Verkehrsberuhigte Zone

Langenberger Händler ärgern sich über Raser und Falschparker

An der Hauptstraße in der Langenberger Altstadt parken viele Autos am Straßenrand.

An der Hauptstraße in der Langenberger Altstadt parken viele Autos am Straßenrand.

Foto: Victor Gurov

Langenberg.   Einige Mieter beschweren sich über rücksichtsloses Fahren und Parken im Bereich der Hauptstraße. Andere sehen die Verhältnisse gelassener.

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Sie könnte so schön sein: Die Hauptstraße, besonders ihr unterer Teil. Doch ausgerechnet dieser, vom ITS-Reisebüro bis zum kleinen Parkplatz vor der Kinderarztpraxis, sorgt beständig für Probleme. Wobei die Schuld weniger bei der Straße selbst, als eher bei manchen Bürgern liegt. „Die Leute fahren hier so schnell durch“, sagt Buchbinder Michael Rönsberg, der im Antiquariat von Elmar Lamers arbeitet, „ich möchte nicht erleben, dass hier mal etwas passiert.“

Ortsbesuch. Es ist ein ruhiger Vormittag, die Sonne scheint und die ersten frühlingshaften Knospen öffnen sich langsam. In einer halben Stunde fährt zwar kein einziges der ungefähr 20 passierenden Autos Schrittgeschwindigkeit, wie es die verkehrsberuhigte Zone vorschreibt. Es rast jedoch auch niemand rücksichtslos die Hauptstraße herunter.

Fläche vor dem Laden wird regelmäßig zugeparkt

„Ich schätze, dass die meisten Leute hier so 20 oder 25 Stundenkilometer fahren“, sagt Rönsberg. Dieses Phänomen hat man auch schon im Eiscafé Angelo beobachtet, trotzdem heißt es dort: „Wir sind seit 36 Jahren acht Monate lang im Jahr sieben Tage die Woche hier – und wir haben noch nicht erlebt, dass hier was passiert ist.“

Neben der überhöhten Geschwindigkeit stört Rönsberg noch etwas kolossal: „Die Leute parken hier überall.“ Genau meint der eigentlich bereits pensionierte Buchbinder die Zone hinter dem kleinen Brunnen gegenüber der Kirche und den freien Platz unmittelbar davor – und die winzige Freifläche vor seinem Laden. „Kurzes Ein- und Ausladen wäre in Ordnung, das mache ich auch manchmal, aber länger... Manche parken da, steigen aus und kaufen erstmal ein Eis oder gehen sogar in die Läden.“

Parkhaus nur 100 Meter entfernt

Trotzdem komme es für ihn nicht in Frage, bei der Stadt um das Aufstellen eines Blumenkübels zu bitten. „Ich muss manchmal hier entladen, das ginge dann nicht mehr.“ Das Schild, das für sein Geschäft wirbt und das er statt eines Kübels auf die Freifläche gestellt hat, werde regelmäßig weggestellt. „Die Leute tragen das weg, um doch wieder dort parken zu können“, so Rönsberg.

Warum manche Menschen auf den verbotenen Flächen anhalten, bleibt ihr Geheimnis. Auf dem kleinen Parkplatz vor der Kinderarztpraxis von Dr. Jutta Lampson-Lempken ist die erste halbe Stunde kostenlos, kaum hundert Meter Fußweg entfernt findet sich das große Parkhaus unter der Sparkasse.

Markierungen müsste nachgebessert werden

Und dann sind da noch die – zugegebenermaßen wenigen – legalen Parkplätze auf der Hauptstraße. „Deren weiße Markierung ist schon seit Jahren so verblasst, dass man sie kaum sieht“, sagt Marco Levis vom Eiscafé. Er sieht hier dringenden städtischen Handlungsbedarf. Ebenso bei der Beschilderung.

Ganz so eng sieht man das Phänomen bei der Eisdiele nicht. Wenn die Leute kurz hielten, um sich ein Eis zu holen, könne man doch nicht direkt die Politessen auf den Plan rufen. Hierfür hat Levis eine sinnvolle Lösung: „Die freie Fläche neben dem Brunnen könnte in drei oder vier legale Parkplätze umgewandelt werden.“ Wer dann woanders parke, müsse eben die 20 Euro Strafe blechen.

Das würde vielleicht verhindern, dass Rönsbergs Buchbinderei und Lamers Antiquariat ständig zugeparkt werden.

Unbekannte macht auf Geschwindigkeit aufmerksam

Es soll, so erzählt man es sich im Eiscafé Angelo, eine Frau geben, die regelmäßig zehn oder fünfzehn Runden in Schrittgeschwindigkeit durch die Langenberger Altstadt fährt. So will sie anscheinend andere Autofahrer auf den verkehrsberuhigten Bereich in der Hauptstraße aufmerksam machen und aufrufen, das Tempo entsprechen anzupassen.

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