Stadtentwicklung

Starker Gegenwind für städtische Planung

Am Brangenberg soll nach dem Willen der Stadtverwaltung eine neue Kindertagesstätte entstehen.

Am Brangenberg soll nach dem Willen der Stadtverwaltung eine neue Kindertagesstätte entstehen.

Foto: Miriam Fischer

Anwohner hatten viele Einwände gegen den möglichen Bau einer Kindertagesstätte am Brangenberg. Skepsis gegen neues Gewerbegebiet

Auf heftigen Gegenwind sind drei Bebauungsplanentwürfe der Stadtverwaltung gestoßen. Sie betreffen Vorhaben längs der Langenberger Straße. Zur Öffentlichkeitsbeteiligung kamen nun so viele Bürger, dass der Ratssaal bis auf den letzten Platz gefüllt war. Es ging um den Bebauungsplan für den geplanten Kindergarten am Brangenberg, um das Gewerbegebiet Große Feld und die neue Siedlung am Heimstättenweg.

Altlasten auf dem Grundstück

Besonders viele Debatten gab es um die 2800 Quadratmeter große Fläche auf der am Brangenberg ein großer Kindergarten entstehen soll. Maßgeblich ärgerte es viele der Anwesenden, dass auf dem Grundstück bereits zahlreiche Bäume abgeholzt wurden, ohne dass es Planungsrecht dafür gebe. „Hier schafft die Wobau als Grundstücksbesitzerin vollendete Tatsachen“, sagte ein Anwohner. Die Wobau könne durchaus auf ihrem Grundstück bereits Arbeiten vornehmen, erklärte hingegen Björn Leißner vom städtischen Planungsamt. „Schließlich drängt die Zeit, die Kita soll ja bereits im Sommer 2019 die ersten Kinder aufnehmen“, erklärte der Planer.

„Standort völlig ungeeignet“

Der Standort sei für eine Kita völlig ungeeignet, da sie auf einer ehemaligen Deponie gebaut werden solle, argumentierten mehrere Anwohner. Dass es Belastungen durch Altlasten gibt, gestand auch Leißner ein. Man müsse hier ausbaggern und abdecken, dann sei die Bebauung nach Aussage eines Gutachters möglich.

Die Anwohner befürchten zudem eine zunehmende Verkehrsbelastung der Langenberger Straße. Schon jetzt sei die Lage dort morgens chaotisch, wenn die Berufsschüler zum Unterricht kämen. Zudem gebe es in dem Bereich durch Firmen einen starken Anliegerverkehr durch Lkw. Die Versammlungsteilnehmer argumentierten außerdem, bevor man eine neue Kita baue, solle man auf vorhandene zurückgreifen. So stehe die Kita St. Josef leer und die am Liefersholz könne weiter betrieben werden. Hier verhandeln Träger Kolping und Stadt, wie die Kita erhalten werden kann.

Einwände gegen das Gewerbegebiet

Hans Küppers, Vorsitzender des Bezirksausschusses Velbert-Mitte, leitete die Sitzung und versprach, dass alle Einwände Niederschlag im Protokoll finden und in den Gremien diskutiert würden.

Viele Einwände gab es auch gegen das geplante Gewerbegebiet Große Feld mit 28 000 Quadratmetern. Auch hier wurde die Überlastung der Langenberger Straße durch Lkw-Verkehr und Angestellte als Gegenargument angeführt. Auch die Entwässerung des großen Grundstücks sei problematisch, hier sei es bereits in der Vergangenheit zu Überschwemmungen gekommen.

Sorgen um die Artenvielfalt

„Dafür werden Regenrückhaltebecken gebaut“, sagte Leißner. Unter dem Gelände habe es Bergbau gegeben, argumentierte ein weiterer Anwohner, der um die Standfestigkeit der künftigen Bebauung fürchtete. Hier lägen Gutachten vor, die Bergbau ausschlössen, sagte der Stadtplaner. Möglicherweise könne hier noch einmal geprüft werden. Um die Artenvielfalt in dem Bereich fsorgten sich mehrere Anwohner. Auch hier werde noch geprüft, versicherte der Stadtplaner.

Reihenhäuser geplant

Am Heimstättenweg sollen rund 20 Einfamilien- und Reihenhäuser gebaut werden. Auch hier sorgten sich die Anwohner um den zunehmenden Verkehr auf der Langenberger Straße und die mögliche Entwässerung. In dem Bereich seien die Kanäle erst vor einigen Jahren erneuert worden, so einer der Anwohner. Damals habe man als Anwohner zahlen müssen. Er wolle nicht erneut zur Kasse gebeten werden, wenn größere Rohre in die Straße gelegt werden müssten.

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