Betreeung

Tageseltern bieten ein liebevolles Ersatz-Zuhause

Foto: Uwe Möller

Velbert-Mitte.   Rund 200 Kinder werden in Velbert von Tageseltern betreut. In der deutschlandweiten Aktionswoche geben sie Einblick in ihre Arbeit.

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Es ist ganz still an diesem frühen Nachmittag. Die kleinen Jungen und Mädchen haben gerade ihren Mittagsschlaf beendet und machen sich nun auf der kleinen Terrasse über ihr „Picknick“, einen bunten Obstteller, her. Dann warten sie auf Gäste, die ihre Großtagespflegestelle „Mary Poppins“ besuchen wollen. In der Aktionswoche Kindertagespflege hatte die Einrichtung an der Schloßstraße zum Besuch eingeladen.

Tageseltern spielen bei der Betreuung vor allem von Kindern unter drei Jahren eine große Rolle. „Rund 200 Kinder werden in Velbert von etwa 60 qualifizierten Tagesmüttern und -vätern versorgt“, sagt Claudia Schmidt, Leiterin der SKFM-Fachberatungsstelle. Der SKFM vermittelt im Auftrag der Stadt Eltern und Tageseltern und bietet die Qualifizierung an.

Mehr Berufung als Beruf

Die meisten Tagesmütter betreuen drei Kinder in ihren eigenen Räumen, manche aber auch bis zu fünf. Wer Tagesmutter werden will, muss an einer Qualifizierungsmaßnahme teilnehmen. Es wird zudem geprüft, ob die Wohnsituation für die Kleinen geeignet ist, ob es einen Raum gibt, in dem sie in Ruhe schlafen können.

Etwas anders läuft es in den Großtagespflegen. Hier betreuen zwei Tagesmütter bis zu neun Kinder, so wie bei Mary Poppins. „Die Räume hier sind nur für die Kinder, hier wohnt niemand“, erzählt Anke Marnitz. Auf rund 120 Quadratmetern können sich die Kleinen austoben. In der großen Küche wird täglich frisch gekocht, es gibt ein großes Spielzimmer, einen Schlaf- und einen Wickelraum und eine kleine Terrasse.

„Die Kinder können sich frei bewegen“, sagt Anke Marnitz, der die Arbeit mit den Kindern richtig Spaß macht. „Das ist mehr Berufung als Beruf“, sagt sie. In den drei Jahren, die Mary Poppins besteht, sei sie noch nie mit einem schlechten Gefühl zu Arbeit gekommen. Die Kinder gäben einem viel. Von einigen werden sie und ihre Kollegin Kerstin Roth sich im August trennen müssen. Die Jungen und Mädchen besuchen dann einen Kindergarten. Freie Plätze gibt es dann aber nicht, alle sind vergeben. Das jüngste Kind wird dann 4,5 Monate alt sein. Aber nicht nur für die ganz Kleinen sind die Tageseltern da. „Wir vermitteln auch ältere Kinder, die beispielsweise in Randzeiten am Abend betreut werden müssen. Bis zum Alter von 14 Jahren ist das möglich“, erklärt Claudia Schmidt. Ihr Büro berät und vermittelt auch bei Konflikten. Hier geht es meist um Pünktlichkeit und Erziehungsstile.

Die Fachberatungsstelle kommt zudem zum Einsatz, wenn eine Tagesmutter krankheitsbedingt ausfallen sollte. „Dann setze ich mich ans Telefon und suche freie Plätze“, berichtet Claudia Schmidt. Sie und ihre Kolleginnen wünschen sich, einen Vertretungspool, den die Stadt finanzieren müsste. Zwei Springer könnten in Notfällen zum Einsatz kommen. In anderen Städten gebe es die Springer längst.

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