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Mit „Holgers Fahrschule“ in Neviges zur Eisdiele düsen

Ein gut gelauntes Team: Fahrlehrer Holger Hentschke (l.) ist für Theorie und Praxis zuständig, sein Bruder Thorsten für den kaufmännischen Bereich. Die neue Fahrschule ist an der Elberfelder Straße, früher war hier eine Reinigung.

Ein gut gelauntes Team: Fahrlehrer Holger Hentschke (l.) ist für Theorie und Praxis zuständig, sein Bruder Thorsten für den kaufmännischen Bereich. Die neue Fahrschule ist an der Elberfelder Straße, früher war hier eine Reinigung.

Foto: Uwe Möller / FUNKE Foto Services

Neviges.  Mit Spaß will Fahrlehrer Holger Hentschke Velberter Anfängern Sicherheit im Straßenverkehr vermitteln. Manche Touren enden ganz überraschend.

Vorn steht ein schickes schwarzes Ledersofa, hinten im Gruppenraum warten moderne Bürostühle. Alles ist hell und luftig, die Wände strahlen weiß. Auf dem Regal schweben, übrig geblieben von der Einweihungsfeier, drei Luftballons in den Ampelfarben rot, gelb, grün. So fröhlich wie die Räume wirken, ist auch das Team in „Holgers Fahrschule“ an der Elberfelder Straße/Ecke Wilhelmstraße, in den Räumen einer ehemaligen Reinigung. „Haben wir alles selbst renoviert, war ganz schön viel Arbeit. Das stand ja drei Jahre leer“, erzählt Fahrlehrer Holger Hentschke, der die Schule zusammen mit seinem Bruder Thorsten führt. Er selbst ist für die Praxis zuständig, sein Bruder für das Kaufmännische, also Steuern und Buchhaltung. Ihr Ziel: Fahranfängern mit Spaß die nötige Sicherheit im Straßenverkehr zu vermitteln.

Fahrstunde mit ungewöhnlichem Ziel

Und dabei geht Holger Hentschke, der lange in Norddeutschland lebte und jetzt in seine Heimatstadt Neviges zurück gekehrt ist, gern ungewöhnliche Wege. „Eine der Touren ist immer eine Event-Fahrstunde und endet mit einer Überraschung.“ Aha. „Also nicht mit einer Unfall“, beeilt sich der Fahrlehrer gut gelaunt zu sagen, „sondern mit einem besonders schönen Ziel.“ So geht es bei sonnigem Wetter mit dem Fahrschulwagen, einem Seat Leon, in die Eisdiele nach Ratingen-Hösel oder in den Langenberger Kletterpark. Bei Regen kann sich Holger Hentschke auch einen Abstecher in ein Bowling-Center vorstellen. Vieles ist ein bisschen anders hier, vieles hat Hentschke, wie er selbst sagt, aus seiner Zeit in Norddeutschland mitgebracht.

Ganz gelassen am Berg anfahren

Zum Beispiel, wie er die Theorie gestaltet. Klar, jeder einzelne müsse schon lernen, damit dann später bei der Prüfung alles sitzt. Aber beim Unterricht selbst, da setzt er auf Kleingruppenarbeit. Und geht dabei auf die Bedürfnisse der einzelnen Schüler ein. „Es gibt zum Beispiel visuelle Typen, die lernen am besten, wenn sie etwas sehen und auditive, da passiert mehr übers Gehör.“ Als Vater einer 15-jährigen Tochter weiß er zudem, was junge Fahranfänger meistens nicht haben: viel Zeit. „Wir haben daher den Theorie-Teil anders aufgeteilt, nämlich sieben Werktage lang an hintereinander, immer von 18 bis 21 Uhr. Da fällt dann eben nur ein Mal das Handball-Training oder ähnliches aus.“ Der praktische Teil beginnt in „Holgers Fahrschule“ auch nicht gleich auf der Straße, sondern am Simulator. Einparken üben oder ohne Schweißperlen auf der Stirn am Berg anfahren, das alles ist hier möglich. „Der Anfänger kann erstmal in Ruhe gucken, sich zurecht finden.“

Glücklich in Neviges niedergelassen

Dass sich die beiden Brüder ausgerechnet in Neviges niedergelassen haben, sehen beide als glückliche Fügung. Holger Hentschke, seit 1999 Fahrlehrer, war bis vor Kurzem in der Fahrschule Lohe in Velbert-Mitte angestellt. „Herr Lohe ist mit 68 Jahren in Ruhestand gegangen, und dieses Ladenlokal stand leer. Es ist mittendrin in Neviges, man nimmt uns wahr. Viele Fahrschulen liegen ja oft recht versteckt.“ Was auch seinem Bruder Thorsten, der in Solingen wohnt, gefällt: „Das ist so familiär hier. Wir haben ja alles selbst renoviert, die Leute fragten immer nach und haben sich mit uns gefreut.“

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