Nostalgie

Oldtimer-Treffen der Opel-Blitz-Freunde in Velbert

Der älteste Wagen aus dem Jahr 1927 (r) ist zwar ein Opel – aber kein Blitz. Der wurde erst ab 1930 gebaut.

Foto: Ulrich Bangert

Der älteste Wagen aus dem Jahr 1927 (r) ist zwar ein Opel – aber kein Blitz. Der wurde erst ab 1930 gebaut. Foto: Ulrich Bangert

Velbert.  Das 21. Internationale Opel-Blitz-Treffen hat Station am Haus Sondermann in Velbert-Neviges gemacht. Der letzte Blitz lief im Jahr 1975 vom Band.

Ein Jahr lang hat Joachim Veidt organisiert, was das Zeug hält. Jetzt kann der 70-Jährige, der das diesjährige Treffen für den AvD Wuppertal ausrichtet, zwischendurch zumindest mal durchatmen, bevor der nächste etwas von ihm will.

Doch die Arbeit hat sich gelohnt. „Wir hatten 82 Anmeldungen und etliche, die noch spontan vorbeigekommen sind“, berichtet er stolz und weist auf die große Wiese hinter dem Haus Sondermann, auf der beinahe Radkappe an Radkappe ein historischer Opel Blitz neben dem anderen steht. Auf der Wiese daneben tobt der jüngste Nachwuchs der Opel-Blitz-Begeisterten, im Saal sitzen derweil die Erwachsenen nicht minder gedrängt und warten auf die Siegerehrung – bei der Ausfahrt galt es nämlich, verschiedene Fotomotive wiederzufinden und Aufgaben zu lösen.

Wackeldackel und Aufkleber

Doch beginnen kann die Siegerehrung noch nicht, denn Veidt hat weiterhin zu tun, sitzt am Eingang zur Wiese und prüft Listen. Währenddessen schlendern Gäste von einem Blitz zum anderen, staunen und fachsimpeln. Es sind die Details, die dieses Treffen alter Lastwagen – der älteste Opel Blitz vor Ort stammt aus dem Jahr 1939 –, besonders machen. Etwa die beiden Wackeldackel hinter der Rückbank eines gelb-roten Busses. Oder der Aufkleber „Wechsel/Exchange“ auf einem niederländischen Sparkassen-Blitz – tatsächlich als rollende Wechselstube in Betrieb gewesen. Oder die Internet-Adresse auf dem Verkaufswagen einer Bäckerei. Oder die ganze Abteilung von Feuerwehrfahrzeugen, stilecht mit Blaulicht, Leiter und Vorbaupumpe.

Spaß für Bastler

„Das ist das Tolle am Blitz“, sagt Veidt, der es wissen muss (schließlich traf ihn der Blitz bereits im Alter von fünf Jahren). „Der wurde in gefühlt 100 000 verschiedenen Ausführungen gebaut, immer maßgeschneidert.“ Zwar stehen an der Siebeneicker Straße nicht ganz so viele Opel Blitze, aber es sind viele, viele verschiedene – vom Transporter über den Abschleppwagen und das Camping-Mobil zum Verkaufswagen und zum Bus. Abgesehen von gleichen Formen und Farben ist jeder anders.

Viele Teile müssen heute selbst angefertigt werden, weil es sie nicht mehr gibt, denn immerhin ist der letzte Opel Blitz 1975 vom Band gelaufen. „Machbar ist alles“, erklärt Veidt, der früher selbst eine Autowerkstatt mit Abschleppdienst betrieb, „manches muss man eben passend machen.“

Jörg Wieler, seit 1991 mit dem Blitz-Fieber infiziert, schraubt natürlich ebenfalls, auch wenn er nicht vom Fach ist. Aus dem ehemaligen Gefangenentransporter der Stadt Hamburg, von Wieler liebevoll „Tünn“ getauft und damals als Kompromiss zwischen Hotel- und Zelturlaub angeschafft, ist längst ein Wohnmobil geworden. Die Söhne, inzwischen erwachsen und mit eigenen historischen Opel-Fahrzeugen versehen, haben jahrelang die Sommerferien quasi hinter Gittern verbracht.

Preise für die ganze Familie

„Und ständig musste ich den Wagen umbauen“, erklärt Jörg Wieler stöhnend, „jedes Jahr waren die Jungs größer!“ Da ist es doch ein schöner Trost, dass er bei der Siegerehrung den größten Pokal abräumt. „Das ist ein Starthilfe-Pack!“, begeistert sich die ganze Familie und feiert weiter. Denn auch Partnerin Britta Winnad hat zuvor einen Preis gewonnen – als Neuling mit ihrem erst im vergangenen Jahr gekauften Pritschenwagen namens „Paul“.

„Tünn“ und „Paul“ vertragen sich übrigens gut.

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