Jubiläum

70 Jahre Wattenscheider Chorverband: Klein, aber oho

Der Projekt-Chor des Chorverbandes Wattenscheid eröffnete die Jubiläumsveranstaltung in der Eppendorfer Museumsscheune.

Der Projekt-Chor des Chorverbandes Wattenscheid eröffnete die Jubiläumsveranstaltung in der Eppendorfer Museumsscheune.

Foto: Uwe Möller

Wattenscheid.  Mit einem Empfang eröffnete der Wattenscheider Chorverband das 70. Jubiläumsjahr. Der Verband aus elf Chören erntet große Anerkennung.

Mit runden 70 Jahren darf man zu großen Vorbildern greifen: Karin Hoffmann, Vorsitzende des Chorverbandes Wattenscheid, zitierte Ludwig van Beethoven, der vor 250 Jahren geboren wurde, in dessen Jubiläumsjahr. „Musik ist eine höhere Weisheit und Philosophie“, erinnerte sie zu Beginn des Empfangs zum 70-jährigen Bestehen des Verbandes, übrigens als erste Frau an der Vorstands-Spitze in der Geschichte.

Chorverband Wattenscheid zeigt zum 70. Geburtstag: Klasse geht auch ohne Masse

Den musikalischen Auftakt hatte das jüngste Ensemble des Verbandes gegeben. Der Projektchor entstand gerade einmal vor einem Jahr, und zum Jubiläumsempfang in der Scheune des Eppendorfer Heimatvereins ließ es sich Kreischorleiter Gisbert Schmidt nicht nehmen, den Solopart zu übernehmen und mit dem Chor in einen unterhaltsamen Dialog zu treten.

Mit zehn Männerchören und einem gemischten Chor entstand die Wattenscheider Gemeinschaft 1950, schon kurz darauf kam dann der Frauenchor Höntrop dazu, der an diesem Tag auch eine Probe seines Könnens ablieferte. Heute, berichtete Hoffmann, habe sich viel geändert und präsentierten sich die Mitglieder des Dachverbandes inzwischen in einer breiteren musikalischen Streuung.

Die Jüngsten auf der Musical-Bühne

Besonders stolz zeigte sie sich über die Wattenscheider Musical-Kids, deren Gründung vor zwei Jahren ein langgehegter Wunsch gewesen sei. Nach einem eher verhaltenem Auftakt bei den Castings vor zwei Jahren konnten sie inzwischen beachtliche Erfolge feiern. Und Hoffmann erinnerte, vor allem hätten sie dabei gleichermaßen gelernt, zu singen, Texte vorzutragen und zu schauspielern.

OB lobt Mischung in der Kultur

Oberbürgermeister Thomas Eiskirch (SPD) griff in seiner Festansprache auf die Entstehungszeit des Chorverbandes zurück, als die Mitgliedschaft in einem Chor, einem Sportclub oder überhaupt einem Verein noch ganz selbstverständlich war. „Als Ablenkung und Abwechslung im Alltag, der von Kohle und Stahl und der Arbeit geprägt war“, unterstrich er, und um so erfreulicher sei, dass es dem Wattenscheider Verband gelungen sein, seine Angebote „up to date“ zu halten. „In unserer pulsierenden Kulturstadt herrscht ein guter Mix aus etablierter und freier Kultur“, schloss Eiskirch und lud die Wattenscheider ein, bei der 700-Jahr-Feier Bochums 2021 ebenso mit dabei zu sein, wie die Bochumer beim Wattenscheider Stadtfest „WAT 600“ es gewesen seien.

Dank für die Unterstützung

Bei Yehudi Menuhin, dem Violinvirtuosen, war Bezirksbürgermeister Manfred Molszich (SPD) mit dessen Charakterisierung „Gesang ist die eigentliche Muttersprache des Menschen“ in seinem Grußwort fündig geworden. Und sehr persönlich gratulierte er: „1950, ein guter Jahrgang, ich werde dieses Jahr auch 70.“ Als Geschenk überreichte er aus dem Raritätenfundus im Wattenscheider Rathaus Karin Hoffmann eine Kachel mit dem alten Wattenscheider Dienstsiegel.

Ebenso strahlend wie gerührt nahm Hoffmann die zahlreichen Glückwünsche und anerkennenden Grüße

entgegen, immerhin handele es sich bei dem Wattenscheider Verband um einen der kleinsten auf NRW-Ebene, aber auch um einen der aktivsten. „Wir sind ganz bestimmt gut aufgestellt, und das auch durch die Unterstützung der Bezirksvertretung und der Stadtwerke mit dem Bürgerprojekt“, das über das Sponsoring manche Aktivität erst ermöglicht hatte.

Kai Krischnak als Sprecher des Energieversorgers gab zurück, dem Unternehmen sei es angenehme Pflicht, dass die Gewinne in der Stadt blieben. Und der Chorverband mit 3527 abgegebenen Herzen, also Stimmen, im Rahmen des Bürgerprojekts, präsentiere sich mit seinen 70 Jahren und elf angeschlossenen Gemeinschaften „jung, lebendig und aktiv“.

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