Fahren erlaubt

Radweg durch Kleingartenanlage sorgt erneut für Ärger

Die unzulässige Beschilderung „Radfahrer absteigen!“ muss der Kleingartenverein „Am Dückerweg“ an beiden Toren entfernen. Hinweisschilder dürfen das Verbot jedoch ersetzen.

Die unzulässige Beschilderung „Radfahrer absteigen!“ muss der Kleingartenverein „Am Dückerweg“ an beiden Toren entfernen. Hinweisschilder dürfen das Verbot jedoch ersetzen.

Foto: TG

Wattenscheid.   Streitigkeiten über Nutzung zwischen Pächtern, Passanten und Radlern. Stadt Bochum fällt klares Urteil. Lösung der Problematik ist in Sicht.

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Er sorgt für die Verbindung von Westenfelder Straße und Vietingstraße – und immer wieder für Ärger: Der Radweg entlang der A 40 führt durch die Kleingartenanlage „Am Dückerweg“, wo es schon häufiger zu Auseinandersetzungen zwischen Fahrradfahrern und Fußgängern gekommen ist. Die einen pochen auf ihr Durchfahrtsrecht, die anderen sehen sich durch zu schnelle Radler gefährdet. Weiterer Streitpunkt: Schilder, die an den Toren angebracht sind und Fahrer zum Absteigen auffordern.

„Ein Zwang zum Absteigen darf nicht ausgeschildert sein“, stellt Matthias Olschowy, Nahmobilitätsbeauftragter der Stadt Bochum, klar. „Der Kleingartenverein wurde darauf hingewiesen, dass die Schilder zu tauschen sind. Vereinbart war, dass ein Hinweis auf rücksichtsvolles Verhalten von allen Seiten angebracht werden kann.“ Deshalb werde die Stadt noch einmal Kontakt zum Verein herstellen, denn: „Radfahrer dürfen auf der Strecke fahren“, so Olschowy eindeutig.

Schon häufiger Konfrontationen

Dennoch meldete sich erneut ein Radler (Name der Redaktion bekannt) bei der WAZ und berichtete, kürzlich lautstark in der Anlage „angepöbelt“ worden zu sein, als er sich weigerte, abzusteigen und zu schieben. Ali El Ouamari, erster Vorsitzender des Kleingartenvereins (KGV) „Am Dückerweg“, hat Kenntnis von Konfrontationen, allerdings: „In letzter Zeit ist es deutlich ruhiger geworden. Es hat hier Unfälle zwischen Fahrradfahrern und Fußgängern gegeben und auch Streitigkeiten.“ Die Beteiligten gehörten jedoch „nicht zu unserer Anlage.“

Offizieller Radweg darf befahren werden

Diese werde täglich von vielen Fußgängern genutzt, so dass es nicht nur Pächter seien, die sich über radelnde Personen ärgern würden. El Ouamari schildert: „Manche Fahrer sind sehr schnell unterwegs. Wir haben kleine Kinder hier, die auch mal einfach auf den Weg laufen.“ Deshalb sei laut Satzung des KGV das Radfahren in der gesamten Anlage verboten. Da es sich jedoch um einen offiziellen Radweg handelt, gilt dieses Verbot laut der Stadt nicht.

Verlegung soll Situation entschärfen

Eine Lösung im Sinne aller Nutzer scheint bereits gefunden, wie Olschowy ankündigt: „Der Radweg soll verlegt werden, der Förderantrag ist gestellt.“ Künftig werden Fahrer nur noch bis zum Tor des KGV geleitet. Von dort aus geht es „entlang der Lärmschutzwand an der Tankstelle. Das Tor, das aktuell westlich steht, wird ein Stück nach Norden versetzt, hinter die Abzweigung des Weges“, konkretisiert Olschowy. Radfahrer müssen es dann erst gar nicht passieren. KGV-Vorsitzender El Ouamari bestätigt: „Uns ist bekannt, dass der Radweg verlegt werden soll und wir sind darum bemüht, die Streitigkeiten zu schlichten.“

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