Bundestagswahl

Kerstin Griese will die wichtigen Zukunftsaufgaben anpacken

Die Direktkandidaten, die die Redaktion im Vorfeld der Bundestagswahl vorstellt, können sich den Ort fürs Foto aussuchen. Die SPD-Abgeordnete Kerstin Griese hat sich für die Spielschlange in der Velberter City entschieden.

Foto: Ulrich Bangert

Die Direktkandidaten, die die Redaktion im Vorfeld der Bundestagswahl vorstellt, können sich den Ort fürs Foto aussuchen. Die SPD-Abgeordnete Kerstin Griese hat sich für die Spielschlange in der Velberter City entschieden. Foto: Ulrich Bangert

Velbert.   Die SPD-Politikerin Kerstin Griese kandidiert zum fünften Mal für den Bundestag. Sie bilanziert: „Wir haben richtig gute, große Gesetze gemacht.“

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Ob sich Kerstin Griese noch an die ersten Tage erinnert, als sie frisch in Berlin und dort auch ganz neu im Deutschen Bundestag war? Aber sicher doch. Die wichtigsten Utensilien seien damals, anno 2000, wegen der vielen Baustellen Schuhputzmittel gewesen und als erstes habe sie sich ein Fahrrad zugelegt, erzählt sie. „Ich war richtig bewegt, dass ich in diesem hohen Hause mitwirken darf. Ich finde, das ist eine Ehre.“

Sozial, engagiert und kompetent

Im Grunde beackert die Ratingerin, die den Dreiklang „sozial, engagiert, kompetent“ als ihre persönlichen Stärken herauskehrt, mit Arbeit, Soziales und Bildung seit Jahren ganz klassische, ursozialdemokratische Themen. Und ist aktuell die Vorsitzende des Ausschusses für Arbeit und Soziales.

Der ist immerhin der zweitgrößte aller Bundestagsausschüsse und bewegt 42 Prozent des Bundesetats. Ob Mindestlohn, mehr Teilhabe für Menschen mit Handicaps oder Renten-Verbesserungen: „Wir haben richtig gute, große Gesetze gemacht, die die Lebensumstände verbessern“, bilanziert die 50-Jährige, die als Pfarrerstochter aufgewachsen, von der evangelischen Jugendarbeit geprägt und heute dem Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland angehört.

Einsatz für den Wahlkreis

Nun kandidiert die SPD-Frau – sie führt seit 2008 den hiesigen Kreisverband ihrer Partei – zum fünften Mal für den Bundestag. Sie will, obwohl sie es ob ihres komfortablen vierten Platzes auf der Landesliste rein pragmatisch gesehen nicht unbedingt nötig hätte, ihr nächstes Mandat direkt holen. „Das gute Gefühl, das ist schon schön. Man setzt sich ja schließlich auch für seinen Wahlkreis ein.“

In die Politik muss mehr Bewegung

Und dann? Noch einmal Groko? „Das sollte kein Dauerzustand sein, es muss mehr Bewegung in die Politik“, wehrt die Abgeordnete ab. Ihre persönliche Präferenz wäre eine rot-grüne Koalition. „Das ist mir inhaltlich am nächsten.“ Obwohl: „Grün ist mir mittlerweile eigentlich schon zu viel schwarz-grün. Ich kämpfe natürlich für eine starke SPD.“

Berichterstattung frustriert Mitstreiter

Am meisten habe sich gegenüber früheren Zeiten verändert, dass dieses Mal ganz viele Medien so berichteten, als sei schon alles entschieden. Das sei für die ehrenamtlichen Mitstreiter, von denen vielen noch der Landtagswahlkampf in den Knochen stecke, frustrierend und sei natürlich auch lähmend. „Dabei sind viele Wähler noch unentschlossen. Über 40 Prozent!“

Richtig Zeit zum Zuhören

hmende hängt nach Kerstin Grieses Empfinden auch ziemlich eng damit zusammen, „dass Angela Merkel solch eine Unbeweglichkeit in die Politik gebracht hat“. Offenbar gelte das Motto „Verwalten statt Gestalten, dabei müssen ganz viele wichtige Zukunftsaufgaben angepackt werden“. Die SPD-Kandidatin hat im aktuellen Wahlkampf allein rund 20 Wohnzimmer-Gespräche gemacht. „Da hat man richtig Zeit zum Zuhören, geht’s wirklich um Fragen aus der Mitte des Lebens“, erzählt Griese und nennt beispielhaft Rente, Kita-Plätze, Ängste um den Arbeitsplatz oder auch Schulwegsicherheit. Sie sei aber auch übers Jahr viel im Wahlkreis unterwegs und präsent: „Da kommen viele konkrete Probleme bei mir an.“

Ein Job mit 70 Wochenstunden

Kerstin Griese ist Historikerin und wollte beruflich „eigentlich schon immer etwas machen, wo man etwas aus der Geschichte lernt, davon was weitergeben und auch Lehren für die Zukunft daraus ziehen kann“. Das hätte also durchaus ein Job werden können, bei dem sie weniger als ihre üblichen 60 bis 70 Wochenstunden als Politikerin abspult. „Ich mach’s aber auch wirklich gerne.“

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Auch interessant
Leserkommentare (2) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik