„Die müssten mal abgeknallt werden. Das sind ja massenhaft!“ Diese rabiate Reaktion einer Spaziergängerin auf eine Schar von Nilgänsen dürfte manchem Phoenix-See-Fan – zumindest gedanklich – nicht fremd sein.
Wildgänse koten Stege und Wiesen am Phoenix-See voll
Kinder und Erwachsene freuen sich zwar zuweilen, wenn die neugierigen Tiere ganz nah kommen, ihre langen Hälse recken und fragende Blicke auf die Tüte vom Bäcker werfen. Vorbei ist der Spaß jedoch spätestens beim Versuch, die Liegewiese zu durchqueren oder gar einen Platz zum Ausbreiten der Picknick-Decke zu finden. Die Rasenfläche ist ab Sommeranfang übersät mit Exkrementen, deren Dimensionen an die Hinterlassenschaften kleiner Hunde erinnern.

Im Revier der Kanadagänse rund um das Segelzentrum bietet sich Ende Juli ein geradezu grotesker Anblick: die bis zu 6,5 Kilogramm schweren Tiere hinterlassen Stege und Liegeflächen in einem nicht mehr nutzbaren Zustand. „Dazu gibt es auch immer wieder Beschwerden. Eine Reinigung der Grünflächen wird jedoch nicht durchgeführt. Im Bedarfsfall wird Kot von den Holzdecks und Steganlagen entfernt“, erklärt die Dortmunder Stadtsprecherin Alexandra Schürmann auf Nachfrage dieser Redaktion.
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Woher kommen die vielen Gänse in Dortmund?
Nil- und Kanadagänse stammen ursprünglich nicht aus Mitteleuropa. Die Nilgans (bis zu 2,5 Kilogramm schwer) wurde einst als Ziergeflügel aus Afrika eingeführt, die Kanadagans (bis zu 6,5 Kilogramm schwer) kam über Umwege aus Nordamerika. Heute haben sie sich fest in unseren Stadtlandschaften etabliert – und sorgen mit ihrem Kot und ihrem Verhalten zunehmend für Diskussionen. Während Kanadagänse sich eher lautstark untereinander zoffen, reagieren Nilgänse während der Brutzeit (März-Juni) äußerst aggressiv auf andere Tiere und sogar Menschen. Das macht Spaziergängern, im besonderen Hundebesitzern nicht selten Angst.

Wie viele Exemplare der beiden invasiven Vogelarten es mittlerweile am See gibt, kann die Stadt Dortmund auf Anfrage nicht beantworten. „Die Vögel wechseln im Laufe des Tages den Standort und sind stadtweit anzutreffen“, so Stadtsprecherin Schürmann. Der Bestand an Nil- und insbesondere Kanadagänsen sei im Vergleich zum Vorjahr aber nahezu unverändert – mit zeitweise kurzfristigen Populationszuwächsen: „Temporär erhöhte Bestände hat es auch in den Vorjahren immer mal wieder gegeben.“

Gierige Gänse am See: „Bitte nicht füttern!“
Dass diese sich genau dort aufhalten, wo See-Besucher sich ebenfalls aufhalten möchten, habe einen klaren Grund: „Die Tiere haben sich an uns Menschen gewöhnt und werden leider auch von vielen Spaziergänger*innen gefüttert. Das führt dazu, dass die Gänse diese Orte vermehrt aufsuchen.“

Daher ein Appell an alle Besucher: „Bitte die Gänse nicht füttern! Die Tiere finden am bzw. im Gewässer ausreichend Nahrung. Die Wasserqualität leidet durch Vogelkot und Essensreste im Wasser. Wenn die Wasservögel z.B. Brot nicht schnell genug fressen, sinken die Reste auf den Grund des Sees. Auch das wirkt sich schädlich auf den Sauerstoffgehalt im See aus“, so Schürmann.
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Was macht die Stadt Dortmund gegen das Gänseproblem?
Am Phoenix-See setzt die Stadt vor allem auf sogenannte „vergrämende Maßnahmen“: Es werde versucht, den Aufenthalt für die Tiere über die Art der Uferbepflanzung besonders ungemütlich zu machen. Zudem würden während der Brutzeit stellenweise Eier aus den Nestern genommen, damit keine weiteren Tiere schlüpfen.

Es gibt allerdings auch radikalere Methoden. „Grundsätzlich werden in den Jagdbezirken auf dem Gebiet der Stadt Dortmund natürlich auch Wildgänse bejagt“, sagt Schürmann. So wurden für das Jagdjahr 2024/25 (1.4.2024 bis 31.3.2025) insgesamt 378 erlegte Kanada-, Nil- und Graugänse gemeldet. Am Phoenix-See finde allerdings keine reguläre Jagd statt.
Unsere WochenDOsis zum Thema Tauben & Gänse in Dortmund:
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- „Müssten mal abgeknallt werden“: Gänse-Ärger am Phoenix-See
- „Ratten der Lüfte“: So regeln Ruhr-Städte den Taubenbestand
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Im Hinblick auf die Tretminen am Seeufer sollte aber nicht unerwähnt bleiben, dass sich laut Erhebungen des NABU dort mehrere Dutzend weitere Vogelarten beobachten lassen, die natürlich ebenfalls fressen und verdauen. So gibt es beispielsweise Reiher- und Kolbenten, Teichhühner, Haubentaucher und manchmal sieht man sogar Möwen. Und nicht zu vergessen: das anmutige Schwanenpaar.
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