Arbeitsplatzabbau

Huf streicht jede sechste Stelle am Standort Velbert

Das Velberter Unternehmen Huf will mit seinem Restrukturierungsprogramm die Kosten senken.

Das Velberter Unternehmen Huf will mit seinem Restrukturierungsprogramm die Kosten senken.

Foto: Uwe Möller / FUNKE Foto Services

Velbert-Mitte.  Das Velberter Traditionsunternehmen Huf hat die Eckpunkte seines Restrukturierungsprogramms bekannt gegeben. Das umfasst auch Stellenabbau.

Das Velberter Traditionsunternehmen Huf hat am Montag bei einer Betriebsversammlung die Eckpunkte seines Restrukturierungsprogramms bekannt gegeben: Demnach werden am Standort Velbert (1500 Mitarbeiter) bis Ende des kommenden Jahres 251 Stellen gestrichen. Damit wird jeder sechste Job des Automobilzulieferers in der Stadt abgebaut. Das Ganze solle aber sozialverträglich gestaltet werden, hieß es.

Stellenabbau betrifft alle Unternehmensbereiche

In einer Stellungnahme bedauerte das Unternehmen die betriebsbedingten Kündigungen. Diese seien jedoch leider erforderlich, „um die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts wie unseres Unternehmens insgesamt zu verbessern“. Mit den in Sozialplan und Interessenausgleich festgehaltenen Maßnahmen wie beispielsweise Abfindungsregelungen trage Huf aber dazu bei, „soziale Härten weitestgehend abzumildern“. Und: „Gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern werden wir in den kommenden Monaten die vereinbarten Regelungen fair und transparent umsetzen.“ Der Stellenabbau betreffe auch alle Unternehmensbereiche wie Entwicklung, Produktion und Verwaltung.

Bereits im vergangenen März hatte Huf ein Restrukturierungsprogramm angekündigt. Trotz guter Auftragslage sei der Kostendruck sehr hoch, hieß es damals – insbesondere die so genannten Vorfinanzierungskosten seien ein großes Problem: Dabei müsse Huf bei einem gewonnenen Auftrag zunächst hohe Mittel für die Produktion beispielsweise für Maschinen und Anlagen stemmen.

Verhandlungen mit Arbeitnehmervertretern

Um Details für das Kostensenkungsprogramm auszuarbeiten, wurden auch die Arbeitnehmervertreter mit ins Boot geholt. Das gemeinsame Ziel sei es gewesen, „die Zahl der betriebsbedingten Kündigungen so gering wie möglich zu halten und für die von Stellenabbau betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sozialverträgliche Lösungen zu finden.“ Beides sei gelungen, so das Unternehmen.

Betriebsratschef Uwe Radke bezeichnete bei der Betriebsversammlung die Stellenstreichungen zwar als „katastrophale Situation“ für viele Menschen bei Huf, wies allerdings auch darauf hin, dass sich die Abfindungen und der Sozialplan durchaus sehen lassen könnten. Details dazu wurden nicht öffentlich kommuniziert. Hakan Civelek, der 1. Bevollmächtigte des IG-Metall-Bezirks Velbert, bezeichnete die Abfindungsregeln aber als „marktgerecht“. Die ersten Kündigungen werden dem Vernehmen nach auch in rund vier Wochen herausgehen.

Standortsicherung bis 2023

Civelek befürchtet jedoch, dass die Belegschaft um mehr als die angekündigten 251 Stellen abgebaut wird: „Wenn man freiwillige Abfindungszahlungen und die natürliche Personalfluktuation berücksichtigt, werden Ende 2021 nur noch 1000 von bislang 1500 Mitarbeiter am Standort in Velbert arbeiten.“ Das bestätigte auch Huf.

Das sei womöglich auch noch nicht das Ende der Fahnenstange, meint Civelek: Huf habe eine Standortsicherung bis Ende 2023 gegeben, „aber nur für 750 Beschäftigte“. Das Unternehmen selbst betonte jedoch in diesem Zusammenhang, dass es sich bei dieser Zahl um „eine absolute Untergrenze“ handele.

Kostensenkungen hätten schon früher erfolgen sollen

Der IG-Metall-Bevollmächtigte wies jedoch ausdrücklich darauf hin, dass die Verhandlungen mit Huf zielorientiert und konstruktiv geführt worden seien. „Der Betriebsrat hat zusammen mit der IG Metall auch um jeden Arbeitsplatz gekämpft. Doch es liegt nicht in der Macht des Betriebsrates, Kündigungen zu verhindern“, erklärte Civelek. Er hoffe, dass durch den jetzigen Personalabbau die Weichen für die Zukunft gestellt würden.

Allerdings hätte sich Civelek gewünscht, dass die Kostensenkungen von Arbeitgeberseite „schon vor drei Jahren“ angegangen worden wären. „Da hätte man sich etwa schon die Frage stellen sollen, was man tun sollte, wenn eine Produktion ausläuft und wie neue Investitionen aussehen.“

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