass sich die Stadt Duisburg an der Bewerbung „KölnRheinRuhr“ für die Austragung der Olympiade und der Paralympics 2036, 2040 oder 2044 beteiligt. Wie die Auszählung am Sonntagabend ergeben hat, stimmten 72,95 Prozent der Teilnehmenden mit „Ja“.

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Olympia-Bürgerentscheid: 71.467 Duisburger sagen „Ja“ zur Olympia-Bewerbung

Das Ergebnis ist gültig und für den Rat der Stadt bindend, weil das Quorum bei Weitem übertroffen wurde. Die Mehrheit musste mindestens zehn Prozent der Stimmberechtigten umfassen, bei den final 350.626 Abstimmungsberechtigten in Duisburg entspricht dies 35.063 Stimmen. Auf den Stimmzetteln kreuzten in Duisburg laut vorläufigem Endergebnis sogar 71.467 Duisburger „Ja“ an (72,95 %). Mit „Nein“ votierten 26.504 der Berechtigten (27,05 %). 630 Stimmen waren ungültig (0,64 %). Insgesamt beteiligten sich 98.601 Duisburger an der Abstimmung.

In München stimmten beim Bürgerentscheid im Oktober des Vorjahres 66,4 Prozent der Einwohner für die Spiele in ihrer Stadt. „Wir haben den Ehrgeiz, dieses Ergebnis zu übertreffen“, hatte in Duisburg zuletzt Peter Serfort gesagt, der Geschäftsführer des Duisburger Stadtsportbundes. Seine Hoffnung erfüllte sich also.

Die Ja/Nein-Frage beim Bürgerentscheid

„Sind Sie dafür, dass sich die Stadt Duisburg an der gemeinsamen Bewerbung der Region Rhein/Ruhr um die Olympischen und Paralympischen Spiele im Jahr 2036, im Jahr 2040 oder im Jahr 2044 beteiligt?“

28,12 Prozent Beteiligung in Duisburg

Die wenigsten Olympia-Befürworter in Duisburg gab es in den linksrheinischen Kommunalwahlbezirken Bergheim-Nord (69,11 %), Alt-Homberg-Süd/Hochheide-Süd (69,62 %) und Baerl/Alt-Homberg-Nord/Hochheide-Nord (69,71 %). Der höchste Anteil von „Ja“-Stimmen (80,78 %) wurde in dem Kommunalwahlbezirk mit der niedrigsten Wahlbeteiligung festgestellt: in Maxloh (5,35 %).

Die Abstimmungsbeteiligung war in Duisburg insgesamt mit 28,12 Prozent höher als von einigen Beobachtern (wegen der traditionell vielen Nichtwähler) befürchtet. Zum Vergleich: Bei den Kommunalwahlen lag die Wahlbeteiligung im September 2025 bei 48,36 Prozent, bei der Bundestagswahl wenige Monate zuvor bei 76,52 Prozent.

Beim Olympia-Entscheid zeigte sich wie bei Wahlen das bekannte Nord-Süd-Gefälle. In den Bezirken Hamborn (17,83 %) und Meiderich/Beeck (18,56 %) war das Interesse am Bürgerentscheid am niedrigsten, in den Bezirken Süd (40,04 %) und Rheinhausen (31,72 %) am höchsten. Die anteilig größte Beteiligung gab es im Kommunalwahlbezirk Buchholz (44,89 %), wo 76,24 Prozent für Olympia stimmten.

Herten verpasst Quorum

Die Duisburger Beteiligungsquote dürfte etwas niedriger als im NRW-Schnitt liegen. Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) sprach am Sonntagabend von einer geschätzten vorläufigen Wahlbeteiligung von 32 Prozent in den 17 Kommunen, in Köln als „Leading City“ der Bewerbung seien es sogar 40,5 Prozent. Die beteiligten Kommunen meldeten am Sonntagabend Zustimmungsraten zwischen 60 und 75 Prozent pro Olympia-Bewerbung. In Herten allerdings wurde das Quorum verfehlt: Lediglich 12,55 Prozent der Abstimmungsberechtigten stimmten mit „Ja“, erforderlich gewesen wären 15 Prozent. 

Das Gesamtergebnis für die Abstimmungen in NRW wird am späten Sonntagabend bei einer zentralen Veranstaltung mit Ministerpräsident Wüst in Köln bekannt gegeben.

OB Sören Link: „Ein klares Ja zur Bewerbung für Olympia“

Oberbürgermeister Sören Link gab am Sonntagabend noch keine offizielle Stellungnahme zum Duisburger Ergebnis ab. Er postete bei Facebook mit ein paar Smileys: „Ein klares Ja zur Bewerbung für Olympia an Rhein und Ruhr. Danke #duisburg“.

Sein Stellvertreter und für die Organisation des Bürgerentscheids verantwortlicher Stadtdirektor Martin Murrack bilanzierte via Facebook: „Um 19:21 Uhr waren wir fertig mit dem Auszählen. Eine Top-Leistung aller Helferinnen und Helfer und von meinem Wahlteam! Danke an alle Beteiligten! Und das Ergebnis kann sich auch sehen lassen: 72,95 % sind in Duisburg dafür! Ein klares Votum pro Olympia!“

Die Stadtverwaltung teilte mit: „Für Duisburg bedeutet das Ja zur Bewerbung, die Planungen weiter zu vertiefen, offene Fragen zu klären und die eigene Rolle im Gesamtkonzept weiter auszuarbeiten.“

Die Regattabahn wurde seit 2023 für 30 Millionen Euro modernisiert, 12 Millionen flossen in den Umbau und die Modernisierung des Regattahauses und der Tribüne an der Regattastrecke.
Die Regattabahn wurde seit 2023 für 30 Millionen Euro modernisiert, 12 Millionen flossen in den Umbau und die Modernisierung des Regattahauses und der Tribüne an der Regattastrecke.© FUNKE Foto Services | Hans Blossey

KölnRheinRuhr, Hamburg, Berlin oder München? So geht es weiter

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) will voraussichtlich am 26. September entscheiden, welche deutsche Stadt sich für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) bewerben darf. Das wollen neben „KölnRheinRuhr“ auch Berlin, München und Hamburg.

In die Bewertungsmatrix des DOSB fließen auch die Ergebnisse der Bürgerentscheide ein. Es kommt darauf an, wie hoch der jeweilige Anteil der Befürworter ist. Für „KölnRheinRuhr“ zählt das Gesamtergebnis. Jede in NRW abgegebene Stimme ist gleich viel wert. Es werden die in allen 17 Kommunen abgegebenen Ja-Stimmen addiert und durch die Gesamtsumme aller abgegebenen gültigen Stimmen geteilt. „Die daraus resultierende Prozentzahl fließt in die Bewertung der Matrix ein“, erklärt der DOSB.

In Hamburg endet das Olympia-Referendum am 31. Mai, Berlin verzichtet auf ein Referendum und lässt das Abgeordnetenhaus abstimmen. Auch die internationale Konkurrenz wird groß sein: Um die Spiele 2036 bewerben sich zum Beispiel Katar und Indien. Für 2040 könnten Budapest, Madrid, London oder Kapstadt ins Rennen gehen.

Wettbewerbe im Stadion und auf der Regattabahn

Im Bewerbungskonzept der Region Rhein-Ruhr ist Duisburg für mehrere Disziplinen als Austragungsort vorgesehen. Für die Wettbewerbe im olympischen Rudern, im olympischen Kanu sowie im Para-Rudern und Para-Kanu ist die Regattabahn eingeplant. In der Schauinsland-Reisen-Arena soll das olympische und paralympische Sportklettern in den Disziplinen Bouldern, Lead und Speed ausgetragen werden.

Olympioniken und Olympionikinnen aus Duisburg

Laut Olympmedia-Datenbank haben schon mehr als 60 gebürtige Duisburgerinnen und Duisburger an Olympischen Spielen teilgenommen, darunter zahlreiche Medaillengewinner. Einige gehörten den Wasserball-Teams der Spiele 1956 (Melbourne, Bronze) und 1984 (Los Angeles, Bronze) an.

Hotelier Rolf Milser („Landhaus Milser“) war als Gewichtheber ab 1968 (Mexiko-Stadt) bei vier Olympischen Spielen und gewann 1984 in LA Gold. Den Olympiasieg errang auch die bekannte, 2024 verstorbene Unternehmerin Gabriela Grillo: Sie gewann 1976 in Montreal mit der Mannschaft im Dressurreiten.

Hockeyspieler Carsten Fischer gewann 1984 Silber, in Barcelona 1992 Gold. Auch Ruderer Armin Eichholz wurde Olympiasieger, mit dem Deutschland-Achter 1988 in Seoul. Noch nicht lange her ist der Erfolg von Ruderer Laurits Follert: Der in Rumeln aufgewachsene Sportler gewann 2021 in Tokio mit dem Achter Silber.