ADAC-Verkehrsexperte Prof. Roman Sulthold zeichnet ein düsteres Bild: Dass die A59 ab 29. Juli wegen Bauarbeiten an der Berliner Brücke zwischen den Kreuzen Duisburg und Duisburg-Nord für vier Wochen gesperrt ist, werde Autofahrer hart treffen. Erst ist die Route Richtung Düsseldorf dicht, zwei Wochen später in Richtung Dinslaken. Und die offizielle Umleitung führt direkt in die Dauerbaustelle im Kreuz Kaiserberg.
A59-Sperrung in Duisburg: Alle Artikel im Überblick
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Sperrung der A59 in Duisburg: Zeitversetzt zu fahren spart Zeit und Nerven
„Wenn an allen Stellen gleichzeitig gebaut wird, gibt es für Autofahrende keine guten Ausweichrouten mehr“, erklärt Sulthold. Deshalb rät er dazu, das Auto möglichst stehenzulassen und im Homeoffice zu arbeiten. Oder auf Randzeiten umzuschwenken: „Wer seinen Arbeitstag erst zu Hause beginnen kann, wenn die Autobahnen morgens voll sind, und dann ein bis zwei Stunden später ins Büro fährt, spart Zeit und Nerven.“ Auch auf den ÖPNV zu wechseln, könne eine Alternative sein.

Warum vor allem die Gefahr in unserer Region groß ist, von einem Stau in den nächsten zu fahren, zeigen diese Zahlen: „Im Mai gab es im gesamten Bundesgebiet 1200 Baustellen, Zweidrittel davon befinden sich auf Autobahnen in NRW. Dabei haben wir hierzulande nur 17 Prozent aller Autobahnkilometer“, weiß Sulthold.
ADAC-Experte: „Die Sommerferien sind der bestmöglich gewählte Zeitpunkt“
Trotz all dieser Widrigkeiten seien die Arbeiten an der Brücke alternativlos und der Termin der Sperrung klug gewählt: „Die Sommerferien sind der bestmöglich gewählte Zeitpunkt. Wir haben aktuell deutlich weniger Verkehr auf den Straßen.“ Der Fachmann warnt: „Bei den Bauarbeiten geht es darum, dass die Tragfähigkeit der Brücke erhalten bleibt. Und das müssen wir ernst nehmen, damit ist nicht zu spaßen. Das hat der plötzliche Einsturz der Carolabrücke in Dresden gezeigt.“

Die Lebensdauer von Brücken könne sich dramatisch verkürzen: „Die können mal eben den Geist aufgeben.“ Deshalb würde es ihn auch nicht verwundern, wenn die Berliner Brücke die errechnete „Restlebensdauer“ nicht erreichen wird. „Der Lkw-Anteil ist durch den Hafen sehr hoch. Und ein 40-Tonner belastet die Brücke so stark wie 60.000 Pkw.“ Das lässt aufhorchen.
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Der Verkehrsexperte gibt den Autofahrern noch einen gut gemeinten Tipp mit auf den beschwerlichen Weg: „Dauert die Fahrt über die Umleitung, die über Autobahnen führt, bis zu 30 Minuten länger als normal, sollte man die Autobahn nicht verlassen und Nebenstrecken nutzen. Das bringt einfach nichts.“

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Denn auch diese Berechnung des ADAC lässt nichts Gutes hoffen: „Wenn nur zehn Prozent die Autobahn verlassen, ist das nachgeordnete Netz sofort überlastet.“ Denn auf eine derartige Flut an Autos seien die Kreuzungen und Ampelanlagen nicht ausgerichtet. „Trotzdem werden es viele versuchen, weil Google Maps es ihnen vorschlägt“, so Roman Sulthold.
Die Stadt hat bekannterweise bereits erklärt, keine innerstädtischen Umleitungen einzurichten. Man bereitet „aktuell in Abstimmung mit der Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (DVV) Maßnahmen vor, um den Verkehr zu steuern, den ÖPNV-Takt zu verdichten und Ampelschaltungen zu optimieren, um mögliche innerstädtische Störungen zu minimieren.“
>> Zahlen von Europas größtem Automobilclub verdeutlichen das Dilemma der Umleitung
- Bei der ersten Sperrung Richtung Duisburg/Düsseldorf werden Autofahrer ab dem Kreuz Duisburg-Nord auf die A42 bis zum Kreuz Oberhausen-West und dann auf die A3 in Richtung Kreuz Kaiserberg umgeleitet. Dort können sie auf die A40 bis zum Kreuz Duisburg Nord fahren und dort dann wieder auf die A59 in Richtung Düsseldorf. Bei der zweiten Sperrung Richtung Dinslaken läuft es andersherum.
- Jede einzelne dieser vier Autobahnen taucht in den Top Five der NRW-Autobahnen mit den häufigsten und längsten Staus 2024 auf. Auf Platz zwei die A3 mit 14.629 Staus und 35.774 Staukilometern. Es folgt die A40 mit 14.203 Staus und 21.442 Staukilometern. Platz vier belegt die A42 mit 13.907 Staus und 13.176 Staukilometern. Auf Platz fünf dann die A59 mit 13.250 Stau und 10.969 Staukilometern.
- Getoppt werden diese Zahlen nur von der A1. Hier zählte der ADAC mit 16.967 Meldungen die meisten Staus und mit 40.195 Kilometern auch die größte Staulänge.




