Schule

Schulhund Lana beruhigt in Velbert die Lage in der Klasse

Lana ist einfach nur da und wirkt durch ihre Ausstrahlung beruhigend und entspannend. Und (fast) alle lieben sie.

Lana ist einfach nur da und wirkt durch ihre Ausstrahlung beruhigend und entspannend. Und (fast) alle lieben sie.

Foto: Andre Hirtz

  Am Berufskolleg Niederberg gibt’s jetzt einen Schulhund. Der geht ganz gezielt mit in die Klassen, die „etwas spannender zu unterrichten sind“.

Eine bohrende Frage ist im Berufskolleg Niederberg jetzt immer häufiger zu hören. „Wann kommt der denn mal zu uns?“ Mit der ist allerdings kein superbeliebter Lehrer gemeint, und eigentlich ist der ja auch eine die: Nämlich Lana, eine Harzer Rotfuchs-Hündin, die seit Februar als Schulhund im Einsatz ist. Und offenbar schon allein durch ihre bloße Präsenz und Ausstrahlung kleine Wunder bewirkt. Sie ist einfach nur da und wirkt – beruhigend und entspannend.

Ein Lernmittel auf vier Pfoten

„Die Resonanz ist sehr positiv und ich bin auch begeistert davon“, sagt Frank Flanze. Lana komme erstens nur dort zum Zuge, wo alle damit einverstanden seien und zweitens die pädagogischen Probleme ganz besondere seien. Um eine Extra-Genehmigung habe er, so der Schulleiter weiter, nicht fragen müssen. „Das ist wie ein Lernmittel, wie die Einführung eines neuen Schulbuchs zum Beispiel.“ Schulinterne Abklärungen habe es vorab jedoch sehr wohl gegeben.

Lana gibt’s stets nur im Doppelpack mit ihrer Besitzerin Nina Klinkert – sie unterrichtet an der Langenberger Straße Deutsch und Politik – und zwar jeweils eine 90-minütige Doppelstunde in Klassen, „die vielleicht etwas spannender zu unterrichten sind“. Wie bitte? Die Schüler seien manchmal lauter und wuseliger, hätten Probleme, sich auf den Unterricht zu konzentrieren, lautet die Erklärung. Und Lana, die ausschließlich in Klassen in der Ausbildungsvorbereitung und in internationale Förderklassen mitgenommen werde, sei eben ein sehr entspannter Hund, der Ruhe ausstrahle, erzählt die 33-Jährige. Aktuell gehe sie in zwei Klassen.

Stressreduzierende Wirkung nachgewiesen

Das rote, weißgepunktete Tuch mit Lanas Namen diene einerseits dem Erkennen, und andererseits wisse die Hündin beim Umbinden, dass sie nun im Einsatz sei. Wie sie überhaupt auf die Idee gekommen sei? Wenn man tieraffin und pädagogisch unterwegs sei, sagt Klinkert, sei das doch naheliegend. Zudem sei gründlich untersucht und erwiesen, dass Hunde eine stressreduzierende Wirkung hätten.

Die Schüler seien motivierter und auch leiser, berichten die Lehrer; sie ermahnten auch einander, die Lautstärke zu drosseln, weil Hunde doch so ein empfindliches Gehör hätten. Zuweilen fungiere Lana als Eisbrecher, wenn jemand Probleme habe, sich zu öffnen.

„Ich finde das gut, weil sie so süß ist“, sagt Youssef, der Lana auch mal ein Leckerchen geben darf. „Ich bin glücklich, wenn sie da ist.“ Dass die Hündin beim Unterricht dabei sei, gefalle ihm auch sehr, erzählt Hamed. „Und wenn sie über den Flur geht, dann lächeln alle.“

>>> EIN GEPRÜFTES UND ZERTIFIZIERTES TEAM

Lana musste in einem speziellen Eignungstest u. a. beweisen, dass sie stressresistent ist, exzellent gehorcht und dass sie z. B. nicht nach vorne geht, wenn sie bedrängt wird. Die sechs Jahre alte Hündin, die schon seit ihrer zwölften Lebenswoche bei Nina Klinkert lebt, hat extra eine Schulhund-Ausbildung gemacht.

Das beinhaltete drei Blöcke jeweils an Wochenenden und eine Abschlussprüfung. „Wir sind jetzt ein zertifiziertes Schulhundteam“, sagt Nina Klinkert.

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