Prozess

Landgericht bestätigt Urteil gegen Vergewaltiger aus Velbert

Das Landgericht in Wuppertal hat das Urteil des Amtsgerichts nun bestätigt. Wegen Vergewaltigung muss ein 38-Jähriger aus Velbert nun ins Gefängnis.

Das Landgericht in Wuppertal hat das Urteil des Amtsgerichts nun bestätigt. Wegen Vergewaltigung muss ein 38-Jähriger aus Velbert nun ins Gefängnis.

Foto: Uwe Möller

Wuppertal.   38-jähriger Velberter soll seiner Frau Gewalt angetan haben. Das Landgericht bestätigte ein Urteil aus der Vorinstanz. Der Mann muss in Haft.

Im Prozess um eine mutmaßliche Vergewaltigung in der Ehe muss ein 38 Jahre alter Angeklagter aus Velbert ins Gefängnis. Das Landgericht in Wuppertal bestätigte zwei Jahre und sieben Monate Freiheitsstrafe, die das Amtsgericht verhängt hatte. Bewährung gibt es nicht; die Richter korrigierten nur eine Formalie im früheren Urteil der ersten Instanz. Richter Karsten Bremer: „Wir haben nicht den geringsten Zweifel, dass es so war, wie die Frau sagt.“

Schwester alarmierte die Polizei

Die 30 Jahre alte Geschädigte hatte dem Gericht bestätigt: Der Angeklagte habe sie am 24. Juli 2017 in der gemeinsamen Wohnung bedrängt. Als sie ihn zurückwies habe er sie gepackt, geschlagen und sich auf dem Bett an ihr vergangen. Als er von ihr abließ habe sie heimlich auf ihrem Handy einer Schwester geschrieben. Die rief die Polizei.

Die Beamten nahmen den Angeklagten fest. Aussagen zufolge hatte er sich während eines Einkaufs vor der Tat betrunken. Er sei vor längerer Zeit erkrankt und seither aggressiver geworden. Die Richter berücksichtigten das zu seinen Gunsten.

Weiterer Vorfall im Türkei-Urlaub

Die Frau hatte zudem berichtet, der 38-Jährige habe sie schon während eines Türkei-Urlaubs vergewaltigt. Sie habe auf eine Anzeige dort verzichtet, weil sie sich keinen Rückhalt erwartet habe. Das Paar sei aber übereingekommen, sich zu trennen. Nur um alles regeln zu können hätten beide noch weiter zusammen gelebt.

Richter Bremer stellte klar: „Auch an diesem Geschehen haben wir keinen Zweifel.“ Verteidiger Atagün Ucurum hatte Urlaubsfotos und -Videos seines Mandanten vorgelegt. Diese würden ein harmonisches Zusammenleben belegen. Der Anwalt führte aus: „Die Kerngeschichte der Geschädigten ist widerspruchsfrei, ja, aber alles drum herum ist dünn. Aus Sicht der Verteidigung kann sie dazu nichts berichten, weil sie es nicht erlebt hat.“ Womöglich wolle die Familie den Angeklagten wegen Streits loswerden und ihm die Kinder entziehen.

Richter lehnt Antrag der Staatsanwaltschaft ab

Mit dieser Sicht setzte sich der Anwalt nicht durch. Das Gericht erläuterte: „Eine falsche Belastung vor dem Hintergrund eines Beziehungsstreits ist immer denkbar. Hier gibt es aber die Verletzungen des Opfers und viele Zeugen – anders als bei vorgetäuschten Fällen.“

Ebenfalls abgelehnt ist der Antrag der Staatsanwaltschaft, die Strafe zu erhöhen. Zu korrigieren sei nur die Wortwahl des Amtsgerichts, stellte Bremer fest: „Die Strafe ist am oberen Ende des Vertretbaren. Allerdings gibt es im Gesetz keinen ‚besonders schweren Fall der Vergewaltigung‘.“ Richtig sei zu verurteilen wegen Vergewaltigung und Körperverletzung. Das Gericht werte die Brutalität strafschärfend, ebenso den Vertrauensbruch: „Seine Frau war die Einzige in der Familie, die immer auf seiner Seite war.“

Neues Verfahren wegen mutmaßlicher zweiter Vergewaltigung möglich

Der Angeklagte bleibt in U-Haft, bis das Urteil rechtskräftig wird. Er muss später mit ausländerrechtlichen Folgen rechnen, weil er Türke ist. Der mutmaßlichen Vergewaltigung in der Türkei kann die Staatsanwaltschaft in einem neuen Verfahren nachgehen.

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