Sie stinkt. Und eine Schönheit ist sie auch nicht gerade. Jedes Gänseblümchen zeigt mehr Eleganz. Dafür ist sie groß. Riesengroß. Die größte Blume der Welt. Und während Gänseblümchen auf Wiesen mannigfach gedeihen, blüht die Titanenwurz nur für ganz kurze Zeit – etwa im vergangenen Sommer in Dortmund.
Solche Exoten, wie die Pflanze von der Insel Sumatra, die einen Blütenstand von zwei Metern und höher erreichen kann, sind hierzulande nur selten zu bewundern – stets in wenigen der rund 90 Botanischen Gärten in Deutschland. Neben der Schau der fremden Pflanzen sind diese Parks Orte der Erholung. Doch braucht man sie überhaupt noch für die Forschung, für die Lehre? In Saarbrücken hat man vor drei Jahren den Botanischen Garten geschlossen. Der sei nicht mehr nötig. Wissenschaftler, so eine Begründung, bräuchten heute nicht auf dem Feld zu arbeiten, dafür gebe es Labore. Doch ein Streifzug durch die Botanischen Gärten in unserer Region zeigt: Sie gestalten unsere Zukunft mehr mit, als es ein Titanenwurz-Schauspiel vermuten lässt.


