Am 27. Juli wird der dritte Weiße Riese im Duisburger Westen abgerissen. Jetzt verkündet die Stadtverwaltung einige wichtige Details zur spektakulären Sprengung des Hochhauses. Unter anderem steht nun fest, welche Häuser evakuiert werden.

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Rund 2200 Anwohner müssen ihr Zuhause am Sonntag, 27. Juli, verlassen, wie die Stadt am Dienstag mitteilt. Damit sind 300 Menschen weniger betroffen als bei der ersten Sprengung vor sechs Jahren, aber fast 500 Nachbarn mehr als beim zweiten Knall 2021.

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Für die Hochhaus-Sprengung im Duisburger Westen müssen 2200 Anwohner ihre Häuser verlassen.© Funkegrafik NRW | Anda Sinn

Sprengung des Weißen Riesen: Diese Häuser werden evakuiert

Konkret werden diese Adressen geräumt:

  • Glückaufstraße 2, 2A, 4, 6, 8, 10
  • Hanielstraße 9, 13, 17, 19, 21, 23, 25, 27, 36, 38, 40, 42
  • Kirchstraße 116, 118, 120, 124, 126, 128, 130, 132, 134, 136, 138, 153, 155, 157, 159, 161, 165, 165A, 165B, 169, 171, 173, 175, 177, 179, 181, 183
  • Moerser Straße 180, 202, 210, 212, 214, 216, 218, 220, 222, 224, 226, 228, 229, 230, 232, 234, 235, 236, 237, 239, 241, 241A
  • Ottostraße 32, 34, 36, 38, 40, 42, 44, 46, 48, 50, 52, 53, 53A, 55, 58, 60, 62, 64
  • Prinzenstraße 3, 3A

Innerhalb der Evakuierungszone liegen unter anderem der Rote Riese, das berüchtigte Problemhochhaus und der verwahrloste Wohnblock an der Kirchstraße. Nicht evakuiert wird der Weiße Riese an der Ottostraße 18/20. Wer in einer der oberen Wohnungen auf der West-Seite lebt, darf sich auf den wohl besten Ausblick auf das Spektakel freuen.

Tausende Nachbarn sollen bis 8 Uhr ihre Häuser verlassen

Um 12 Uhr soll der Riese mit seinen 160 Wohnungen fallen. Die Bewohner der Evakuierungszone werden an diesem Tag früh aufstehen müssen: Sie sollen den Bereich bis 8 Uhr verlassen haben. Für sie stellt die Stadt einen Aufenthaltsraum in der Erich-Kästner-Gesamtschule (Ehrenstraße 87) zur Verfügung.

Um zum Aufenthaltsraum zu gelangen, können Anwohner einen Shuttle-Service nutzen. Ab 5.30 Uhr fahren Busse von DVG-Sonderhaltestellen an der Kirchstraße/ Hanielstraße sowie Ottostraße/ Moerser Straße bis zur Gesamtschule.

Städtische Ordnungskräfte organisieren und begleiten den Transport, sie beantworten Rückfragen an den Haltestellen. Die Verwaltung bittet Hilfsbedürftige wie Rollstuhlfahrer darum, sich vorab telefonisch unter der Nummer 0203 283 82 00 zu melden.

Das Hochhaus an der Ottostraße 54/56 ist bereits vom schädlichen Asbest befreit und wird am 27. Juli gesprengt.
Das Hochhaus an der Ottostraße 54/56 ist bereits vom schädlichen Asbest befreit und wird am 27. Juli gesprengt.© FUNKE Foto Services | Kerstin Bögeholz

Mehrere Straßen werden gesperrt und Buslinien umgeleitet

Auch der Verkehr ist von der großen Sprengung betroffen. Am 27. Juli werden ab 8 Uhr folgende Straßenabschnitte für den Verkehr komplett gesperrt:

  • Moerser Straße zwischen Kirchstraße und der Kreuzung Rheinpreußenstraße/ Lauerstraße
  • Ottostraße zwischen Moerser Straße und Husemannstraße
  • Husemannstraße zwischen Kirchstraße und Lauerstraße

Ab 10 Uhr halten keine Busse mehr an den Haltestellen „Ottostraße“, „Hochheide Markt“ und „Prinzenstraße“. Umgeleitet werden die Niag-Linien 911 und 929 sowie die DVG-Linien 917, 926 und NE 5. Die Busse der Linie 926 halten in Richtung Duisburg an der Haltestelle „Friedhofsallee“ der Linie 912.

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Halteverbot: Hier werden parkende Autos abgeschleppt

Zudem gilt in der gesamten Evakuierungszone „ab den sehr frühen Morgenstunden“ ein absolutes Halteverbot – konkret in diesen Bereichen:

  • Friedrich-Ebert-Straße von Kirchstraße bis Hüttenstraße (beidseitig)
  • Kirchstraße 122-138
  • Hanielstraße ab Kirchstraße 17-27 und 36-52
  • Ottostraße zwischen Husemannstraße und Moerser Straße (beidseitig)
  • Ottostraße 18-20
  • Ottostraße 32-44
  • Ottostraße 54-64
  • Ottostraße zwischen Moerser Straße und Eberhardstraße (beidseitig)
  • Glückaufstraße (beidseitig inklusive der Parkplätze im nördlichen Bereich)
  • Bürgermeister-Bongartz-Platz
  • Moerser Straße zwischen Lauerstraße und Kirchstraße (beidseitig)
  • Kirchstraße zwischen Moerser Straße und Lindenstraße (beidseitig)
  • Prinzenstraße zwischen Hüttenstraße und Kirchstraße (beidseitig)
  • Marktplatz (der Parkplatz an der Moerser Straße Ecke Kirchstraße)
  • Kirchstraße (der kleine Parkplatz vor Kaufland und der Parkplatz neben der Schule)
  • Parkplatz vor der Glückauf-Halle

Drei Signale zur Sprengung – was sie bedeuten

Vor und nach der Explosion ertönen drei Sprengsignale mit unterschiedlicher Bedeutung. Das erste Signal besteht aus einem langen Ton. Es fordert alle, die sich im Sprengbereich befinden, dazu auf, sofort in Deckung zu gehen oder den Bereich zu verlassen.

Ist dies sichergestellt, ertönt das zweite Signal aus zwei kurzen Tönen. Dann sollen auch die Sprengberechtigten und Hilfskräfte, die die Signale geben, in Deckungsräume gehen oder aus dem Bereich verschwinden. Daraufhin werden die Sprengladungen gezündet.

Wenn der Sprengmeister überprüft hat, ob alle Ladungen korrekt explodiert sind, sind drei kurze Töne zu hören – das dritte und letzte Signal. Wenn der Knall wie geplant abgelaufen und abgeschlossen ist, ist die Sprengung damit beendet. Gibt es jedoch „Versager“, heißt dieses Signal, dass die Sprengung lediglich unterbrochen ist. Das dritte Signal gibt also keine finale Entwarnung.

Die Stadt Duisburg hat bereits zwei Weiße Riesen gesprengt. Für die Behörden werden solche Sprengungen zum Großereignis. (Archivbild)
Die Stadt Duisburg hat bereits zwei Weiße Riesen gesprengt. Für die Behörden werden solche Sprengungen zum Großereignis. (Archivbild)© Fabian Strauch / FUNKE Foto Services | Fabian Strauch

Erst wenn über die städtischen Sirenen im direkten Umfeld eine Minute lang ein Dauerton erklingt, ist die Sicherheitszone wieder freigegeben. Dies kann aber bis eine Stunde oder zwei Stunden nach der Sprengung dauern, wie die Stadt Duisburg erklärt.

Erst nach dem einminütigen Sirenenton dürfen Anwohner wieder zurück in ihre Häuser. Die Halteverbote enden, wenn die restlichen Sperrmaßnahmen aufgehoben werden.

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Hunderte Beamte sind beim Abriss im Einsatz

Für die städtischen Behörden ist der Abriss des über 60 Meter hohen Gebäudes ein Großereignis. Schon ab Ende Juni werden Mitarbeiter des Ordnungsamts rund um das Hochhaus präsent sein. So informieren sie ab dem 28. Juni immer samstags auf dem Wochenmarkt über die Maßnahmen.

Am 27. Juli werden dann Berufsfeuerwehr, Freiwillige Feuerwehr und Rettungsdienst mit rund 60 Kräften im Einsatz sein. Die Feuerwehr leitet die ganze Aktion und auch die Betreuung der evakuierten Personen. 220 Mitarbeiter des Ordnungsamts sollen an diesem Tag die Evakuierungszone räumen und kontrollieren. Auch die Polizei hilft mit.

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Am 27. Juli 2025 fällt der dritte von sechs Weißen Riesen. Drei Häuser bleiben stehen.© Funkegrafik NRW | Anda Sinn

Stadt Duisburg will keine Besucher

Die Menge an Schaulustigen will die Stadt übrigens so klein wie möglich halten. Es gebe weder Imbiss- und Getränkestände noch Toiletten. Sollten Händler spontan Waren vor Ort anbieten, schreitet das Ordnungsamt ein.

Das Rathaus erklärt: „Wegen der weiträumigen Absperrungen, der Verkehrssituation und da es kaum Sichtmöglichkeiten auf das Sprengobjekt gibt, bittet die Stadt Duisburg von einer Anreise abzusehen.“

>> Ottostraße 54/56: Jetzt fällt das dritte Hochhaus

  • Mit der Ottostraße 54/56 fällt nun der dritte von ehemals sechs Weißen Riesen in Duisburg-Hochheide.
  • 2019 wurde der erste Riese gesprengt (Friedrich-Ebert-Straße 10-16), zwei Jahre später fiel das zweite Hochhaus (Ottostraße 24-30).
  • Beide bereits gesprengten Häuser besaßen jeweils 320 Wohnungen. Die Ottostraße 54/56 ist nun das erste der drei schmaleren Häuser mit 160 Wohnungen, das abgerissen wird.
  • Drei Gebäude bleiben nach aktuellem Stand stehen: die Ottostraße 18/20, das berüchtigte Problemhochhaus mit der Adresse Ottostraße 58-64 und der Rote Riese (Hanielstraße 36/38).