Der hatte 2012 erstmals mit großem Erfolg stattgefunden. 25 Mädchen und Jungen aller drei weiterführenden Schulen hatten für zwei Wochen in türkischen Familien gelebt und einige Monate später ihre Gastgeber in den eigenen Familien in Oer-Erkenschwick beherbergt. In diesem Jahr sollte der Schüleraustausch nun zum zweiten Mal durchgeführt werden.
"Weil aber noch nicht klar ist, wer bei der Kommunalwahl in der Türkei am letzten März-Sonntag als Sieger hervorgeht und wie die Verwaltungsstrukturen umgebaut werden, haben wir uns einvernehmlich dazu entschlossen, den Austausch auf 2015 zu verschieben", erklärt Bürgermeister Achim Menge.
Der Schülerbesuch ist also nur aufgeschoben und nicht aufgehoben. Dasselbe gilt auch für die Städtepartnerschaft. "Wir werden nach der offiziellen Eingemeindung Obas eine von mehreren deutschen Partnerstädten von Alanya sein", sagt Achim Menge, der in Sachen deutsch-türkischer Kontakte ein Mann der ersten Stunde ist.
Dass die Städtepartnerschaft zu Oer-Erkenschwick aufrecht erhalten bleibt, das hat Menge bereits mit Alanyas noch amtierendem Bürgermeister Hasan Sipahioglu besprochen. Sipahioglu gehört der Partei des türkischen Ministerpräsidenten Erdogan, der AKP, an.
Eine Zusage für die Fortführung der Städtepartnerschaft hat Menge auch von Sipahioglus Herausforderer, dem Sozialdemokraten Sefik Türktas, erhalten. Türktas war der damalige Bürgermeister der noch selbstständigen Stadt Oba, der die Partnerschaft mit Oer-Erkenschwick besiegelt hat. Bei den Kommunalwahlen vor fünf Jahren trat Türktas nicht mehr an. Seitdem ist noch bis zum 31. März der Kaufmann Emin Hatipoglu Bürgermeister der türkischen Partnerstadt.
Für die anstehenden Kommunalwahlen hat Sefik Türktas aber wieder seinen Hut in den Ring geworfen. Der Sozialdemokrat ist aussichtsreicher Gegenkandidat. Denn der Sozialdemokrat wird von weiteren Kleinstädten rund um Alanya, die ebenfalls eingemeindet werden sollen, unterstützt.

