Am Innenhafen wurde laut WDR die erste europäische Gottesanbeterin in Duisburg entdeckt – und das direkt vor dem Studio des Rundfunks. Die neue Bewohnerin der Rhein-Ruhr-Stadt fällt auf: Sie wird bis zu acht Zentimeter groß, ist hellgrün bis braun, hat einen beweglichen Hals und zwei Fangarme. Bekannt ist das Insekt auch für sein außergewöhnliches Paarungsverhalten.

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Tobias Rautenberg von der Biologischen Station Westliches Ruhrgebiet bestätigt: „Das ist die erste Gottesanbeterin in Duisburg, von der wir wissen.“ Heimisch ist die Fangschrecke eigentlich im Mittelmeerraum, doch seit knapp 30 Jahren hat sie sich in Richtung Mitteleuropa ausgebreitet. In Deutschland wurde sie zunächst am Kaiserstuhl und im Osten gesichtet, in den vergangenen fünf bis zehn Jahren auch in der Moselregion sowie rund um Köln.

Erste Gottesanbeterin in Duisburg: Wird sich das Tier hier verbreiten?

Naturfreunde fanden in den letzten drei Jahren auch einzelne Gottesanbeterinnen am Niederrhein und im Ruhrgebiet, zuletzt 2024 in Mülheim. Die Funde haben sie in Online-Portalen wie observation.org oder naturgucker.de gemeldet.

Doch wie kommt das auffällige Insekt nach Duisburg? Tobias Rautenberg nennt zwei mögliche Erklärungen: Gottesanbeterinnen können fliegen und sich so über kürzere Distanzen langsam Richtung Norden ausbreiten. Außerdem werden sie mit Zügen und Autos verschleppt: „Güter- und Personenverkehr begünstigen die Verbreitung“, erklärt der Diplom-Biogeograph.

Tobias Rautenberg geht davon aus, dass sich die Gottesanbeterin im Ruhrgebiet verbreitet. (Archivbild)
Tobias Rautenberg geht davon aus, dass sich die Gottesanbeterin im Ruhrgebiet verbreitet. (Archivbild)© FUNKE Foto Services | Fabian Strauch

Er schließt nicht aus, dass die europäische Gottesanbeterin in den kommenden zehn Jahren hier heimisch wird. Denn durch den Klimawandel werden die Bedingungen im Ruhrgebiet für das Tier günstiger. Außerdem kann das Insekt milde Frosttemperaturen problemlos überleben.

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Und es braucht nicht viel zum Leben: Es fühlt sich in trockenen Gras- und Buschlandschaften wohl. Industriebrachen oder Halden könnten im Ruhrgebiet daher ein dauerhafter Lebensraum für die Fangschrecke werden. Auch der Speiseplan der Gottesanbeterin ist anspruchslos: Sie frisst Heuschrecken, Spinnen, Wildbienen, Fliegen und ihre eigenen Artgenossen. Regelmäßig verspeisen die größeren Weibchen vor oder nach der Paarung die Männchen. „Das ist eine zusätzliche Proteinquelle“, sagt Tobias Rautenberg und lacht.

Erste Gottesanbeterin in Duisburg: Sind die Tiere gefährlich?

Trotz dieses skurrilen Paarungsverhaltens gibt der Experte Entwarnung: Die Insekten seien nicht gefährlich und nicht giftig für Menschen. Die Gottesanbeterin kann zwar mit ihren „kräftigen Kiefern“ zwicken, doch dafür müsste man sie erheblich ärgern. Tobias Rautenberg hatte ein Tier schon mehrmals auf der Hand – und es ist nie etwas passiert.

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Übrigens: Die Gottesanbeterin steht nach dem Bundesnaturschutzgesetz und der Bundesartenschutzverordnung unter besonderem Schutz. Das bedeutet konkret: Sie darf nicht gefangen oder zu Hause gehalten werden.