Landtagswahl 2017

Landtagswahl: Martin Sträßer (CDU) im Kandidatenporträt

Zum Entspannen geht Martin Sträßer gerne in die Küche zum Kochen und Backen. Oder er setzt sich ans Klavier.

Foto: Thomas Gödde

Zum Entspannen geht Martin Sträßer gerne in die Küche zum Kochen und Backen. Oder er setzt sich ans Klavier. Foto: Thomas Gödde

Velbert.  Der CDU-Kandidat möchte sich im Landtag seinem Schwerpunkt widmen: lebenslang Bildungspolitik. Seine Politik prägt das christliche Menschenbild.

Martin Sträßer kämpft nicht nur höchstpersönlich um möglichst viele Erststimmen, weil er mit seinem Listenplatz 89 nur in den Landtag einzieht, wenn er seinen SPD-Kontrahenten überflügelt. Der 57-Jährige setzt vielmehr auch ganz grundsätzlich darauf, dass das Wahlrecht richtig eifrig genutzt wird: „Ich hoffe, dass wir über 70 Prozent Wahlbeteiligung kommen. Dann brauchen wir uns über Linke und Rechte weniger Gedanken zu machen.“

Pater Kunibert Kok hat ihn geprägt

Seinen Schwerpunkt habe er in jungen Jahren immer in Tönisheide gehabt, und zwar sowohl in der Gemeinde als auch im ASV, erzählt der gebürtige Nevigeser, der stets und absolut unverkennbar ein franziskanisches Holzkreuz trägt. Pater Kunibert Kok habe ihn als Kind und Jugendlichen tief geprägt. Und wohl auch fürs Leben, bis hin zum Eintritt in die CDU: „Es ist das christliche Menschenbild, aus dem heraus ich Politik mache.“ Taizé – „Das ist natürlich unsere Generation“ – und Assisi hat Sträßer als Reiseziel noch auf seiner Liste, jetzt nimmt er erst einmal Kurs auf Düsseldorf.

Zweimal ist er bereits als Kandidat angetreten – und leer ausgegangen, obwohl er „gute Erststimmmen-Ergebnisse geholt“ habe: einmal zu Zeiten Norbert Blüms, das andere Mal mit Helmut Linssen. Jetzt also der dritte Anlauf. Er richte sich auf eine Perspektive von zehn Jahren ein. „Wenn man was bewegen will, braucht man zwei Wahlperioden. Und man stellt sich im Landtag ja auch zunächst hinten an.“

Interessenvertreter der chemischen Industrie

Seinen Arbeitsplatz hat der Jurist schon seit Jahrzehnten in Sichtweite. Als stv. Geschäftsführer des NRW-Landesverbandes der Chemischen Industrie fungiert er als „Hörrohr und Sprachrohr“, vertritt er die Interessen dieser großen Branche mit landesweit etwa 100 000 Beschäftigten. Kommunal- und parteipolitisch aktiv kennt man ihn in Velbert und seit Heirat und Umzug 1995 auch in Wülfrath in vielfältiger Hinsicht: Stadtrat, Kreistag, Stadtverbandsvorsitz, Schulausschuss und stv. Fraktionsvorsitz.

Auf seinen parteiinternen Konkurrenten, den ursprünglichen Kandidaten des Velberter Stadtverbandes Michael Schmidt, angesprochen, sagt er: „Da gibt’s eben noch aus alten Zeiten welche, die mit mir nicht so recht können.“ Er sei eben nie jedermanns Liebling gewesen und habe „auch damals schon in der CDU gestritten“.

Sträßer möchte seinen eigenen Kopf bewahren

Überhaupt hält sich Martin Sträßer zugute, nicht stromlinienförmig zu sei. „Man muss sich seinen eigenen Kopf bewahren. Ich steige ja nicht bei einer Partei ein, um 100prozentig hinterm Programm zu stehen.“ Er wolle etwas umsetzen und brauche dafür Mehrheiten: „Ich will aber keine Karriere machen.“ Am liebsten betreibt Sträßer „lebenslang Bildungspolitik“. Sie sei ganz klar sein Schwerpunkt und das bedeute als Idealvorstellung vor allem ganz viel Vielfalt beim Angebot. Welches seine persönliche Stärke sei? „Ich kann gut auf Leute zugehen und auch kontrovers diskutieren, ohne im Streit auseinanderzugehen.“

Diese Fragen stellt die WAZ jedem Kandidaten:

Wenn Sie könnten, wie Sie wollten . . . Was würden Sie als erstes in der Schullandschaft und der Verkehrsinfrastruktur anpacken

Das wichtigste Thema ist der Unterrichtsausfall. Wir haben nicht G 8 sondern G 7, und selbst in der Grundschule fällt gegenüber Bayern fast ein halbes Jahr aus. Zum zweiten Punkt: Sofort beginnen, 30 Jahre aufzuholen. Nicht nur bei der A 44.

Was muss passieren, um den Standort Niederberg zu stärken und zukunftsfit zu machen?

Deutlich mehr Finanzen von Bund und Land für die Städte. Die Pflichtaufgaben müssen bezahlt werden. Und wir brauchen bessere Entwicklungsmöglichkeiten für die Unternehmen.

Wie nah dran am Bürger ist der Landtag eigentlich noch?

Das hängt von den Abgeordneten ab, die den Wahlkreis vor Ort vertreten.

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