Jetzt haben die Störche die Vogelschützer in der Walsumer Rheinaue aber ganz schön ausgetrickst. Haben die gerade noch vermutet, dass der tierische Nachwuchs noch ein, zwei Wochen auf sich warten lassen wird, recken schon einen Tag später die ersten Storchenbabys ihre Köpfchen aus dem Nest. Entdeckt hat sie unser Leser Michael Rösgen am Freitag bei seiner Morgen-Runde im Naturschutzgebiet.

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Damit sind die ersten Jungen exakt zur selben Zeit geschlüpft wie im letzten Jahr. In nächster Zeit dürften noch einige flauschige Köpfchen mehr zu sehen sein. Insgesamt brüten in dieser Saison elf Storchenpaare in dem Gebiet. Dieses Jahr herrscht also ein nie dagewesener Flauschalarm in der Rheinaue: Gerade erst ist bekannt geworden, dass ein Seeadler-Paar drei Küken ausgebrütet hat. Das ist eine echte Sensation: In ganz NRW gibt es gerade einmal drei Paare dieser imposanten Tiere, ein viertes wird vermutet.

Die Rheinaue ist ein attraktives Gebiet für die Störche, Seeadler und natürlich auch viele kleinere Vogelarten, denn es gibt Futter im Überfluss: Mäuse, Molche, Fische, Insekten und Würmer zum Beispiel. Seeadler gönnen sich auch schon mal ausgewachsene Hasen, die sie auf dem Thyssenkrupp-Gelände jagen.
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Michael Kladny, Ornithologe vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), und seine Mitstreiter sind glücklich angesichts so vieler Vogelbabys und der Ansiedlung des größten Greifvogels Europas: „Das alles hätten wir am Anfang unserer Arbeit nicht für möglich gehalten. 2010 ist das allererste Storchenpaar gekommen und wir haben uns schon gefreut. Und jetzt sind es elf.“ Die erste erfolgreiche Brut gelang 2013. Damals flogen drei junge Störche aus dem elterlichen Nest aus.
Um die Tiere bei der Ansiedlung zu unterstützen, haben die Vogelschützer erst im letzten Jahr sechs neue Nistplätze gebaut. Kladny schließt im Gespräch mit unserer Zeitung nicht aus, dass es noch mehr Störche in Duisburg werden können. Ältere Paare haben zwar grundsätzlich ein Problem damit, dass immer mehr Störche zuziehen, und versuchen, die Jungspunde zu vertreiben. Die Neuzugänge sind deutlich gelassener. „Die rücken auch zusammen, wenn es voller wird. Und die älteren Störche haben inzwischen aufgegeben. Es kommen einfach viel zu viele neue.“





