Wo werden Fleischesser und Vegetarier oder Veganer gleichermaßen satt und zufrieden? Das testen wir in unsere Gastro-Kolumne „DOppelt schmeckt besser“. Diese Woche waren wir im vietnamesischen Restaurant Nhy Star in der Hansastraße in Dortmunds Innenstadt. Meine Erwartungen an die fleischfreie Auswahl sind hoch – denn meist haben asiatische Lokale traditionell viele vegetarische oder sogar vegane Gerichte auf der Speisekarte.

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Die Speisekarte: Auf der umfangreichen Speisekarte stehen etwa Reisnudel-Gerichte (Bun) oder die klassische vietnamesische Nudelsuppe (Pho). Die Gerichte gibt es meist in verschiedenen Varianten: mit Rind, Huhn oder Garnelen – oder mit Tofu. Weitere Fleischalternativen, wie ich sie aus anderen Restaurants kenne, gibt es hier aber nicht.
In vielen vegetarischen Gerichten im Nhy Star steckt Fischsoße
Und wer vegetarisch oder vegan essen möchte, muss ganz genau hinschauen: Denn in vielen Gerichten, die von der Zutatenliste her vegetarisch scheinen, steckt Fischsoße. Ein Blick auf die Allergenkarte bringt Klarheit – oder die Nachfrage bei der Kellnerin. Auf Wunsch werden die Speisen dann aber auch vegan zubereitet, wo es möglich ist.

Wir entscheiden uns für Nem Ha Chay (vietnamesische Frühlingsrollen) und Ga Xien Saté (Hühnerspieß mit Erdnusssoße) als Vorspeise. Als Hauptgang gibt es Dau Phu Cary (Tofu mit Gemüse, Curry, Kokosmilch und Zitronengras) und Ga Xao Sa Ot (Gebratenes Hühnerfleisch mit Zitronengras und Chili). Zum Nachtisch teilen wir uns eine gebackene Banane im Klebreismantel.
Der Geschmack: Die Frühlingsrollen sind frittiert – und das nicht zu knapp. Die Füllung aus Glasnudeln und etwa Gemüse ist schmackhaft. Richtig lecker wird es mit der dazu servierten Hoisin-Sauce. Die ist süß-würzig und rundet das Ganze ab. Allerdings liegen die Rollen auch ziemlich schwer im Magen.

Die gegrillten Hühnerspieße können Britta nicht ganz überzeugen, obwohl das Fleisch sehr sehr zart ist. Das liegt hauptsächlich an der Erdnuss-Sauce. Die schmeckt nämlich zu wenig nach Erdnuss. Noch dazu ist sie Britta etwas zu sauer.
DOppelt schmeckt besser:
Auch die Hauptspeisen punkten unterschiedlich. Für meinen Geschmack ist die Curry-Kokosmilch-Sauce bei meinem Tofu-Gericht etwas zu mild, sowohl was die Schärfe angeht als auch die Würzung. Dafür ist das Gemüse richtig knackig und frisch, es gibt Brokkoli, Zucchini, Pilze, Paprika und Bambussprossen, dazu Zitronengras und Chili. Der Tofu ist mir anfangs zu weich, weil ich etwas anderes erwartet habe. Doch dann lerne ich die angenehme Textur schätzen. Insgesamt ist es ein ziemlich gelungenes Gericht.

Britta ist von ihrem Hauptgang ganz begeistert. „Das Fleisch kriegen die echt super hin hier“, so ihr Urteil über die gebratenen Hühner-Streifen mit Zitronengras. Auch sie lobt das Gemüse. Tiefkühlkost bekommt man hier ziemlich sicher nicht vorgesetzt. Die Portionen sind üppig, fast schon zu groß. Als Beilage zu den Hauptspeisen gibt es Reis.
Banana zum Nachtisch überrascht
Das außergewöhnlichste Geschmackserlebnis beschert uns die Nachspeise: Die gegrillte Banane im Klebreismantel ist so ganz anders als erwartet. Die erste Gabel überrascht. Sehr süß schmeckt es und irgendwie auch sehr wenig nach Banane. „Wie ein Kokosmilchreis mit Fruchteinlage“, findet Britta. Und wenn die erste Verwunderung verflogen ist, hat die klebrige Nachspeise wirklich ihren Reiz.

Der Service: Die erste Kellnerin ist bei uns am Tisch, kaum dass wir uns gesetzt haben. Auch im weiteren Verlauf unseres Besuchs sind die Bedienungen sehr schnell und aufmerksam. Auch das Essen kommt zügig, obwohl das Lokal in der Mittagszeit ziemlich gut besucht ist. Der Service ist routiniert und freundlich, auf Sonderwünsche wird mit einem Lächeln eingegangen.
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Die Atmosphäre: Die Einrichtung ist schlicht, aber stilvoll. An Holztischen stehen grüne oder braune Sessel in Leder-Optik. Die Wände sind in Beige- und Braun-Tönen gehalten. Deko gibt es so gut wie keine, nur ein paar hübsche Lampen hängen von der Decke. Aber auf jedem Tisch steht eine kleine Vase mit Blumen, ein nettes Detail. Obwohl es recht voll ist und wir zur Straße hin sitzen, kann man sich gut unterhalten.
Der Preis: Die Vorspeisen kosten zwischen 5,50 und 5,90 Euro. Die vegetarischen Hauptspeisen sind mit 13,90 Euro verhältnismäßig günstig – vor allem, wenn man bedenkt, was man dafür bekommt. Fleischgerichte starten bei 14,90 Euro (z.B. Rindfleisch mit Curry und Kokosmilch). Für gegrillte Ente mit gegrilltem Gemüse muss man 18,90 Euro einplanen, gefüllte Riesengarnelen kosten 20 Euro.
Wir haben für je zwei Getränke, Vorspeisen, Hauptgerichte und eine Nachspeise 51,50 Euro bezahlt. Ein fairer Preis, wie wir finden.
Der Veganer-Fleischesser-Faktor: Wer Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte isst, hat bei Nhy Star definitiv eine große Auswahl. Doch auch Vegetarier und Veganerinnen werden fündig. Schade, dass es als einzige Wahl für sie nur Tofu-Gerichte gibt. Andere asiatische Restaurants sind da schon weiter, bieten etwa fleischfreien Ersatz für Huhn, Rind oder Ente. Dass in den meisten auf den ersten Blick vegetarisch erscheinenden Gerichten Fischsoße steckt, ist schade und sollte deutlicher gekennzeichnet sein.
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Unsere Bewertung:
Geschmack: 4,0 von 5 Punkten
Atmosphäre: 3,5 von 5 Punkten
Service: 4 von 5 Punkten
Preis-Leistung: 5 von 5 Punkten
Hinweis der Redaktion: Diese Gastro-Kritik entspricht dem subjektiven Geschmacksurteil der Verfasserinnen. Bei unseren Tests geben wir uns nicht zu erkennen, bewerten unabhängig und bezahlen das Essen selbst.
Nhy Star, Hansastr. 24; Mo-Do 12-15 Uhr und 17-22 Uhr, Freitag 12-15 Uhr und 17-23 Uhr; Samstag 12-23 Uhr, So-Feiertage: 13-22 Uhr. Tel.: 0231 55748873; mehr Infos: www.nhystardortmund.de





