Schwimmbad

Südpark-Anwohner sind gegen Bau eines großen Freizeitbades

Eng und steil ist die Zufahrt In der Mark zum Südpark-Schwimmbad. Der Parkplatz ist in Spitzenzeiten rappelvoll, die Autos parken bis zur Gartenstraße. Anwohner Manfred Hoffleit kennt die Probleme seit Jahren.

Eng und steil ist die Zufahrt In der Mark zum Südpark-Schwimmbad. Der Parkplatz ist in Spitzenzeiten rappelvoll, die Autos parken bis zur Gartenstraße. Anwohner Manfred Hoffleit kennt die Probleme seit Jahren.

Foto: Rad

Höntrop/Eppendorf.   Die Anwohner lehnen ein großes Freizeitbad im Südpark für bis 450.000 Besucher jährlich ab. Sie befürchten massive Verkehrs- und Umweltprobleme.

Hohe Wellen schlägt der mögliche Bau eines großen Spaßbades im Südpark mit bis zu 450.000 Besuchern jährlich: Bei vielen Anwohnern stößt ein solches Vorhaben auf Ablehnung, sie befürchten einen Verkehrskollaps. Die Zufahrt zum Parkplatz mit dem Auto ist bisher nur über die enge und steile Zufahrt In der Mark möglich. Und der Parkplatz war zu den Stoßzeiten im Sommer stets rappelvoll.

„Auf unserer Straße herrschte dann das völlige Chaos, Fahrzeuge im Gegenverkehr kamen kaum aneinander vorbei, die Badbesucher parkten auf den Gehwegen bis zur Gartenstraße hinunter. Wir Anwohner kamen oft nicht aus unseren Einfahrten heraus“, sagt Manfred Hoffleit. Er wohnt seit 40 Jahren an der Straße In der Mark, hat die Probleme hautnah miterlebt. „Seitdem das Bad komplett geschlossen ist, herrscht natürlich Ruhe.“ Das Hallenbad ist seit dem Brand im April 2016 dicht, das Freibad seit Herbst 2018.

„Mega-Spaßbad muss hier nicht sein“

In den Spitzenzeiten der vergangenen vier Jahre kamen jährlich bis zu 71.000 Besucher ins Südpark-Schwimmbad. „Beim Bau eines Spaßbades dieser Dimension würden sich die Besucherzahlen versechsfachen“, sagt Manfred Hoffleit, „wie soll das hier verkehrstechnisch funktionieren? Und für einen solchen Ausbau müssten viele Bäume gefällt werden, das lehne ich ab. Der kleinen Ausbaulösung stehe ich aufgeschlossen gegenüber, aber ein Mega-Spaßbad muss hier nicht sein.“

Keine Zeit verlieren und schnell mit dem Abriss und Neubau beginnen

Über eine weitere Zufahrt – vor allem über den Bereich Zeppelindamm/Weidenhagen – und weitere Parkplätze für das Schwimmbad, das im Landschaftsschutzgebiet liegt, wird schon seit Jahren nachgedacht. Besonders mit Blick auf die schon beschlossene „kleine Lösung“, nämlich Abriss und Neubau des maroden Hallenbades und Modernisierung des Freibadbereichs für 16,5 Millionen Euro.

„Denn dass hier was passieren muss, um das Schwimmbad attraktiver zu gestalten und mehr Besucher zu bekommen, um damit letztlich den Standort zu erhalten, ist allen klar“, betont Bezirksbürgermeister Manfred Molszich. „Deshalb gab es ja den Beschluss, das Bad zu modernisieren. Wichtig ist, dass wir keine Zeit verlieren und schnell mit dem Abriss und Neubau beginnen. Der Abbruch soll nach bisherigem Zeitplan dieses Jahr beginnen.“ Angedachter Fertigstellungstermin ist im Jahr 2022.

Eingriff in die Natur

Der Bau eines großen Spaßbades mit bis zu 450.000 Besuchern im Südpark wäre auf jeden Fall mit einem starken Eingriff in die Natur verbunden. Die Entwicklung aufmerksam beobachten will deshalb auch der Verein „Freundinnen und Freunde des Stadtwald Bochums“, der sich für den Ausbau und Erhalt von Stadtwaldflächen, u.a. im Südpark, einsetzt. „Dieses Landschaftsschutzgebiet sollte als Höntroper Naherholungsgebietes auch im Hinblick auf die geplanten Zuwegungen für den Neubau des Schwimmbads erhalten bleiben“, betont Vorsitzender Volker Müller.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben