Integration

Große Nachfrage nach Alphabetisierungskursen bei Migranten

Astrid Amin unterrichtet. Im „ABC-Kurs“ beginnen die Schüler ganz von vorne, lernen zunächst, wie einzelne Buchstaben gesprochen und geschrieben werden.

Astrid Amin unterrichtet. Im „ABC-Kurs“ beginnen die Schüler ganz von vorne, lernen zunächst, wie einzelne Buchstaben gesprochen und geschrieben werden.

Foto: Uwe Möller

Velbert.   Der Verein „Flüchtlingshilfe Velbert und Projekt Deutsch lernen“ bietet kostenlose Alphabetisierungskurse für Migranten und Flüchtlinge an.

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Deutsche Sprache – schwere Sprache. Jeder kennt dieses Sprichwort. Tatsächlich fällt vielen Migranten und Flüchtlingen der Erwerb der deutschen Sprache schwer. Aus diesem Grund bietet der Verein „Flüchtlingshilfe Velbert und Projekt Deutsch Lernen“ kostenlosen Deutschunterricht für Flüchtlinge und Migranten an. Dafür stellt der Verein an der Talstraße 24 a Räume zur Verfügung. In drei aufeinanderfolgenden Kursen lernen die Teilnehmer die deutsche Sprache. Von Anfang an – also wie man Buchstaben schreibt und ausspricht – lernen die Schüler im sogenannten ABC- Kurs.

Der Kurs bildet das Grundgerüst für die nächsten Sprachkurse – für den Anfänger- bzw. Fortgeschrittenenkurs. Gelernt wird das Schreiben der Wörter und Buchstaben ausschließlich in Druckschrift. Um das Alphabet zu lernen, schreiben die Teilnehmer wiederholt Buchstaben auf oder lesen einzelne Wörter vor. Außerdem müssen die Sprachschüler Wortfragmente vervollständigen. „Ich habe hier Spaß und lerne viel“, sagt die aus Nigeria stammende Deborah. Denn ihr gefalle der Unterricht: „Es ist super.“ Zwei ehrenamtliche Mitarbeiter kümmern sich zwei Stunden lang um alle Schüler, befassen sich mit Aufgaben, führen Korrekturen aus und verfassen Hausaufgaben für die nächste Stunde. Die Schüler, bei denen es sich um Männer und Frauen in allen Altersklassen handelt, arbeiten während des Unterrichts mit Büchern, die der Verein stellt. Die Materialien werden nach jeder Lehrstunde wieder eingesammelt.

Nachfrage ist groß

Die Nachfrage nach den Deutschkursen ist groß, doch besitzt der Verein derzeit nur einen Raum. „In unserem Kurs sind durchschnittlich acht Schüler“, sagt Jaqueline Montemurri-Jarnicki, freiwillige Lehrerin, „wir würden gerne mehr Leute aufnehmen, aber unsere Kapazitäten sind leider erschöpft“.

Derzeit sind zwölf Schüler beim ABC-Kurs angemeldet, 15 beim Anfängerkurs und weitere 15 im Kurs für Fortgeschrittene. Und die sind im Unterricht voll dabei: Konzentriert bearbeiten sie ihre Aufgaben, beweisen gerne ihre Fähigkeiten an der Tafel und helfen ihren Nachbarn bei Verständigungsfehlern. Untereinander reden die Schüler nicht viel, es sei denn sie kommen aus dem gleichen Land – denn allein im ABC-Kurs sind fünf Nationalitäten vertreten.

Die Frauen und Männer kommen aus Afghanistan, Tschetschenien, Sri Lanka, Marokko und Nigeria. Die meisten Teilnehmer sind seit mehr als einem Jahr in Deutschland, konnten aber jetzt erst an einem Sprachkurs teilnehmen, da sie sich erst finanziell in Deutschland absichern müssen. Danach haben sie dann Zeit, um einen Sprachkurs zu belegen.

Keine staatliche Förderung

Denn anders als Flüchtlinge aus Syrien profitieren diese Migranten nicht von staatlichen Förderprogrammen, da sie aus so genannten „sicheren Herkunftsländern“ kommen. Nur Flüchtlinge aus „unsicheren Herkunftsländern“ – also etwa aus dem Irak oder Syrien – profitieren von staatlich geförderten Integrationsprogrammen.

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