Für unsere neue Gastro-Serie „DOppelt schmeckt besser“ testen wir regelmäßig Dortmunder Restaurants. Dabei schauen wir besonders darauf, ob in dem jeweiligen Lokal Menschen mit ganz unterschiedlichen Vorlieben glücklich werden: vom Fleischesser bis hin zur Veganerin. Diesmal haben wir die Pizzeria „60 Seconds to Napoli“ unter die Lupe genommen.

DOppelt schmeckt besser Montage Dortmund
Wir testen für euch Restaurants in Dortmund.© Andreas Buck / FUNKE Foto Services | Montage: Lisa-Marie Pütter

Die Speisekarte: Wer die klassische Auswahl eines italienischen Restaurants erwartet, dürfte enttäuscht sein. Nudelgerichte sind Mangelware, einzig auf der Saisonkarte gibt es eins. Stattdessen gibt es Pizza satt. Wobei die klassischen Pizzavarianten wie Schinken, Zwiebel oder Pilze hier moderner daher kommen. So wie bei der „Bacon‘n‘Cheese“ mit Provolone, Mangalitza Bacon, Fior di Latte, Champignons, rote Zwiebeln, schwarzer Pfeffer oder die „Parma 24“ mit 24 Monaten gereiftem Parmaschinken. Vorne weg gibt‘s Salate, aber auch typisch italienische Vorspeisen wie Carpaccio, Burrata oder Bruschetta, zum Nachtisch unter anderem Tiramisu oder Schokotörtchen, beides hausgemacht, und noch mal Pizza – mit Nutella.

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Wir entscheiden uns für einen Beilagen-Salat und eine Burrata, als Hauptspeise nimmt Stephanie die vegane Pizza mit Pfifferlingen. Auch ich bleibe auf der Sommerkarte. Auf der hätte es auch Fleischliches gegeben, Pizza mit Vitello Tonnato oder Bresaola, luftgetrocknetem Rinderschinken, etwa. Aber ich wähle lieber das einzige Pastagericht „Trufflepasta in a Pizza Bowl“. Als Nachtisch teilen wir uns ein Erdbeer-Crumble mit veganer Vanillecreme.

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Der Geschmack: Der Salat haut meine Kollegin nicht vom Hocker, er sieht gut aus, hat aber kaum Dressing. „Ziemlich geschmacklos“, so ihr Urteil. Meine Tomaten mit dem cremigen, weichen Mozzarella sind hingegen ganz gut gelungen. Aber so richtig lecker wird es erst, als die Hauptspeisen serviert werden.

Gastro-Kritik 60 Seconds to Napoli Dortmund
Sogar die Nudeln kommen im „60 Seconds to Napoli“ in Dortmund in einer Bowl aus Pizzateig.© Funke Medien NRW | Britta Bingmann

Die Restaurantkette mit bundesweit derzeit rund 30 Filialen trägt im Namen, wofür sie steht. In kürzester Zeit soll man sich kulinarisch in Neapel wähnen, in der Stadt, in der die Pizza einst erfunden wurde. Die Pizza aus Napoli ist bekannt für einen sehr dünnen Boden und einen dicken, aber innen lockerer Rand. Diesem Vorbild wird die Pizzeria gerecht. Der Rand der eine Minute bei 485 Grad gebackenen Pizza ist wirklich traumhaft fluffig und nicht fad. Der Boden ist so dünn, dass der Belag kaum Halt findet. Mit den Fingern essen, wird zum Abenteuer. „Viele Pilze, der Teig top, geschmacklich eine ungewöhnliche, aber schöne Kombi“, lobt Stephanie die Pizza bianca, die ohne Tomatensauce gemacht wird. Für ihren Geschmack hätte es nur etwas weniger vegane Mayo sein dürfen.

DOppelt schmeckt besser

Meine Nudelbowl duftet herrlich nach Trüffel, obenauf liegen gehobelte Späne, die Maccheroni sind reichlich mit Trüffelcreme bedeckt. Sehr aromatisch! Leider sind die Nudeln ziemlich weich. Wie zu erwarten war, kann die Küche im „60 seconds to Napoli“ wohl doch besser als Pizza als Pasta. Und deshalb lasse ich die Nudeln lieber links liegen und stürze mich stattdessen mit Vergnügen auf meine Bowl aus Pizzateig, die wunderbar mit dem Trüffelöl vollgesogen ist.

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Das Dessert mit dem veganen Keks und Creme begeistert Stephanie ebenfalls. Mir fehlt aber leider der Geschmack von Butter und Sahne. Sorry, da bin ich wohl unverbesserlich.

60 Seconds to Napoli Dortmund
Mir fehlte der Geschmack von Butter und Sahne, die Veganerin war hingegen angetan vom Erdbeer-Crumble.© Funke Medien NRW | Britta Bingmann

Der Service: Bei schönem Wetter ist viel los auf dem Alten Markt, das Restaurant hat viele Tische rausgestellt. Trotzdem fluppt der Service, die Bedienung ist freundlich, recht schnell und hat auch noch Zeit für einen netten Spruch. Nicht selbstverständlich bei dem Trubel.

Die Atmosphäre: Die Ausstattung entspricht dem, was man bei einer modernen Gastro-Kette erwartet. Kein Schicki-Micki, Besteckkästen auf dem Tisch, Speisekarten aus Pappe. Während es im Winter drinnen im Lokal ziemlich laut und wuselig zugeht, herrscht auf dem Markt eher sommerliche Gelassenheit. Biergartenatmosphäre – sehen und gesehen werden.

Gastrokritik 60 Seconds to Napoli Dortmund
Im Sommer ist auf dem Alten Markt in Dortmund immer viel los. © Funke Medien NRW | Stephanie Heske

Der Preis: Die Vorspeisen kosten zwischen 3,50 (Dips) und 17 € (Black Angus Carpaccio). Meine Burrata schlägt mit 13€, Stephies Salat mit 7 € zu Buche. Die Pizza-Varianten bewegen sich zwischen 9 Euro (Tomatensauce und Knoblauch) und 24 Euro (Waygu Bresaola). Nur knapp weniger, nämlich 22 €, kostet meine Trüffelbowl. Stephanie zahlt 18 für die Pfifferling-Pizza.

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Der Veganer-Fleischesser-Faktor: Veganer finden bei „60 Seconds to Napoli“ keine riesige, aber eine ausreichende Auswahl. Alles ist gut beschriftet und als vegan oder vegetarisch gekennzeichnet. Fleisch- und Fischfans werden auch glücklich, wenn sie denn Schinken, Salami, Garnelen, Thunfisch – oder sogar Vitello Tonnato – auf der Pizza mögen. Denn die steht in diesem Lokal nun einmal im Mittelpunkt.

Unsere Bewertung:

Geschmack: 4 von 5 Punkten
Atmosphäre: 3,5 von 5 Punkten
Service: 4 von 5 Punkten
Preis-Leistung: 3,5 von 5 Punkten

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Hinweis der Redaktion: Diese Gastro-Kritik entspricht dem subjektiven Geschmacksurteil der Verfasserinnen. Bei unseren Tests geben wir uns nicht zu erkennen, bewerten unabhängig und bezahlen das Essen selbst.

60 Seconds to Napoli, Markt 5, täglich 11.30 bis 0 Uhr, Tel:  0231 13764533. Mehr Infos: 60secondstonapoli.de