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Tierschützerin erstattet Anzeige nach Gänsereiten in Wattenscheid

Eine Gruppe protestierte gegen das Gänsereiten am Rosenmontag am Hellweg.

Foto: Socrates Tassos

Eine Gruppe protestierte gegen das Gänsereiten am Rosenmontag am Hellweg. Foto: Socrates Tassos

Bochum-Wattenscheid.   Sandra Lück von der Tierschutzpartei hat Strafanzeige nach dem Gänsereiten in Wattenscheid erstattet. Dabei geht es allerdings nicht um die Gänse.

Sandra Lück, Bundesvorsitzende der Tierschutzpartei und Anmelderin der Demo gegen das Gänsereiten, hat Strafanzeige wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz erstattet.

Nach dem Gänsereiten in Sevinghausen am Montag seien ihr Fotos und Aussagen zu Verletzungen eines Pferdes zugespielt worden, „welche dem Tier durch Schläge zugefügt wurden. Laut Aussage der Zeugin, die mit ihrem Sohn vor Ort war, wurde das Tier noch während des Gänsereitens herausgezogen, um die Verletzungen durch die zugefügten Prügel zu behandeln. Ein weiterer Reiter sei aggressiv mit seinem Tier umgegangen und habe ihm in de Nase gegriffen, um ihm Schmerzen zuzufügen, da es beim Reiten nicht pariert habe. Insgesamt sei auf mehrere Pferde hart eingeschlagen worden“.

Lück erstattete Anzeige gegen Unbekannt und fordert das Veterinäramt Bochum auf, alle Tiere, die beim Gänsereiten zum Einsatz kamen, umgehend zu begutachten.

Sprecher des Gänsereiterclubs Sevinghausen weist Vorwürfe zurück

Rolf Hahne, Sprecher des Gänsereiterclubs Sevinghausen, weist die Vorwürfe strikt zurück; kein Pferd sei misshandelt oder geschlagen worden, alle Tiere hätten anschließend auch am Umzug teilgenommen. „Die Reitgerte wird – wie auch woanders üblich – lediglich dazu eingesetzt, um Pferde gegebenenfalls anzutreiben.“

Die Bundesvorsitzende der Tierschutzpartei fordert von den Gänsereitervereinen Höntrop und Sevinghausen, auf echte Gänse beim Reiterwettbewerb am Rosenmontag zu verzichten. „Wir haben bereits im vorletzten Jahr eine Klage auf Vereinsverbot beim Innenministerium eingereicht, die leider abgelehnt wurde.“ Weitere juristische Schritte würden jetzt geprüft.

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