Alexandra Boy bestätigte auf Nachfrage unserer Redaktion: Am Montag sei ein kleines Feuer aufgetreten und sofort gelöscht worden - aber in einem anderen, kleineren Bauteil der alten Anlage. Darüber habe man nichts verlauten lassen, weil dieser Brand ohne jede Außenwirkung blieb.

Was auch den Fachleuten Rätsel aufgibt: Laut Boy wird jede Anlage bei der Stilllegung durchgespült. So sollen alle Produktreste im Inneren entfernt werden. Die Sprecherin bestätigte: Dies sei auch in diesen beiden Fällen geschehen. Hätte das geklappt, wäre keiner der Brände möglich gewesen. Hätten die Fachleute nicht durch den kleinen Brand gewarnt sein und den großen verhindern müssen? Dies sind Fragen, die, so Boy, sowohl intern auch durch externe Gutachter erörtert werden sollen.

Alle Informationen bezüglich Brand, Ursachen und möglichen Folgen wurden nach Angaben der Sprecherin der Bezirksregierung Münster als zuständiger Aufsichtsbehörde übermittelt. Boy: "Wir haben bis jetzt noch keine Rückmeldung bekommen, dass jemand ernsthafte gesundheitliche Probleme bekommen hat."

Ein Bewohner der Blumensiedlung, der nicht genannt werden will, wandte sich gestern an unsere Redaktion: Das für die Blumensiedler eingerichtete Nachbarschaftstelefon sei am Dienstagabend nicht besetzt gewesen, er habe niemanden erreicht - was Alexandra Boy bestreitet: "Das Telefon war besetzt. Wir haben keine Bandansage laufen lassen, sind aber allen Anrufen nachgegangen, auch mit der Werksärztin."

Auf Nachfrage erklärte gestern Jochem Manz, Sprecher der Kreisverwaltung: Zu dem Brand sei der Messzug angefordert worden. Mit sechs Spezialfahrzeugen habe die Feuerwehr die Luft auf Schadstoffe untersucht. Es seien keine gefährliche Substanzen nachgewiesen worden. Insofern geht auch der Kreis davon aus, dass Bürger durch den Brand nicht gesundheitlich gefährdet worden seien.