Ehrenamtliche Hilfen

Bürgerhilfe Bochum bietet Menschen mit Sehbehinderungen Rat

Elfi Zirkel (63), Vorsitzende der Bürgerhilfe Bochum e.V., präsentiert das Bildschirm-Lesegerät in der Beratungsstelle an der Voedestraße 5. Foto:Gero Helm

Elfi Zirkel (63), Vorsitzende der Bürgerhilfe Bochum e.V., präsentiert das Bildschirm-Lesegerät in der Beratungsstelle an der Voedestraße 5. Foto:Gero Helm

Wattenscheid.   Die Angebote des Vereins Bürgerhilfe Bochum werden zentral in Wattenscheid fortgesetzt. Ausgeweitet wird der Betreuungsdienst für die Bürger.

Rat und Hilfe vor Ort, ein funktionierendes Netzwerk: Sehbehinderte und blinde Menschen können in Wattenscheid weiterhin auf eine Anlaufstelle und Ansprechpartner setzen, die Fragen beantworten und Unterstützungen bieten. In der Trägerschaft der Bürgerhilfe Bochum e.V. bleiben die ehrenamtliche Vorsitzende Elfi Zirkel (63) und ihre Mitstreiter wie gewohnt aktiv.

Zwar wurden die Blindenvereine Bochum und Wattenscheid 2018 zusammengelegt, der neue Sitz befindet sich in der Alsenstraße 19 im Haus der Begegnung (Bochum-Mitte), beraten wird weiterhin auch in Wattenscheid-Mitte an der Voedestraße 5. Zirkel: „Das Netzwerk hier ist daran interessiert, das Betroffene weiterhin Rat und Hilfe finden. Auch unsere Angebote werden fortgesetzt.“

Seit 38 Jahren ehrenamtlich aktiv

Zirkel selbst ist nicht nur seit 38 Jahren ehrenamtlich aktiv, gründete 2010 die Bürgerhilfe, betreibt zudem die vereinseigene Gaststätte „Haus Sommerdelle“ – auch sie ist „von Geburt an betroffen. Ich sehe sehr wenig, bin dafür aber sehr gut geschult, was auch meine Arbeit auszeichnet: ich möchte motivieren.“ Die 63-jährige Wattenscheiderin lebt es vor, weiß, wovon sie spricht: „Ich möchte dem Leben gegenüber positiv aufgeschlossen sein. Viele fallen nach einer Diagnose in schwarze Löcher, dann können wir unterstützen.“

So mache längst die Technik einiges möglich, nennt Zirkel ein Beispiel: „Ich liebe mein Smartphone. Dank der vielen Sprach-Apps kann ich noch selbstbestimmter leben.“ Äußerst gefragt ist vor allem das Bildschirm-Lesegerät, das in der Beratungsstelle der Bürgerhilfe steht. Eine große Angst vieler Betroffener sei, so Zirkel, „dass das Lesen verloren geht, ist für ganz viele Menschen am schlimmsten.“ Das Gerät schafft Abhilfe, projiziert die Buchstaben groß auf den Bildschirm.

Blindenschrift lernen

Ausgeweitet wurde der hauswirtschaftliche Betreuungsdienst der Bürgerhilfe, informiert Zirkel: „Es bestand schon immer großer Bedarf an Alltags- und Haushaltshilfen. Durch die Pflegereform sind mehr Menschen in der Lage, sich Hilfen einzukaufen, die wir dann mit der Pflegekasse abrechnen können.“ Dazu zählen etwa ein Begleitservice bei Behördengängen oder Arztbesuchen, Einkaufs- und Reinigungshilfen sowie allgemeinere Aktivitäten wie Spaziergänge. Genutzt werden kann der Dienst von allen Menschen mit einem Pflegegrad ab Stufe 1.

Zum wöchentlichen Spielenachmittag kommen sogar Teilnehmer aus Recklinghausen nach Wattenscheid, berichtet Zirkel: „Jeden Mittwoch treffen wir uns in der Voedestraße von 15 bis 17 Uhr, haben zum Beispiel spezielle Spielkarten, die Sehbehinderte und Blinde gleichermaßen nutzen können.“ Ehrenamtler Bernhard Schröder bietet zudem samstags (10 bis 12 Uhr) Kurse in der Brailleschrift (Blindenschrift) an. Jeden Freitag wird ein „Offener Treff“ (15 bis 17 Uhr) im Haus Sommerdelle (Sommerdellenstraße 76) geboten.

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