Wenn es still wird im Stadion. Totenstill. Die letzte Zeile der MSV-Hymne war gesungen. Die Spieler des Fußball-Drittligisten aus Duisburg und des 1. FC Saarbrücken versammelten sich am Mittelkreis, legten sich die Arme auf die Schultern. Die knapp 18.600 Zuschauer in der Schauinsland-Reisen-Arena standen zusammen und schwiegen. Kein Ton war zu hören. Es galt, Ehre zu erweisen. Eine letzte Ehre. Der Meidericher Spielverein gedachte am Sonntag Georg Koch. Der ehemalige MSV-Torwart (2004 bis 2007) war am Mittwoch im Alter von 54 Jahren nach langer Krankheit verstorben.
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Noch einmal wollte der MSV lebendig werden lassen, was der kantige Kerl für die Zebras als Führungsspieler geleistet hatte. Stadionsprecher Stefan Leiwen sagte: „Unvergessen ist deine Zeit in Zebrastreifen.“ Zu getragener Musik waren auf der Videowand Szenen-Bilder eines Torhüters zu sehen, von dem man im besten Sinne sagen kann: Er war ein Typ. Leiwen erinnerte daran, wie Koch beim Aufstiegsspiel im Mai 2005 in Frankfurt einen Elfmeter hielt und den 1:0-Sieg sicherte. Damals wurde die Nacht zum Feiertag für die Zebra-Familie. Der MSV kehrte dank und mit Georg Koch zurück in die Bundesliga.

Leiwen wollte aber eine weitere Szene ins kollektive Gedächtnis der Meidericher einbrennen. Im November 2024 kehrte Georg Koch ein letztes Mal in sein Stadion zurück. Da war er von seiner Krebskrankheit bereits gezeichnet. Beim 3:1-Heimsieg über Borussia Mönchengladbach II ließ er es sich aber nicht nehmen, noch einmal in die Kurve zu gehen. Er wollte die Fans für ihre Treue trotz des Absturzes in die Regionalliga feiern. Als am Sonntag kurz vor 16.30 Uhr alles gesagt war, feierten die Fans noch einmal Georg Koch. Beifall hallte durchs Stadion. Laut und lange. Als Gruß an einen Großen im Trikot des MSV. „Ruhe in Frieden, Georg Koch“ war auf einem Banner in der Fankurve zu lesen. Man darf sich fragen: Wie soll das gehen, bei einem so emotionalen Spieler? Ruhe war nie sein Ding.
Die Mannschaft bestritt die Partie mit Trauerflor. Als sichtbares Zeichen des Gedenkens über diese Minute hinaus. Und sie erfüllte ihrem Trainer Didi Hirsch, der ebenso wie Torwart Sven Beuckert mit Koch zusammen in einem Team gespielt hatte, einen Wunsch. Hirsch hatte versprochen, einen Sieg über Saarbrücken seinem ehemaligen Mannschaftskameraden zu widmen. Der MSV gewann mit 4:2. Nach einem 1:2-Rückstand.

Hirsch sagte, was viele dachten: „Das war das Spiel, das er da oben hätte sehen wollen. Mit all den Emotionalitäten und der Leidenschaft.“ Hirsch berichtete, dass Kapitän Ali Hahn vor dem Spiel gesagt habe: Man wolle für Koch und für den Trainer spielen. Das taten sie dann auch. Bei aller Trauer konnte der Coach den Fußballnachmittag mit dem Satz abschließen: „Aus diesem Grund bin ich heute sehr, sehr glücklich.“



