Wanderung

Langenberger wandern über den Heckmair-Weg

Seit zehn Jahren führt Uli Auffermann immer wieder gern über den Anderl-Heckmair-Weg. Dabei erzählt er allerlei über den Namensgeber.

Seit zehn Jahren führt Uli Auffermann immer wieder gern über den Anderl-Heckmair-Weg. Dabei erzählt er allerlei über den Namensgeber.

Foto: Uwe Möller / FUNKE Foto Services

Langenberg/Hattingen.  Journalist Uli Auffermann führte Wanderer über den Anderl-Heckmair-Weg. Organisiert hatte die Tour die Langenberger Buchhandlung Kape.

Zu einer gut zweistündigen Wanderung hatte der Bochumer Autor und Alpinjournalist Uli Auffermann zusammen mit der Buchhandlung Kape eingeladen. Vor allem Langenberger hatten sich am Fuße des Restaurants Waldhof in der Elfringhauser Schweiz eingefunden, um auf dem Anderl-Heckmair-Weg vieles rund ums Bergsteigen und die Person des Anderl Heckmair selbst zu erfahren.

Auffermann führt die Runde seit zehn Jahren

Seit zehn Jahren führt Auffermann immer wieder gern über den Weg, der mit insgesamt zehn Tafeln an das Leben und die Geschichte des Bergsteigens, erinnert, das von dem berühmten Bergführer Heckmair geprägt ist. „Ich war mit dem Eiger-Nordwandbesteiger Anderl Heckmair eng befreundet. Heckmair ist als Mensch, nicht nur als Bergsteiger, interessant.“ So konnte Auffermann eine lebendige Erinnerung mit Anekdoten und Hintergründen über einen Mann schaffen, „der in der Welt so berühmt ist, wie bei uns die Beatles.“

Heckmair wurde 1938 über Nacht berühmt

1938 wurde Anderl Heckmair über Nacht berühmt, als ihm als erstem die Durchsteigung der Eiger-Nordwand gelang. Heckmairs Begeisterung für die Natur und das Bergsteigen weckte auch in dem jungen Auffermann die Begeisterung am alpinen Bergsport, die beiden wurden Freunde. Als Heckmair 2005 mit fast 99 Jahren verstarb, wuchs in Auffermann die Idee zu dem Gedächtnisweg sowie dem daran angeschlossenen, kleinen Museum. Beides wurde vor zehn Jahren realisiert

Menschen aus der Bergsteigerszene kommen auf den Weg

„Neben Reinhold Messner ist Heckmair der zweitberühmteste Bergsteiger der Welt.“ Was immer öfter dazu führt, dass Menschen aus der Bergsteigerszene nach Hattingen kommen. Dass die Wandergruppe selbst wohl nicht so bergsteigaffin sei, vermutete Auffermann richtig. Dennoch hörten alle aufmerksam zu.

Darunter auch der Hattinger Lars Buschmann, der erst kürzlich Auffermanns Biografie über Anderl Heckmair gelesen und bei einer Wanderung in der Elfringhauser Schweiz zufällig die Tafeln entdeckt hatte. Er war zum zweiten Mal dabei: „Weil es beim ersten Mal schon so interessant war.“

Blick über das prallgrüne Hügelland

Gleich nach dem ersten kurzen steilen Stück ging es am Wald entlang, mit einem weiten Blick über das prallgrüne Hügelland, das sich in der Sonne präsentierte. „Heckmair ist mit fast 99 Jahren hier noch gelaufen“, erzählte der Alpinjournalist. An den Tafeln blieb er stehen und erzählte Hintergründe und Anekdoten, von den Anfängen des Bergsportes und den schon damaligen Bestleistungen: „Auch damals waren die Bergsteiger in einer großen Szene gut vernetzt. Damals war Abenteuer der Begriff.“

Am Hordtberg tummeln sich Wildschweine

Was stark mit Risiken verbunden gewesen sei.„Unsere neue Gefahr hier sind ja die Wildschweine“, was Waltraud Colsman sofort bestätigen konnte. Sie erzählte von einer Rotte Wildschweine, die ihr oberhalb der Sandkuhle auf dem Hordtberg begegnet sei. Eine Rotte mit großem Eber und Frischlingen, die sich am lichten Tag nicht von ihr als Wanderin stören ließ: „beeindruckend!“

Beeindruckend waren auch die Bilder, die Auffermann schuf. Es gingen schwarz-weiß Fotos um, von den Bergsteigern, der Ausrüstung, Füßen mit beschlagenen Wanderschuhen: „Das war früher so üblich“. Dann stieg der Autor tief in die Hintergründe zu dem Kinofilm „Nordwand“ ein.

Abwechslungsreiche Wanderung

Abwechselnd ging es zwischen lichten Feldern und schattigen Waldstücken, zwischen Erläuterungen und Rückblicken, fachlichen Informationen und Anekdoten hin und her und wurde an keiner Stelle langweilig. „Kleine Schritte, große Freude. Große Schritte, kleine Freude“, der 59-Jährige zeigte, wie sich die Schwerpunkte beim Laufen verlagern und dass die kleinen Schritte gerade beim Bergsteigen am besten geeignet seien. Doris Buschmann brachte die Wanderung auf den Punkt: „Die Runde war schön kurzweilig, interessant und informativ.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben