Es ist eine irre Aktion: Unter dem Motto „MSVereint“ hat der MSV Duisburg 5500 Freikarten an Schul- und Kindergartenkinder verschenkt. Beim nächsten Heimspiel gegen Hoffenheim II werden die Kids und ihre Begleitpersonen die Südtribüne der Schauinsland-Reisen-Arena vollmachen. Für manchen ist es der erste Stadionbesuch überhaupt – ein echtes Happening, auf das sich viele Nachwuchs-Fans von Herzen freuen. Enttäuschte Gesichter gab es am Ende trotzdem.

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Denn der Ansturm auf die Gratis-Tickets war riesig: Innerhalb kürzester Zeit waren die ersten 3200 Karten vergeben. Der MSV reagierte schnell und schob noch einmal 2300 Eintrittskarten nach.

MSV Duisburg: Freikarten-Aktion löst Ansturm aus

MSV-Marketingchef Christian Koke erschien am frühen Donnerstagmorgen höchstpersönlich am Zebra-Shop, um offene Fragen zu klären.
MSV-Marketingchef Christian Koke erschien am frühen Donnerstagmorgen höchstpersönlich am Zebra-Shop, um offene Fragen zu klären.© privat | privat

Um eines der begehrten Tickets aus der „zweiten Rutsche“ zu bekommen, stellten sich zahlreiche Eltern am frühen Donnerstagmorgen vor dem Zebra-Shop an. Die Schlange, die sich an der Arena bildete, erinnerte an die, die es zuletzt zum Verkaufsstart der Karten für das Auswärtsspiel in Aachen gegeben hatte (wir berichteten).

„Ich war um 8.30 Uhr da und habe eine Bekannte abgelöst, die schon um kurz vor acht dort stand“, erzählt eine Mutter. Sie gehörte zu den Glücklichen, die für ihre Schulklasse Karten bekommen hatte. Andere hingegen gingen leer aus.

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Auch eine Mutter aus Großenbaum war umsonst gekommen. „Man könnte sagen, wir haben uns zu spät angestellt. Oder es gab zu wenig Karten“, überlegt die Duisburgerin, schiebt dann aber schnell nach: „Aber es gab ja nicht zu wenig Karten. Wir haben einfach Pech gehabt.“

MSV-Marketingchef Christian Koke beantwortete Fragen

Richtig voll soll die MSV-Arena auch beim Heimspiel gegen Hoffenheim werden (hier ein Archivbild aus 2024).
Richtig voll soll die MSV-Arena auch beim Heimspiel gegen Hoffenheim werden (hier ein Archivbild aus 2024).© FUNKE Foto Services | Hans Blossey

Um vor Ort für Verständnis zu sorgen, war MSV-Marketingchef Christian Koke höchstpersönlich an der Arena aufgelaufen und hatte nicht nur Fragen der Eltern beantwortet, sondern auch mit Gerüchten aufgeräumt. In vielen Schul-WhatsApp-Gruppen hatte sich nämlich zuvor die (falsche) Information verbreitet, dass manche Schulen gleich mehrere hundert Freikarten geordert hätten und andere deswegen benachteiligt seien.

Das stimme so nicht, betonte Koke. „Wir wissen von jedem einzelnen Ticket, wo es hingegangen ist, und es sind nicht 1000 Tickets an eine Schule gegangen, alles Quatsch, es ist ordentlich und fair verteilt gewesen.“

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Nicht alle Eltern ließen sich davon beruhigen. „Da waren einige wirklich enttäuscht. Ein Mann wurde richtig frech“, berichtet eine Mutter gegenüber der Redaktion. Sie selbst sieht die Sache lockerer: „Ich hoffe, dass sich das für den MSV gelohnt hat und sie vielleicht nochmal so eine Aktion starten, wäre toll.“

„Dolle Dynamik“ – der Wedau-Wahnsinn geht weiter

Tatsächlich, so gibt MSV-Sprecher Niklas Ehrmuth auf Nachfrage dieser Redaktion zu, habe man zwar damit gerechnet, dass die Aktion erfolgreich werde, mit „solch einer dollen Dynamik“ aber nicht. Für die Zukunft verspricht der MSV: „Das war nicht die letzte Aktion dieser Art, um gemeinsam mit euch aus kleinen Zebras ganz viele große zu machen.“ Insgesamt seien 77 Kitas und Schulen aus der Stadt am Samstag mit dabei. Zum Heimspiel gegen Hoffenheim werden damit mindestens 27.000 Zuschauer erwartet.

Möglich gemacht wurde die Freikarten-Aktion durch die Unterstützung der aktiven Fan-Szene, Fanclubs, Partner, Sponsoren und Gönner. Das Geld für die Gratis-Tickets kam unter anderem durch Aktionen wie „Mit Anlauf in die Zukunft“ von der Fan-Initiative „Laufen für den MSV“ oder das „Wahnsinn von der Wedau“-Shirt zusammen.