Zusammenfassung
- Am 27. Juli 2025 wird das dritte Hochhaus in Hochheide an der Ottostraße 54/56, gesprengt.
- Die Stadt Duisburg investiert insgesamt 8,5 Millionen Euro in das Abrissprojekt.
- Sprengung der Superlative bringt Komplex mit 160 Wohnungen zu Fall.
Im Sommer fällt das dritte Hochhaus in Duisburg-Hochheide. Die Stadt hat nun den genauen Termin für die Sprengung bekanntgegeben: Es ist der 27. Juli 2025, ein Sonntag.

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Der Weiße Riese trägt die Adresse Ottostraße 54/56 . Die Stadt hat das Gebäude 2018 gekauft und bis Juli 2020 leergezogen. Es liegt direkt neben dem berüchtigten Problem-Hochhaus, an dem zuletzt ein massiver Betrug mit Kindergeld aufgeflogen ist.
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Weißer Riese in Duisburg wird gesprengt – Jahre später als geplant
Die Stadtverwaltung plant den Abriss seit einigen Jahren. So sollte das Gebäude ursprünglich deutlich früher fallen. Zuerst stand 2022 im Raum. Dann rief die Stadt 2023 als Ziel aus. Doch das Projekt rückte immer weiter nach hinten.

Weil das Rathaus die Kosten der Sprengung zunächst nur schwer abschätzen konnte, startete die Ausschreibung der Bauarbeiten später als gedacht. 2023 mussten das Verfahren gestoppt und die Unterlagen komplett neu aufgesetzt werden. Dadurch wurde klar, dass der Riese erst 2025 fällt.
Seit April 2024 steuert die Duisburger Infrastrukturgesellschaft (DIG) den ganzen Abriss. Im Herbst vergab sie den Bauauftrag an die Porr Becker GmbH. Kurz darauf starteten erste Arbeiten an der Ottostraße. Seit einigen Wochen ist das Hochhaus komplett eingerüstet.
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Sprengung: Asbest und Schadstoffe beschäftigten die Handwerker
„Die Entkernung des Gebäudes sowie die schadstofftechnische Sanierung sind in vollem Gange“, teilt die Stadt mit. Besonders aufwendig ist es, Asbest und andere Schadstoffe zu entfernen, die vor allem in der Fassade, im Innenputz und in Schachtwänden verbaut wurden. „Erst nach Abschluss dieser Arbeiten kann die finale Sprengung erfolgen.“
Asbesthaltige Fassaden seien weitgehend demontiert. Rund ein Drittel der Schadstoffe im Innenbereich seien entfernt. Außerdem wurde ein Teil der Tiefgarage abgerissen, der zum Hochhaus gehörte. Befahrbar bleibt der Teil, der anderen Anliegern gehört und in dem sich unangemeldete Autos und Müll tummeln.
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Planer haben Erfahrung mit Abriss von Weißen Riesen
„Die Sprengung wird mit größter Sorgfalt und unter strengen Sicherheitsvorkehrungen durchgeführt“, versichert die Stadt. Sie werde mit den Anwohnern und zuständigen Behörden abgestimmt. Als nächstes würden die Evakuierungs- und Sperrzonen sowie Schutzmaßnahmen gegen Staub festgelegt.

„Dabei profitieren die Planerinnen und Planer von den Erfahrungen aus den beiden bereits erfolgreich durchgeführten Sprengungen“, teilt das Rathaus mit. Die Ingenieurgesellschaft „rebuild.ing“ plant den Abriss, die Thüringer Spreng GmbH führt ihn durch – so war es auch schon bei den ersten beiden Sprengungen.
Das Land NRW fördert den Abriss mit 6,8 Millionen Euro. Insgesamt kostet das Projekt gut 8,5 Millionen Euro. Nicht mit einberechnet ist das Geld zum Ankauf des Gebäudes. 2018 hat die Stadt den Riesen von Unternehmer Heinz Fromberger erworben. Inklusive einer Entschädigungszahlung gab die Verwaltung 3,3 Millionen Euro für den Erwerb aus.
Dritte Sprengung in Hochheide: Es trifft den ersten schmalen Riesen
In der Hochhaussiedlung kommt es Ende Juli zum dritten großen Knall. Der erste Weiße Riese (Friedrich-Ebert-Straße 10-16) fiel vor ziemlich genau sechs Jahren. Das zweite Gebäude (Ottostraße 24-30) wurde am 5. September 2021 gestürzt. Drei der ehemals sechs Riesen sind bewohnt und bleiben stehen.
Die Grundrisse der Gebäudeteile aller Riesen sind gleich. Drei Häuser bestehen jedoch aus jeweils zwei Teilen (160 Wohnungen). Die anderen Riesen haben und hatten jeweils vier Eingänge (320 Wohnungen). Von diesen doppelt so breiten Häusern wurden bislang zwei gesprengt. Die Ottostraße 54/56 ist das erste der schmaleren Gebäude mit 160 Einheiten, das abgerissen wird.
„Mit der Sprengung des dritten Weißen Riesen machen wir für Hochheide einen weiteren wichtigen Schritt nach vorne: Wo Beton lange dominiert hat, entsteht nun ein grüner Stadtpark“, sagt Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link. Mitte des Jahres soll der Bau des Stadtparks Hochheide starten. Den Abriss bezeichnet Link dabei als „großes Etappenziel zur Aufwertung des Quartiers“.
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- Von den Weißen Riesen gab es einst sechs Stück. Bauherr Josef Kun ließ sie zwischen 1969 und 1974 errichten, und zwar auf Teilen der Bergarbeitersiedlung Rheinpreußen.
- Die Ottostraße 54/56 soll vorerst der letzte Riese sein, der gesprengt wird. Demnach bleiben drei Häuser stehen.
- Die Ottostraße 58-64 gehört einer Eigentümergemeinschaft mit rund 120 Besitzern. Darunter sind mehrere Firmen, die viele Wohnungen besitzen. Der Riese ist mittlerweile bundesweit als Problem-Hochhaus bekannt.
- Die Ottostraße 18/20 gehört ebenfalls einer Eigentümergemeinschaft. Im Grundbuch sind rund 120 Personen, Gemeinschaften und Firmen als Eigentümer eingetragen. Den meisten gehören nur einzelne Einheiten.
- Der Rote Riese an der Hanielstraße 36/38 gehört der Unternehmensgruppe Lakis aus Neuss. Das ganze Haus ist vermietet. In den vergangenen Jahren stand es mehrmals zum Verkauf.






