Schulpolitik

Nierenhofer wollen um ihre Grundschule kämpfen

Beeindruckende Kulisse: Der Kirchsaal Bonsfeld konnte gar nicht alle Besucher fassen, die Bürgervereinsvorsitzender Stephan Simmet zur Informationsveranstaltung begrüßte.

Beeindruckende Kulisse: Der Kirchsaal Bonsfeld konnte gar nicht alle Besucher fassen, die Bürgervereinsvorsitzender Stephan Simmet zur Informationsveranstaltung begrüßte.

Foto: Uwe Möller

Nierenhof.   Die Nierenhofer wollen um ihre Grundschule kämpfen: Das zeigten über 260 Besucher, die zur Info-Veranstaltung in die evangelische Kirche kamen.

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Nein – kampflos werden sie „ihre“ Schule nicht aufgeben, die Nierenhofer. Das wurde auf beeindruckende Weise am Mittwochabend deutlich: In den Saal der ev. Kirche hatten die Schulpflegschaft der Max-&-Moritz-Grundschule und der Bürgerverein Nierenhof eingeladen, um über den aktuellen Stand der von der Stadt angedachten Schließung der Schule an der Kohlenstraße zu informieren. 260 Bürger wollten sich das nicht entgehen lassen – zu viele, als dass der Kirchsaal sie hätte fassen können.

Wichtige Info vom Bürgermeister

„Wir bauen noch etwas um“, empfing Bürgervereinsvorsitzender Stephan Simmet die Gäste, während eilig die Tür zum Nebenraum geöffnet und weitere Stühle aufgestellt wurden. Und nachdem er, als tatsächlich alle einen Sitzplatz gefunden hatte, die Besucher im Namen von gut einem Dutzend Vereine und Institutionen begrüßt hatte, die sich inzwischen in einer Arbeitsgemeinschaft für den Erhalt einer Schule in Nierenhof engagieren, hatte seine erste Information an diesem Abend wirklich etwas von einem Paukenschlag.

„Wir hatten am letzten Mittwoch ein Gespräch mit Bürgermeister Dirk Lukrafka. Der Bürgermeister hat uns mitgeteilt, dass es erstmal keine Beschlussvorlage der Verwaltung in dieser Sache für den Rat geben werde“, berichtete Simmet Hintergrund sei, dass zunächst noch einmal alle Fakten, vor allem aber auch die Zahlen genau geprüft werden sollten.

Arbeitsgemeinschaft schlägt einen Schulneubau vor

Was dann wohl auch das Konzept wieder ins Rennen bringen könnte, das der Arbeitskreis selbst für den Erhalt eines Schulstandortes Nierenhof erarbeitet hat. Als „Variante V“ ist es ebenfalls in die Beratungsunterlagen der Politiker eingeflossen. Hans-Dieter Kiewel, früherer Schulpfegschaftsvorsitzender von Max-&Moritz, stellte den Besuchern im Detail vor, was sich dahinter verbirgt: der Neubau eines Schulhauses genau auf der Hälfte zwischen den Standorten Kohlenstraße und Hüserstraße.

Die, so die Idee, könnten für den Schulneubau am Fellershof dann beide aufgegeben werden. Rund zehn Millionen Euro könnte das die Stadt kosten – rund drei Millionen mehr als die von der Verwaltung präferierte Variante II: Die Aufgabe der Schule an der Kohlenstraße, dafür die Sanierung und der Erhalte der Schulstandorte Kuhstraße, Wilhelm-Ophüls-Schule und Max-&-Moritz Hüserstraße.

Kritik auch an Zahlenspielen der Verwaltung

„Wir halten diese Kostenberechnung der Stadt aber für falsch“, erläuterte Kiewel und hielt entgegen: „Wir kommen auf höchstens 1,1 Millionen Euro, die unsere Lösung mehr kostetet.“ Dafür allerdings hätte man auch ein neues, energetisch hochmodernes Schulhaus, mit deutlich niedrigeren Energie- und auf absehbare Zeit gegen Null gehende Sanierungskosten.

In der anschließenden etwa einstündigen Diskussion wurde deutlich, dass die Bereitschaft der Nierenhofer groß ist, sich für den Erhalt des Schulstandortes einzusetzen. Und so wurde von der Zuhörerschaft auch gleich die Einladung zu einer Podiumsdiskussion begeistert aufgenommen, zu der Bürgerverein und Schulpflegschaft nach den Sommerferien auch Politiker einladen wollen.

Einladung in die Schulausschuss-Sitzung

Dass man den Kontakt zu denen aber auch schon vorher suchen kann, hatte Simmet bereits zu Beginn der Informationsveranstaltung deutlich gemacht: „Am 13. Juli tagt der Schulausschuss im Velberter Rathaus, und sie sind alle herzlich eingeladen, diese Sitzung zu besuchen – sie ist öffentlich!“

Ach ja – einen Tipp, wie man sich im Detail über das Thema Grundschulen in Langenberg informieren kann, gab es für die Besucher der Info-Veranstaltung auch noch: Alle Unterlagen finden sich im „Ratsinformationssystem“ der Stadt Velbert: www.velbert.de, „Politik“, „Sitzungen“, und dann unter Tagesordnungspunkt 2, der Schulausschuss-Sitzung vom 5. April.

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