„Wenn ich nachts schlafen geh, träum ich von den Zebras im Europacup. London, Bukarest und Wien, mit Duisburg durch Europa zieh‘n“ schallt es jede Woche durch die Stadien der Republik. Überall dort, wo der Fußball-Drittligist MSV Duisburg seine Spiele absolviert. Der Europapokal ist für die Zebras aktuell in weiter Ferne. Das hindert aber Max Winkel, Luca Sankowski und Thomas Biehl-Wisniewski nicht daran, diesen Traum auf eine andere Art und Weise zu leben und dabei noch Gutes zu tun.
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Am 20. Juni starten die drei mit ihren Fahrrädern von der Schauinsland-Reisen-Arena in Richtung London, Bukarest und Wien. Nicht nur aus Liebe und Spaß an ihren Drahteseln, sondern mit ihrem Projekt „Ride4zebrakids“ wollen die drei Duisburger mit jedem gefahrenen Kilometer Spenden für die „Zebrakids“ sammeln.
2800 Kilometer für den guten Zweck: Drei Freunde planen Fahrradtour
Insgesamt werden die drei rund 2800 Kilometer zurücklegen. Doch wie kommt man überhaupt auf so eine Idee? „Die ganze Aktion wurde aus einer Dreißiger-Midlife-Crisis geboren“, erzählt Thomas Biehl-Wisniewski lachend. „Man sitzt abends auf der Couch und hat dann das Bedürfnis, mal etwas Gutes zu tun.“ Es dauerte nicht lange, bis der 34-Jährige seinen guten Freund Luca Sankowski in die Pläne einweihte. Die beiden kennen sich über die Arbeit und fuhren auch schon kleine Touren durch die Niederlande.
Es wird ordentlich in die Beine gehen, aber auch in den Kopf.
Thomas Biehl-Wisniewski, MSV-Fan
„Ich habe das zunächst für eine wahnsinnige Idee gehalten“, sagt der gelernte Gesundheits- und Krankenpfleger. Aber Luca war direkt dabei. Und noch besser: Der 32-Jährige holte auf einer Party Max Winkel mit ins Boot. Der 31-Jährige ist ein erfahrener Triathlet. Die Routen haben sich die drei vorher untereinander aufgeteilt. Eine gemeinsame Fahrt wäre nicht möglich gewesen – aus Urlaubs- und Kraftgründen.

Luca Sankowski fährt von Duisburg bis in die österreichische Hauptstadt. Das genaue Ziel: das Allianz-Stadion, Heimstätte von Rapid Wien. „Wenn es klappt, wollen wir in Wien eine Staffelstabübergabe machen“, sagt Max Winkel, der von dort die restliche Strecke bis zur Arena Națională in Bukarest fährt. Thomas Biehl-Wisniewski übernimmt die ganze, aber kürzere Strecke von der MSV-Arena nach London. Endstation ist bei ihm das Emirates Stadium, wo der FC Arsenal beheimatet ist.
Herausforderung Ausdauersport: Intensives Training und gezielte Ernährung
Ende November entstand die Idee, jetzt, rund drei Monate später, sind die drei schon ordentlich im Trainingsstress. „Das Training nehmen wir alle ernst, weil wir wissen, das wird eine ordentliche Herausforderung“, sagt Thomas. „Es wird ordentlich in die Beine gehen, aber auch in den Kopf.“ Denn nun gibt es kein Zurück. Der 34-Jährige schwingt sich regelmäßig im Fitnessstudio aufs Rad, aber geht nach Feierabend auch gerne mal eine Runde joggen. Aber auch das Trainieren der Rumpfmuskulatur sei essenziell, weil die letzte längere Tour mit extremen Rückenschmerzen zu Ende ging.
Luca trainiert rund dreimal in der Woche, plant auch am Wochenende längere Fahrten, je näher das Event rückt. Und auch auf die Ernährung muss man sich rechtzeitig einstellen. „Man wird unfassbar viel Zucker und Kohlenhydrate zu sich nehmen“, meint er. Wenn man das vorher nicht übt, könnte der Magen empfindlich darauf reagieren. Max schätzt als Triathlet die Abwechslung in seinem Trainingsprogramm, denn nur Laufen und Fahrradfahren wäre ihm irgendwann zu langweilig. „Und letztendlich unterstützt und trainiert ja alles die Ausdauer“, sagt er.
Wachsende Unterstützung: Spendenbereitschaft übertrifft Erwartungen
Doch bevor die Tour richtig losgeht, gibt es noch viel Organisatorisches zu erledigen. Aktuell gibt es bereits rund 25 Unterstützer und mehr als 6000 Euro wurden an Spenden eingesammelt. „Irgendwann dreht sich die Geschichte um“, sagt Thomas. „Die Leute kommen auf dich zu und fragen, wie man helfen kann. Das ist cool, so eine tolle Resonanz zu bekommen.“ Eine konkrete Zielsumme haben sie nicht, weil man schwer abschätzen konnte, wie die Aktion angenommen wird. Mit dem Zwischenergebnis sind sie mehr als zufrieden.
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„Von der ersten Idee von drei Leuten über die ersten Spenden bis hin zum seriösen Aufbau des Ganzen – diese Entwicklung ist sehr interessant und auch gar nicht so einfach, das ist viel Planung“, meint Luca. „Es wird noch einmal größer werden, je näher der Start der Tour kommt.“ Zwei Sachen sind den drei Organisatoren ganz besonders wichtig. „Wir wollen uns da nicht selbst daran bereichern“, sagt Max. Über kleine Zuwendungen freut man sich, aber die grundsätzlichen Dinge möchte man selbst finanzieren, wie die Reisekosten, Unterkünfte oder die Fahrräder. „Da soll jetzt nichts Materielles für uns übrigbleiben, weil das gegen unsere Grundidee verstoßen würde.“
Denn es gilt der volle Fokus auf die eigentlichen Stars. „Wir wollen vor allem darauf aufmerksam machen, was die ‚Zebrakids‘ für eine überragende und ehrbare Arbeit machen“, sagt Max. Doch auch überregional hofft man, das Image der ganzen Stadt ein wenig verbessern zu können. „Dass die Leute sagen: ‚Schau mal, da kommt etwas Geiles aus Duisburg‘“, sagt Thomas begeistert. „Das wäre sehr schön.“
Ride4zebrakids ist auch online und auf Instagram aktiv. Interessierte können sich per Mail direkt an Ride4kids@outlook.de wenden. Jeder Spender erhält nach der Tour einen Nachweis über die zurückgelegten Kilometer.




