Es ist ein Ort, den kaum einer kennt. Zum Glück. Denn wer hier landet, hat sich gründlich danebenbenommen: Im Stadionknast, der sich – etwas versteckt – in den Katakomben der MSV-Arena befindet (ungefähr gegenüber der Dreieckswiese), werden echte Radaubrüder verwahrt.
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Friedliche Fußballfans trifft man hier selten. Dafür umso mehr Polizisten, zumindest bei MSV-Heimspielen. Denn immer, wenn die Zebras zu Hause auflaufen, schieben Einsatzkräfte der Polizei Duisburg in der sogenannten Stadionwache Dienst. Ihre Aufgabe ist es, Randalierer oder aggressive Personen festzuhalten, bis diese (möglichst zeitnah) aufs Präsidium gebracht werden können.
In den Katakomben der MSV-Arena befinden sich zwei Gefängniszellen

„In Gewahrsam nehmen“ heißt das im Behördendeutsch, und genau zu diesem Zweck gibt es in der Stadionwache zwei echte Gefängniszellen. Hinter den dicken Metalltüren können gleich mehrere Personen weggesperrt werden. In den allermeisten Fällen sind das Männer. „Erfahrungsgemäß fallen Frauen bei Fußballspielen deutlich seltener durch strafbare Handlungen auf als Männer“, erklärt Polizeisprecherin Julia Schindler.
Ob männlich oder weiblich – bequem haben es Randalemacher im Stadionknast nicht gerade. In beiden Zellen zieht sich je eine Bank an den Wänden entlang. Immerhin: Die Sitzflächen der Bänke sind aus Holz. Ansonsten überall nur Kacheln, leicht abwaschbar. Auch der Boden ist gefliest, in der Mitte ein Abfluss. Falls sauber gemacht werden muss, geht das auf jeden Fall schnell und gründlich.
Zwei Vernehmungsräume, die an Büros erinnern

Dazu kommen zwei Vernehmungsräume, die an Büros erinnern. Draußen, neben dem Eingang, hängen quadratische Türschilder, auf denen das MSV-Zebra zu sehen ist, darunter in kleiner blauer Schrift „Polizeiwache, Vernehmung“. In den Räumen kann die Polizei Fans befragen, die aggressiv geworden sind, sich Anweisungen widersetzt oder andere Verstöße wie Körperverletzungen etc. begangen haben.

Dabei gibt es nicht „die“ Straftat oder „die“ Verhaltensweise, die automatisch dazu führt, dass eine Person auf die Stadionwache muss. „Ob jemand in Gewahrsam genommen wird, hängt immer von der konkreten Situation und vom Einzelfall ab“, erläutert Julia Schindler. Nicht bei jedem Spiel würden Personen auf die Wache gebracht.
Welche Fans müssen am häufigsten mit auf die Wache?

Aber woher kommen die „Fans“, die häufiger als andere hinter Gitter kommen? Aus Essen, Oberhausen oder vielleicht Ostdeutschland – oder sind das nur Klischees? Konkret kann Julia Schindler dazu nichts sagen. „Wir haben keine Statistik, welche Fans am häufigsten in Gewahrsam genommen werden.“
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Tatsächlich können auch Heimfans zum Problem werden: Auch sie müssen, wenn nötig, kurzfristig in die Katakomben. Um Eskalationen zu vermeiden, sitzen sie allerdings nicht in denselben Zellen wie die Auswärtsfans.

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Wer jetzt neugierig geworden ist: Schon bald soll es regelmäßige Arena-Führungen geben, bei denen auch die Stadionwache auf dem Programm steht. Christopher Mainka, Geschäftsführer der Duisburger Stadionmanagement GmbH (DSM), verspricht: „Ab dem zweiten Halbjahr sollen die Arena-Touren seitens der DSM ausgebaut werden und leichter zu buchen sein.“ Bis es soweit ist, bleibt der Stadionknast ein Ort, den kaum ein Fußballfan kennt. Jedenfalls kein friedlicher.
Eine Stadionwache gab es schon im Wedaustadion
Was viele überrascht: So ein Stadionknast ist nichts Exotisches. In fast allen größeren deutschen Arenen gehören Zellen und Vernehmungsräume zur Standardausstattung.
Auch im früheren Wedaustadion existierte bereits eine Stadionwache. Wie viele Polizisten in der Wache der MSV-Arena eingesetzt sind, ist von Spiel zu Spiel unterschiedlich. „Bei einem Hochrisikospiel sind immer mehr Beamte im Bereich des Stadions im Einsatz“, sagt Polizeisprecherin Julia Schindler. Eine genaue Zahl der Einsatzkräfte bei Heimspielen des MSV Duisburg werde aber „grundsätzlich nicht kommuniziert“.








