Spracherwerb

Firma Stannol aus Velbert hilft Flüchtlingen

Immer montags und mittwochs von 17 bis 19 Uhr lernen Flüchtlinge intensiv Deutsch im Meetingraum der Firma Stannol in Velbert.

Immer montags und mittwochs von 17 bis 19 Uhr lernen Flüchtlinge intensiv Deutsch im Meetingraum der Firma Stannol in Velbert.

Velbert.   Stannol stellt Raum und Rechner für ein Dutzend Flüchtlinge zur Verfügung. Verein Flüchtlingshilfe bringt und holt zweimal wöchentlich zwölf junge Männer.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Das Schicksal der Flüchtlinge hat in Velbert viele kreative Ideen befördert. So auch bei der Firma Stannol in der Haberstraße. „Vor einem halben Jahr haben wir uns mit der Belegschaft zusammengesetzt und gemeinsam überlegt, was wir als Betrieb als Unterstützung anbieten können“, berichtet Junior-Chef Marco Dörr.

Stannol schaffte Notebooks an

Das Unternehmen für Löttechnik mit Wurzeln in Wuppertal ist noch nicht lange in Velbert beheimatet. „Im Gespräch mit Dörte Frisch von der Velberter Flüchtlingshilfe stellte sich dann heraus, dass im Bereich des Spracherwerbs viel Bedarf herrscht“, sagt Dörr. Seine hochmotivierten Mitarbeiter, darunter auch welche aus Syrien und Pakistan, richteten einen Meetingraum her, Dörr schaffte ein Dutzend gebrauchte Notebooks an – fast fertig war der Arbeitsraum für Sprachschüler.

„Unser Verein war froh, mit dem Internet-Lerncafé ein zusätzliches Angebot für die Flüchtlinge zu schaffen, die ihre Sprachkenntnisse noch vertiefen wollen“, berichtet Dörte Frisch von der „Flüchtlingshilfe Velbert und Projekt Deutsch Lernen“, wie der Verein mit vollem Namen heißt.

Zweimal wöchentlich bringen ehrenamtliche Helfer des Vereins die zumeist jungen Männer von ihren Unterkünften an der Talstraße mit privaten Autos zum Firmensitz von Stannol im Industriegebiet. Um 17 Uhr geht es montags und mittwochs los, nach zwei Stunden werden sie wieder zurückgebracht. „Wir haben es ihnen einigermaßen gemütlich gemacht“, sagt Marco Dörr. Die Lernenden bekommen von Stannol-Mitarbeitern Getränke, frisch gebackene Brezeln und ein paar Süßigkeiten, die Vereinshelfer leisten Hilfestellung bei der Nutzung eines Online-Portals des Goetheinstituts. „Da es ja um Sprache geht, kommen wir zwischendurch immer mal wieder ins Gespräch mit den Flüchtlingen“, sagt Dörr. Auch das steigere die Sprachkompetenz.

„Unsere Kollegen machen das ebenso wie die Vereinshelfer außerhalb ihrer Arbeitszeit“, sagt der Chef. Die Motivation sei hoch – auch nach Ereignissen wie den Ausschreitungen in der Kölner Neujahrsnacht. „Die jungen Männer machen es uns aber auch nicht schwer, sie sind sehr konzentriert und eifrig“, sagt Marco Dörr anerkennend.

Für den Shuttle-Dienst zwischen Talstraße und Stannol wünscht sich Dörte Frisch noch eine weitere ehrenamtliche Hilfe: Ein Fahrer mit Kleintransporter könnte das Pendeln stark vereinfachen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (3) Kommentar schreiben