Bestattungen

Beerdigung wie im Wald ist nun auch in Wattenscheid möglich

Urnenbestattungen wie im Wald will Holger Sense, Verwalter des evangelischen Friedhofs in Westenfeld, anbieten

Urnenbestattungen wie im Wald will Holger Sense, Verwalter des evangelischen Friedhofs in Westenfeld, anbieten

Foto: Rad

Westenfeld.   Die Bestattungskultur hat sich gewandelt. Der neue Trend: naturnahe Bestattungen. Die sind jetzt auch in Wattenscheid möglich.

„Immer mehr Menschen beschäftigen sich schon vor ihrem Tod mit der Frage, wie sie bestattet werden möchten“, sagt Holger Sense. „Das war früher anders, aber mittlerweile hat sich diese Entwicklung verfestigt.“

Der 43-Jährige ist Verwalter des evangelischen Friedhofs an der Westenfelder Straße. Auch hier habe es in den vergangenen zehn Jahren „einen deutlichen Wandel in der Bestattungskultur“ gegeben: Machten Sargbeerdigungen früher noch einen Anteil von rund 95 Prozent aus, so finden jetzt fast zwei Drittel der Beisetzungen in Urnen statt. Auf dem evangelischen Friedhof ist diese Beisetzungsform zwar schon seit 18 Jahren möglich. Doch dabei ist ebenfalls ein Wandel eingetreten. „Es geht auch darum, dass sich immer mehr Menschen naturnah beerdigen lassen wollen“, sagt Holger Sense.

Die evangelische Kirchengemeinde habe darauf reagiert und eine neue Satzung verabschiedet. Diese bietet jetzt auch die Möglichkeit, Urnen unter Bäumen beizusetzen. Dazu wurde in einem Bereich mit mehreren Buchen ein Feld für rund 220 Urnen hergerichtet. Auf vier rund zwei Meter hohen Stelen werden die Namen der Verstorbenen vermerkt. „Anonyme Bestattungen gibt es auf unserem Friedhof nicht“, betont Holger Sense. „Ich habe festgestellt, dass die Trauergäste wissen wollen, wo der Verstorbene liegt. Das können wir auf Nachfrage jedem Besucher zeigen.“ Außerdem gibt es neuerdings die Möglichkeit eines Baumfamiliengrabes für bis zu vier Urnen.

Wie ein Park mit 380 Bäumen

„Wir haben hier zwar keinen Wald, doch unser Friedhof mit seinen rund 380 Bäumen ist ein Park mit einem reichhaltigen Vogelbestand“, erklärt Holger Sense. „Es gibt Besucher, die kommen auch zum Erholen und Abschalten in grüner Umgebung.“

Der Trend zur Urnenbestattung habe mehrere Gründe, so Sense. Dabei gehe es vor allem um Argumente wie Pflege und Kosten. „Wichtig ist, dass wir hier den Menschen alle Optionen geben, um frei wählen zu können. Wir bieten auch Beratung an.“ So gibt es auf dem Friedhof neuerdings auch die Möglichkeit, jeweils vier Urnen an einer Stele oder in dem neuen Gräberfeld für jeweils zwei Urnen beizusetzen. „Immer mehr Leute reservieren bereits im Vorfeld einen Platz in dem Bereich“, sagt Holger Sense.

Regelmäßige Führungen

Der evangelische Friedhof bietet in regelmäßigen Abständen Führungen an, um Interessierte zu informieren. Der nächste Rundgang auf dem Friedhof beginnt am Montag (20.) um 13.30 Uhr.

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