Wenn das keine gute Nachricht ist: Das Seeadler-Pärchen, das im vergangenen Jahr mit seinen drei Jungen für eine Sensation gesorgt hat, brütet wieder. Ausgerechnet am Freitag, den 13. Februar, hat das Weibchen das erste Ei in den Adlerhorst in der Walsumer Rheinaue gelegt.
Duisburgs Seeadler haben mit dem Brüten begonnen
Woher man das so genau weiß? Duisburgs Vogelschützer beobachten das Paar schon eine geraume Zeit. Als es damit beschäftigt war, das Nest zu vergrößern, war allen klar: Die beiden Seeadler sind jetzt wirklich in Duisburg zu Hause. Hätten sie sich durch irgendetwas massiv gestört gefühlt, wären die sensiblen Tiere umgezogen. Doch selbst der Besucherandrang 2025 konnte sie nicht aus der Ruhe bringen.
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„Die Leute waren auch wirklich toll. Sie haben sich vorbildlich verhalten“, lobt Michael Kladny, Greifvogelexperte beim BUND. Erst hatte man die aufsehenerregenden Neubürger geheim gehalten – aus Sorge, die Eltern könnten ihre Kleinen im Stich lassen, wenn zu viel Rummel am Nest ist. Erst als die drei Geschwister groß genug waren, hatte man die Sensation öffentlich gemacht.
Adler sind aber auch schlaue Tiere. Sie haben das Nest so gebaut, dass man nicht einfach so hinlaufen kann. Die Greifvögel lassen sich am liebsten in schwer zugänglichen, nassen Gebieten nieder. Vogelbegeisterte haben in der Rheinaue trotzdem von einem Weg aus einen tollen Blick auf den Adlerhorst – aus für die Tiere sicherer Entfernung.
Erst vergrößern die Seeadler ihr Nest, dann legen sie Eier
Erst also das Zuhause vergrößern, dann die Eier legen. So gehört es sich bei Adlers. „Sobald wir bemerken, dass einer von beiden immer im Nest ist, wissen wir, dass es Eier gibt“, sagt Kladny. Mehr noch: Das Männchen hat seiner Frau am Sonntag schon zweimal was zu futtern gebracht. Einmal einen Fisch, einmal eine Ente.

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Da Seeadler etwa eine Woche brauchen, um alle Eier zu legen und dann rund fünf Wochen brüten, ist Ende März mit dem flauschigen Nachwuchs zu rechnen. Da das Nest tief ist, wird es etwas dauern, bis die Köpfchen der Babys zu sehen sind.

Auch die ersten Störche kommen schon zurück
Sorgen machen sich die Vogelschützer in diesem Jahr vor allem um die Störche. Man weiß, dass viele der Vogelgrippe zum Opfer gefallen sind. Im vergangenen Jahr haben elf Paare in der Rheinaue gebrütet. Ob die Tiere alle noch leben und nach Duisburg zurückkehren? Aktuell trudeln die ersten Paare wieder ein.
Michael Kladny hat bisher zwei Paare und zwei einzelne Männchen gesichtet. Vier Nester sind also schon besetzt. Er rechnet aber täglich mit neuen Rückkehrern. Schmerzlich vermisst wird noch ein Storch, den alle Württemberger nennen, weil er dort beringt wurde. Das Tier brütet mit seinem Weibchen jedes Jahr im Nest am Bauernhof mitten in der Rheinaue.
„Er hat fast alle Jahre in Duisburg überwintert. In diesem Winter ist er aber auch weggezogen“, erzählt Kladny. Normalerweise ist dieser Storch der erste, der zurückkommt. Die Vogelschützer hoffen, dass er nicht unter den vielen Opfern der Vogelgrippe in Spanien ist.
Seeadler war fast ausgerottet
Der Seeadler ist nicht nur das deutsche Wappentier, sondern mit einer Flügelspannweite von bis zu 2,50 Metern auch der größte Greifvogel Europas.
Ihre Horste bauen die imposanten Tiere bevorzugt in die Kronen alter Bäume in ungestörten Wäldern. Sie nutzen die riesigen Nester oft über Jahrzehnte. Pro Jahr brüten die Paare ein bis drei Eier aus.
Um 1900 galten Seeadler als fast vollständig ausgerottet. Laut WWF leben heute in Deutschland wieder um die 970 Paare.





