Zeche Holland

Sanierung des Holland-Förderturms beginnt im Frühjahr

Der Förderturm der ehemaligen Zeche Holland wird ab April saniert. Die vorbereitenden Betonarbeiten sind schon erledigt.

Der Förderturm der ehemaligen Zeche Holland wird ab April saniert. Die vorbereitenden Betonarbeiten sind schon erledigt.

Foto: Gero Helm

Wattenscheid.   Eine Essener Firma hat den Sanierungs-Zuschlag für den Holland-Förderturm erhalten. Die Baustelle in Wattenscheid wird Ende März eingerichtet.

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Die Sanierungsarbeiten am Förderturm der Zeche Holland beginnen bald. Die Firma Massenberg aus Essen hat von der Wirtschafts-Entwicklungs-Gesellschaft Bochum (WEG) den Zuschlag bekommen, den Stahl-Koloss für eine Gesamtsumme von 2,855 Millionen Euro auf Vordermann zu bringen. Laut Sven Frohwein, Sprecher der WEG, wird die Baustelle ab Ende März eingerichtet.

Mit den eigentlichen Gerüstarbeiten will das Unternehmen in der 15. Kalenderwoche, also ab dem 9. April, starten. Frohwein: „Die Kosten sollen natürlich im vorgegebenen Rahmen bleiben.“ Und: „Die Firma wird die Ausschreibungskriterien einhalten. Sie versteht sich auf Korrosionsschutz.“

Die Sanierung sieht Grundinstandsetzungsmaßnahmen am Fördergerüst vor. Stahlbauarbeiten zur Tragwerksertüchtigung des Turms werden durchgeführt. Der Neubau einer Treppenanlage und die Erneuerung des Korrosionsschutzes an allen Stahlbauteilen ist zu bewerkstelligen.

Treppenturm montieren

Als erste Maßnahme wird das ca. 50 Meter hohe Fördergerüst komplett erstellt. Ein Treppenturm mit Materialtragflächen einschließlich Personen- und Lastenaufzug muss montiert werden. Die mit Blei kontaminierte Korrosionsschutzbeschichtung wird abgebeizt und mit Sandstrahl entfernt. Die neue Treppenanlage, bestehend aus etwa sechs Treppenpodesten und rund fünf Treppenläufen aus Stahlprofilen und Riffelblechbelag sowie rund 130 Meter Geländer, muss hergestellt werden.

Nach Abschluss der Stahlbauarbeiten sind alle alten und neuen Stahlteile mit einem Korrosionsschutzsystem neu zu beschichten. So sieht es die Ausschreibung vor.

Betonfundamente

Die vorbereitenden Arbeiten für die eigentliche Sanierung sind im Dezember geleistet worden. Die alten Fundamente wurden abgetragen, der Beton erneuert, damit die sogenannte Bewehrung, also die Verstärkung des Werk- oder Baustoffes wie etwa der Stahlbeton, nicht beschädigt wird. Das neue Betonfundament ist vergrößert worden, um die Standfestigkeit zu erreichen, die der Förderturm braucht.

Mitte Dezember war die Bewerbungsfrist für das europaweit ausgeschriebene Projekt abgelaufen. Die Verhandlungen mit den Bewerbern fanden im Januar statt. Laut WEG haben sich insgesamt sieben Unternehmen um den Sanierungsauftrag beworben.

Zeche Holland ist Heimat

Freude darüber, dass „es endlich losgeht“, äußert Carsten Hauseur (30). Der gebürtige Wattenscheider, der heute in Hessen lebt, aber oft seine alte Heimatstadt besucht, hatte vor Jahren die Aktion „Zeche Holland muss bleiben“ mitgegründet. „Ich verfolge immer, was gerade mit dem Turm geschieht und bin in Kontakt mit der WEG“, sagt Hauseur. Aktiv ist er auf Facebook unterwegs und hat darüber „über 5000 Leute im Rücken, die am Geschehen interessiert sind.“ Hauseur: „Für mich ist der Förderturm Heimat. Er ist schon von der Autobahn aus zu sehen und ist aus Wattenscheid nicht wegzudenken.“

>>> INFO: Netzwerk-Gruppe diskutiert künftiges Nutzungskonzept

  • Über das soziale Netzwerk Facebook hatte Carsten Hauseur, der die Seite „Zeche Holland muss bleiben“ mitgegründet hat, schon eine Beitragsreichweite bis zu 18 000 Personen.
  • Nach wie vor wird auf facebook.com/zecheholland fleißig diskutiert. Derzeit, so Hauseur, „geht es um das künftige Nutzungskonzept für den Bereich der Zeche. Aber hier stecken wir noch absolut in den Kinderschuhen.“ Die spätere Nutzung, so meint er, „muss bürgernah sein und das Gelände um den Förderturm soll für die Öffentlichkeit zugänglich sein.“
  • Doch müsse jetzt erst einmal die Sanierung abgewartet werden. Hauseur und seine Mitstreiter hatten im November 2013 schon zur Demo „Der Turm muss bleiben“ geladen. Über 300 Bürger kamen damals. Eine Attraktion war der Roboter „Robbi“.
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