Zusammenfassung
- Ostern 2026: Ein Osterfeuer gehört für viele Menschen zur Ostertradition.
- Aber darf man auch ein Osterfeuer im eigenen Garten machen?
- In NRW gibt es bestimmte Regeln, die man bei Osterfeuern berücksichtigen muss.
- Die wichtigsten Informationen rund um Osterfeuer in NRW finden Sie in unserer Übersicht.
In vielen Städten und Gemeinden in NRW werden am Osterwochenende wieder viele Osterfeuer entzündet. Für viele Familien in NRW ist das ein beliebter Brauch. Doch welche Vorschriften gelten für das Entzünden eines Osterfeuers? Und wie ist diese Tradition überhaupt entstanden?
Osterfeuer in NRW: Die Entscheidung des OVG Münster
Bereits vor 21 Jahren traf das Oberverwaltungsgericht Münster eine wichtige Entscheidung: Einem Landwirt wurde die Genehmigung für ein Osterfeuer verweigert, bei dem er Herbst- und Frühjahrsschnitt verbrennen wollte. Er klagte dagegen, jedoch ohne Erfolg. Das Gericht entschied, dass nur ein Feuer genehmigt werden kann, das eindeutig als Brauchtumsfeuer und nicht als Entsorgungsfeuer erkennbar ist. Lesen Sie dazu: Zehn Geschenktipps für das perfekte Osternest
Feuer zur Osterzeit sind nur dann als Osterfeuer erlaubt oder können genehmigt werden, wenn sie eindeutig und zweifelsfrei der Brauchtumspflege dienen. Demgegenüber sind Feuer, mit denen der Zweck verfolgt wird, pflanzliche Abfälle aller Art zu entsorgen, grundsätzlich verboten, auch wenn sie zur Osterzeit stattfinden.
ovg.nrw.de

In Landschaftsschutzgebieten gelten zudem strengere Vorschriften. Hier ist eine Befreiung von den Verboten des Landschaftsplans erforderlich, die mit einer Gebühr verbunden ist. Außerdem gilt zu beachten:
- Holz von Baum- und Strauchschnitt muss trocken und unbehandelt sein.
- Das Verbrennen von beschichtetem Holz und anderen Abfällen ist verboten.
- Andere Stoffe (wie zum Beispiel Altöl) dürfen nicht zum Anzünden verwendet werden.
- Vor dem Anzünden sollten Holz und Schnittgut mehrfach umgeschichtet werden (da hier gerne Kleintiere nisten).
- Sollten Vögel im aufgeschichteten Feuerholz ihre Nester gebaut haben, darf das Feuer nicht angezündet werden.
- Kleine Osterfeuer - wie zum Beispiel im eigenen Garten - sind, so erklärt es zum Beispiel die Stadt Essen, nicht erlaubt.
- Zudem verlangt die Stadt Essen, dass das Feuer jederzeit von einer erwachsenen Person beaufsichtigt wird.
- Die Stadt Dortmund verlangt, dass ein Übergreifen des Feuers auf benachbarte Gebäude, Bäume, Hecken oder andere bauliche Anlagen vermieden werden muss.
- Ebenso darf es keine erheblichen Belastungen für die Nachbarschaft (auch durch Rauch und Funkenflug) geben.
Ostern 2026: Sind Osterfeuer im eigenen Garten erlaubt?
In Nordrhein-Westfalen ist das Abbrennen von Osterfeuern im eigenen Garten in der Regel nicht gestattet. Gemäß einem Beschluss des Oberverwaltungsgerichts Münster aus dem Jahr 2004 müssen Brauchtumsfeuer öffentlich und für jedermann zugänglich sein. Private Feiern im Garten sind daher nicht erlaubt. Wer dennoch ein privates Osterfeuer im Garten entzündet, riskiert ein Bußgeld. Die Stadt Essen schreibt zudem:
Zu beachten ist, dass eigene kleine Osterfeuer im Garten nicht erlaubt sind, denn seit August 2008 gilt für Essen ein Luftreinhalteplan, der umfassende Maßnahmen zur Verringerung der Staubemissionen fordert.
essen.de
Osterfeuer 2026: Das müssen Besucherinnen und Besucher beachten
- Abstand wahren: Achten Sie darauf, ausreichend Abstand zum Osterfeuer zu halten, um Verletzungen durch Hitze oder Funkenflug zu vermeiden. Bleiben Sie in den gekennzeichneten Sicherheitszonen.
- Geeignete Kleidung: Tragen Sie Schutzkleidung, die Sie vor Funken schützt. Wählen Sie keine leicht entflammbaren Materialien und setzen Sie auf festes Schuhwerk.
Kinder schützen: Behalten Sie Ihre Kinder gut im Auge und sorgen Sie dafür, dass sie sich immer in sicherer Entfernung zum Feuer aufhalten. Erklären Sie ihnen die Gefahren und warum der Abstand zum Feuer so wichtig ist.
Umwelt schonen: Entsorgen Sie keinen Müll oder Plastik im Feuer und stellen Sie sicher, dass keine schädlichen Stoffe die Umwelt belasten.

Osterfeuer 2026: Wann dürfen die Feuer entfacht werden?
Die Auflagen, wann ein Osterfeuer gezündet werden darf, sind von Stadt zu Stadt unterschiedlich. Teilweise sind Osterfeuer bereits an Gründonnerstag erlaubt.
Osterfeuer in NRW: Wie muss ein Osterfeuer angemeldet werden?
In vielen Städten und Gemeinden des Ruhrgebiets müssen Osterfeuer vorab angemeldet werden. Die Fristen und Anforderungen für öffentliche Veranstaltungen variieren je nach Stadt. Hier sind einige Beispiele:
- Mülheim an der Ruhr: Osterfeuer und Martinsfeuer müssen nicht angemeldet werden.
- Dortmund: Die Anmeldefrist für das Anzeigen von Osterfeuern ist grundsätzlich spätestens 4 Wochen vor Ostermontag
- Düsseldorf: Brauchtumsfeuer müssen ab 2018 nicht mehr beim Ordnungsamt angezeigt werden.
- Essen: „Osterfeuer gelten als Brauchtumsfeuer und sind in Essen genehmigungsfrei. Brauchtumsfeuer müssen der allgemeinen Öffentlichkeit zugänglich sein. Öffentliche Veranstaltungen sind der Koordinierungsstelle Veranstaltungen beim Amt für Straßen und Verkehr anzuzeigen.“
- Duisburg: Eine Anmeldung ist per Formular notwendig: „Das Abbrennen ist dem Bürger- und Ordnungsamt jeweils 4 Wochen vorher unter Benennung einer volljährigen verantwortlichen Aufsichtsperson schriftlich anzuzeigen.“
- Gelsenkirchen: Das Brauchtumsfeuer muss in Gelsenkirchen spätestens 14 Tage vor dem Abbrenntermin beim Referat Umwelt angemeldet werden. Dabei sind der Ort, das Datum und die Uhrzeit der Veranstaltung anzugeben. Zudem muss der genaue Abbrennplatz mit einer Skizze oder einem Lageplan dokumentiert werden.

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Regelverstoß bei Osterfeuern: Diese Konsequenzen drohen in NRW
Wer die Vorschriften und Auflagen für das Osterfeuer missachtet, muss mit einer Strafe rechnen. In Dortmund etwa kann eine Geldbuße von bis zu 5000 Euro verhängt werden.
Ostern in NRW: Daher kommt die Tradition
Die Tradition des Osterfeuers reicht bis ins Mittelalter zurück. Bereits im 12. Jahrhundert wurde das Feuer, auch als Osterkerze bekannt, gesegnet und entzündet. „Das Osterfeuer ist ein Symbol für das Licht, das Christus mit seiner Auferstehung in die Dunkelheit dieser Welt bringt“, erklärt das Erzbistum Köln.
Die brennende Osterkerze wird als Symbol für den Auferstandenen, den die Gläubigen von Anfang an in diesem Gottesdienst unter sich wissen, in die dunkle Kirche hineingetragen. Hier wird die kleine Flamme weitergegeben, sodass das Kerzenlicht den ganzen Raum erhellt. Genauso wie das Feuer der Kerze sollen die Christen die frohe Botschaft der Auferstehung weiterverbreiten, damit die Welt erleuchtet wird.
erzbistum-koeln.de
Darüber hinaus sollte das Feuer den Winter vertreiben und den Frühling willkommen heißen. Es gibt aber auch „weltliche Osterfeuer“, die seit dem 14. Jahrhundert gefeiert werden. Bei diesen handelt es sich um Freudenfeuer, bei denen nicht mehr die religiöse Bedeutung im Vordergrund steht, sondern das Feiern und die Freude über das bevorstehende Ende des Winters.
Osterfeuer 2026: Kritik an der Ostertradition
Das Oberverwaltungsgericht Münster urteilte 2004, dass Osterfeuer aus verschiedenen Umwelt- und Naturschutzgründen problematisch sind, insbesondere zum Schutz von Kleintieren. Naturschützerinnen und Naturschützer warnen regelmäßig davor, dass solche Feuer eine Gefahr für kleine Tiere darstellen, da sie sich in den über Tage gelagerten Holz- und Grünschnitthaufen verkriechen können – darunter Hasen, Igel, Bienen oder Vögel. » Lesen Sie dazu: Gefährlicher Brauch: Wenn das Osterfeuer zur Todesfalle wird

Donnerstags
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Die Stadt Dortmund spricht sich gegen die Durchführung von Osterfeuern aus, da rund um die Ostertage in der Stadt extrem hohe Feinstaubwerte gemessen werden. Dortmund hatte deshalb bereits 2005 eine "ordnungsbehördliche Verordnung erlassen, die zum Ziel hat, die Zahl der Osterfeuer zu begrenzen".




