Kriminalität

Vermeintlich Gehörlose erschleichen sich Spenden

Auf die Mitleidstour: Vermeintlich hörgeschädigte Menschen sammeln auf Supermarkt-Parkplätzen „Spenden“

Auf die Mitleidstour: Vermeintlich hörgeschädigte Menschen sammeln auf Supermarkt-Parkplätzen „Spenden“

Foto: Andrea Warnecke / dpa-tmn

Mettmann.  Polizei im Kreis Mettmann warnt vor dubiosen Spendensammlern, die auf das Mitleid der Mitmenschen spekulieren. Sammler in Monheim festgenommen

Die Kreispolizei in Mettmann warnt vor Trickbetrügern, die mit einer Mitleidsmasche Passanten das Geld aus der Tasche ziehen wollen. Zwei junge Frauen sowie zwei junge Männer im Alter zwischen 17 und 22 Jahren haben sich als gehörlos ausgegeben und so versucht, Kunden eines Supermarktes in Monheim um Bargeld zu bringen. Ähnliche Betrüger tauchen auch andernorts im Kreis auf.

Auf Parkplatz Kontakt aufgenommen

Drei der jungen Leute traten auf dem Parkplatz an mehrere Kunden heran. Das Trio hielt den Kunden Klemmbretter vor und gab an, weder sprechen noch hören zu können. Gleichzeitig baten sie um eine Spende. Laut aktuellen Erkenntnissen der Polizei sind mindestens zwei Kunden auf diese Masche hereingefallen und händigten dem Trio eine kleinere Summe Bargeld aus.

Ein Kunde durchschaute den Trick

Ein Kunde durchschaute aber, dass es sich bei der Masche um den Versuch eines Trickbetrugs handelte und rief die Polizei. Als die Beamten kurz darauf auf dem Parkplatz eintrafen, rannte das Trio zu einem Auto davon, in dem ein Fahrer wartete. Gemeinsam flüchteten die vier Personen zügig vom Tatort. Die Polizeibeamten konnten den Wagen jedoch einholen und anhalten.

Alle konnten sprechen

Alle Insassen waren bereits einschlägig wegen Betrugsdelikten polizeibekannt. Niemand von ihnen war tatsächlich gehörlos oder konnte nicht sprechen. Weitere Ermittlungen ergaben, dass es drei der vier Personen mit ihrer Masche in jüngster Zeit auch schon auf anderen Kundenparkplätzen von Supermärkten versucht hatten. Zudem stellten die Beamten fest, dass die Männer und Frauen im Alter zwischen 17 und 21 Jahren aus Osteuropa in Hagen und Duisburg gemeldet sind.

Auto wurde sichergestellt

Die Folgen für die Trickbetrüger: Sie wurden vorläufig festgenommen und mussten zur weiteren Sachbearbeitung mit zur Polizeiwache nach Langenfeld. Ihr Auto, ein grauer 3er-BMW, wurde beschlagnahmt und sichergestellt. Gegen alle vier wurde ein Strafverfahren eingeleitet. Die Polizei appelliert: Nicht alles, was auf den ersten Blick unterstützungswürdig erscheint, ist auch seriös. Wenn Bürger von einer solchen Person angesprochen werden, sollten misstrauisch sein und im Zweifel die Polizei rufen. Auf keinen Fall Bargeld oder andere Wertgegenstände aushändigen.

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