Flüchtlinge

Stadt Velbert will vorrangig Obdachlosigkeit vermeiden

Dörte Frisch (3. v. l.) nahm gestern Nachmittag eine Schulmaterialspende der Troxler Werkstätten in Empfang.

Dörte Frisch (3. v. l.) nahm gestern Nachmittag eine Schulmaterialspende der Troxler Werkstätten in Empfang.

Foto: WAZ FotoPool

Neviges.   Bei der Herausforderung der Flüchtlingsbetreuung gibt es offenbar unüberbrückbare Differenzen zwischen der Stadt Velbert und der Flüchtlingshilfe über Vorgehensweise und Ziele.

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Dass es eine Willkommenskultur in Velbert gibt, beweisen nicht zuletzt die vielen Aktivitäten von Ehrenamtlichen für die Flüchtlinge – das S.O.S.-Team oder auch die „Flüchtlingshilfe Velbert. Projekt Deutsch lernen“ sind bereits in der WAZ vorgestellt worden.

Nun sind helfende Menschen oft gut vernetzt; Jenny Jäckel, die sich mit fünf weiteren ehrenamtlichen Frauen dem Verein Flüchtlingshilfe Velbert angeschlossen hatte, kam über ihre Hundeschule in Kontakt mit den Troxler Werkstätten in Wuppertal. „Diese sozial-integrative Einrichtung arbeitet seit mehr als 50 Jahren mit Menschen mit Behinderung und will uns mit einer Großspende aus Schulheften, Malstiften und Malblöcken bei der Arbeit mit den Flüchtlingen in der Sporthalle Waldschlösschen unterstützen“, so Dörte Frisch, Vorsitzende der Flüchtlingshilfe.

Am Dienstagnachmittag sollte nun die Übergabe an der Flüchtlingsunterkunft unmittelbar neben der Hardenbergschule stattfinden, doch bereits im Vorfeld muss es zu Spannungen zwischen dem DRK, das die Notunterkunft in Neviges betreibt, und den ehrenamtlichen Helferinnen gekommen sein.

Halle steht nicht mehr zur Verfügung

„Die Kommunikation ist schwierig, unser Zugang zu den Flüchtlingen wird im Gegensatz zu früher erschwert, auch die Stadt hilft uns dabei nicht“, klagt Frisch. Ein Nebenraum der Sporthalle, der zur Lagerung von Spielzeug, Kuscheltieren und nun auch Schulmaterial genutzt werden sollte, stand jetzt – für die Helferinnen unerwartet – nicht mehr zur Verfügung. Frage an den Verantwortlichen des DRK vor Ort: Was hat sich verändert, dass der Einsatz der Ehrenamtlichen nicht mehr in dem bislang gewohnten Maß unterstützt wird? Martin Seifert: „Wir dienen allein der Sicherheit der Flüchtlinge in der Halle, und die ist tabu für alle Unbefugten!“

Damit befindet sich das DRK in völliger Übereinstimmung mit der Position der Stadt. „Wer etwas für die Flüchtlinge tun möchte, kann sich an das S.O.S-Team oder direkt ans DRK wenden“, sagt Stadtsprecher Hans-Joachim Blißenbach. Offenbar hat es unheilbare Differenzen zwischen Stadt und Dörte Frisch und Gefolgsleuten über Prioritäten bei der Flüchtlingsfrage gegeben. Blißenbach: „Wie bei allen anderen Kommunen auch ist unsere Aufgabe allein die, Obdachlosigkeit zu vermeiden.“

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